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17. März 2010 20:28 Uhr
Etikettenschwindel
Breisgaumilch entschuldigt sich für Schummel-Butter – Chef bleibt
Die Führung der Freiburger Molkerei Breisgaumilch hat sich erneut für die Irreführung der Verbraucher entschuldigt. Es handle sich um einen handwerklichen Fehler - nicht um bewusste Verbrauchertäuschung. Wie soll es nun weitergehen?
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"Wir entschuldigen uns bei allen, deren Empfinden wir verletzt haben", sagte Laible. Aufsichtsratschef Gottfried Hermann sagte, die Glaubwürdigkeit sei schwer erschüttert. Inwieweit sich dies in sinkenden Absatzzahlen niederschlägt, sei noch nicht erkennbar, sagte Geschäftsführer Laible. Er rechne aber mit einem Einbruch beim Absatz in der Region. "Wir hoffen, dass die Verbraucher zu uns und den Schwarzwälder Milchbauern stehen", sagte er. Laible widersprach dem Eindruck mancher Verbraucher, sämtliche Produkte der Molkerei stammten von anderen Herstellern. "Das stimmt nicht."
Der Freiburger Marketingexperte Professor Dieter Tscheulin hält das Verhalten der Breisgaumilch-Spitze nach Bekanntwerden der Irreführung für richtig. "Man muss die Fehler offen ansprechen und nicht eine Salamitaktik anwenden", sagte er. Dass die Molkerei die nicht selbst produzierten Produkte vom Markt nimmt, hält er für konsequent. "Das ist nötig, um die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen."
Nach Aussage von Aufsichtsratschef Hermann wird diskutiert, ob die Molkerei wieder selbst Butter macht. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. 2006 hatte die Breisgaumilch die Butterherstellung aufgegeben, weil die alte Maschine defekt war und die Investition in eine neue Buttermaschine als zu teuer befunden wurde.
Der Aufsichtsrat will nun noch einmal prüfen, ob sich eine eigene Butterei doch lohnt. 2,2 bis 2,5 Millionen Euro würde sie kosten. Für einen rentablen Betrieb müsste eine Jahresleistung von 20 000 bis 30 000 Tonnen erreicht werden – tatsächlich verkauft die Breisgaumilch laut Laible im Jahr 1200 Tonnen Butter. Nun prüft die Molkerei, ob eine gebrauchte Butterei gekauft werden kann.
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Autor: Joachim Röderer und Jörg Buteweg
