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15. Februar 2010 07:49 Uhr

Milchbauern

Breisgaumilch beteiligt sich nicht an der Marke "faire Milch"

Die Freiburger Molkerei Breisgaumilch wird neben ihren eigenen Marken keine Milch unter dem Markennamen "faire Milch" abfüllen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hätte dies aber gerne.

FREIBURG. Das teilte Breisgaumilch-Geschäftsführer Karl Laible auf Anfrage mit. Die neue Marke wäre eine Konkurrenz zu den eigenen Marken, die man nicht schwächen wolle, sagte er.

Unter der Bezeichnung "faire Milch" hat die Milchvermarktung Süddeutschland (MVS) vor einigen Wochen mit Unterstützung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Ein Liter Vollmilch ist in Rewe-Filialen und einigen Edeka-Geschäften für 99 Cent zu bekommen. Das Versprechen der MVS: Die Milchbauern bekommen von jedem Liter "faire Milch" 40 Cent. Das ist der Preis, den der BDM als Mindestpreis ansieht, damit Milcherzeuger ihre Kosten decken können. Er liegt weit über den Preisen, die die Molkereien zur Zeit ihren Lieferanten zahlen. Die Breisgaumilch hat für Dezember 2009 rund 29 Cent ausgezahlt, den Bundesdurchschnitt beziffert der Deutsche Bauernverband mit etwa 24 Cent.

Allerdings ist das Angebot an "fairer Milch" knapp, denn bisher liefern lediglich 120 Landwirte rund um das Allgäu ihre Milch ab. Abgefüllt wird in einer Molkerei in Hessen. Bei Rewe ist man mit der Nachfrage der Kunden zufrieden. Es sei aber noch zu früh für eine verlässliche Aussage, die sei erst nach drei Monaten möglich, sagt Rewe-Pressesprecher Andreas Krämer. Edeka Südwest in Offenburg hat klargestellt, dass man "faire Milch" nicht ins Sortiment nehmen werde. Allerdings sind die selbstständigen Edeka-Kaufleute frei in der Auswahl ihres Sortiments.

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Der BDM, der in Südbaden viele Mitglieder hat, will, dass auch bei der Breisgaumilch "faire Milch" abgefüllt wird. Ein solcher Lohnauftrag bringe der Molkerei Verdienst, argumentiert Karl Rombach, Landwirt in Stegen und stellvertretender Landesvorsitzender des BDM. Allerdings hat der Aufsichtsrat der Breisgaumilch einen entsprechenden Antrag nach Darstellung von Geschäftsführer Laible abgelehnt. Die Abstimmung in dem zehnköpfigen Gremium habe ein Patt ergeben. Damit sei ein Antrag abgelehnt, sagte Laible.

Er sieht die "faire Milch" als zusätzliche Marke, die den eigenen Marken der Breisgaumilch wie beispielsweise der neu eingeführten Weidemilch Konkurrenz mache. "Dann gäbe es nur eine Umsatzverlagerung und die eigenen Marken würden schwächer", sagt Laible. Rombach hingegen argumentiert, die "faire Milch" verdränge Handelsmarken und nicht Markenprodukte.

Autor: Jörg Buteweg