Die Projekte auf den Weg bringen

Susanne Gilg

Von Susanne Gilg

Di, 28. August 2018

Breitnau

Breitnaus Bürgermeister Josef Haberstroh hat unterschiedliche Reaktionen auf seine Kandidatur in Schopfheim bekommen.

BREITNAU. Die eine Tageshälfte gehört Breitnau, die andere Schopfheim: Bis zum Termin für den zweiten Wahlgang in Schopfheim am 21. Oktober hat Breitnaus Bürgermeister Josef Haberstroh einen straffen Terminplan erstellt. Am Freitag hatte der 54-Jährige angekündigt, in Schopfheim für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Seither hat er die "gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen" zu spüren bekommen, wie er am Montag auf BZ-Anfrage berichtet.

"Reisende soll man nicht aufhalten!" oder "Nix da! Er bleibt bei uns" ist auf der Facebookseite der Badischen Zeitung unter dem Artikel über Josef Haberstrohs Kandidatur in Schopfheim zu lesen. Die Kommentare spiegeln das wider, was der amtierende Breitnauer Bürgermeister seit der Bekanntgabe seiner Kandidatur in Schopfheim erlebt: "Ich bin einerseits auf großes Verständnis gestoßen, andererseits auf Wut – etwa hat mir jemand vorgeworfen, wie ich nur ein Jahr nach der Wiederwahl meine Gemeinde im Stich lassen könne", sagt Haberstroh auf Nachfrage der Badischen Zeitung.

Am Samstag hat er den Markt in Schopfheim besucht, ist mit den Menschen ins Gespräch gekommen, hat sich vorgestellt. Ab dem 15. September, nach dem Ende der Bewerbungsfrist, wird er auch mit einem Stand auf dem Wochenmarkt vertreten sein und seine Pläne für Schopfheim vorstellen. "Ich habe sehr intensive Gespräche geführt", berichtet er. Dort habe er auch die drei Mitbewerber um den Chefsessel im Schopfheimer kennengelernt: "Wir haben einen fairen Wahlkampf und ein respektvolles Miteinander vereinbart", fügt er hinzu.

Vor seiner Wiederwahl zum Breitnauer Bürgermeister am 2. Juli 2017 hatte Haberstroh in einem BZ-Interview gesagt, dass es "toll wäre, die angestoßenen Projekte gemeinsam zu Ende zu bringen und neue zu entwickeln".

Wie er das umsetzen möchte, sollte er im Oktober zum Bürgermeister von Schopfheim gewählt werden? Als die beiden größten Projekte nennt Haberstroh den Breitbandausbau und das Seniorenwohnprojekt "Sonnenhöhe".

"Ich kandidiere in
Schopfheim, bin aber
Bürgermeister von Breitnau."
Josef Haberstroh
"Ich bin zuversichtlich, dass beides bis zum Jahresende so auf den Weg gebracht ist, dass jemand – sollte ich tatsächlich in Schopfheim erfolgreich sein – nur noch die Früchte ernten muss", beantwortet Haberstroh diese Frage.

Bis Jahresende könne, wenn das Wetter mitspiele, das Backbone-Netz für den Breitbandausbau stehen, die Ortsnetzplanung könne begonnen werden. "Dann steht natürlich noch kein fertiges Ortsnetz, aber die wichtigsten Vorarbeiten sind dann getan", so der Breitnauer Bürgermeister. Beim Seniorenwohnprojekt rechnet er für das Frühjahr 2019 mit einem möglichen Baubeginn. "Bis dahin sollten die Dinge so weit geregelt sein, dass es einen Spatenstich gibt." Dass er jetzt in Schopfheim kandidiere, bedeute nicht, dass er in Breitnau keine Projekte mehr vorantreibe. "Ich habe einen straffen Terminplan erstellt, in dem bis zum zweiten Wahlgang am 21. Oktober ganz klar geregelt ist, was ich wann, wo und wie mache." Auf diesen Kalender hätten alle seine Mitarbeiter Zugriff.

Dass er beim Patrozinium am Sonntag in Breitnau dabei gewesen ist, sei für ihn selbstverständlich gewesen, sagt Haberstroh. "Ich kandidiere in Schopfheim, bin aber Bürgermeister von Breitnau – und bleibe das vielleicht ja auch in den nächsten sieben Jahren." Beim Patrozinium habe er auch viele rührende und positive Nachrichten bekommen, berichtet Haberstroh.