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17. März 2010 20:28 Uhr

Etikettenschwindel

Breisgaumilch entschuldigt sich für Schummel-Butter – Chef bleibt

Die Führung der Freiburger Molkerei Breisgaumilch hat sich erneut für die Irreführung der Verbraucher entschuldigt. Es handle sich um einen handwerklichen Fehler - nicht um bewusste Verbrauchertäuschung. Wie soll es nun weitergehen?

Personelle Konsequenzen will die Breisgaumilch keine ziehen. Geschäftsführer Laible sagte aber, dass alle Produkte vom Markt genommen werden, die nicht im eigenen Haus hergestellt werden. Neben der Schwarzwälder Sauerrahmbutter sind das Buttermilch, Frischkäse, Schichtkäse sowie die Breisgaumilch Kaffeesahne 500 Gramm. Was in den Lagern der Breisgaumilch vorhanden sei, werde an Tafelläden verschenkt. Das sind Geschäfte, in denen bedürftige Menschen günstig einkaufen können.

"Wir entschuldigen uns bei allen, deren Empfinden wir verletzt haben" Karl Laible
Vergangene Woche war durch einen Fernsehbericht des Südwestrundfunks bekannt geworden, dass die Breisgaumilch-Butter von einer anderen Molkerei im Lohnauftrag gefertigt wird. Auf der Verpackung wird aber der Eindruck erweckt, es handle sich um ein Produkt aus dem Schwarzwald. Die Empörung unter Verbrauchern war groß, weil die Breisgaumilch intensiv mit der Regionalität ihrer Produkte wirbt.

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"Wir entschuldigen uns bei allen, deren Empfinden wir verletzt haben", sagte Laible. Aufsichtsratschef Gottfried Hermann sagte, die Glaubwürdigkeit sei schwer erschüttert. Inwieweit sich dies in sinkenden Absatzzahlen niederschlägt, sei noch nicht erkennbar, sagte Geschäftsführer Laible. Er rechne aber mit einem Einbruch beim Absatz in der Region. "Wir hoffen, dass die Verbraucher zu uns und den Schwarzwälder Milchbauern stehen", sagte er. Laible widersprach dem Eindruck mancher Verbraucher, sämtliche Produkte der Molkerei stammten von anderen Herstellern. "Das stimmt nicht."

Der Freiburger Marketingexperte Professor Dieter Tscheulin hält das Verhalten der Breisgaumilch-Spitze nach Bekanntwerden der Irreführung für richtig. "Man muss die Fehler offen ansprechen und nicht eine Salamitaktik anwenden", sagte er. Dass die Molkerei die nicht selbst produzierten Produkte vom Markt nimmt, hält er für konsequent. "Das ist nötig, um die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen."

Lohnt sich eigene Butter?

Nach Aussage von Aufsichtsratschef Hermann wird diskutiert, ob die Molkerei wieder selbst Butter macht. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. 2006 hatte die Breisgaumilch die Butterherstellung aufgegeben, weil die alte Maschine defekt war und die Investition in eine neue Buttermaschine als zu teuer befunden wurde.

Der Aufsichtsrat will nun noch einmal prüfen, ob sich eine eigene Butterei doch lohnt. 2,2 bis 2,5 Millionen Euro würde sie kosten. Für einen rentablen Betrieb müsste eine Jahresleistung von 20 000 bis 30 000 Tonnen erreicht werden – tatsächlich verkauft die Breisgaumilch laut Laible im Jahr 1200 Tonnen Butter. Nun prüft die Molkerei, ob eine gebrauchte Butterei gekauft werden kann.

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Autor: Joachim Röderer und Jörg Buteweg