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27. Oktober 2011

Drei Chöre und ein starker Auftritt

St. Johann voll besetzt: Dirigent Hubert Schuler versteht es, klar zu führen und die Aufmerksamkeit auf sich zu konzentrieren.

  1. Drei Chöre in nachbarschaftlicher Nähe und unter einem Dirigenten: Der Landfrauenchor St. Märgen, der Männergesangverein St. Peter und der Männerchor Breitnau taten sich für ein Gemeinschaftskonzert unter der Leitung von Hubert Schuler in der Breitnauer Kirche zusammen. Foto: Karla Scherer

BREITNAU. Dirigent Hubert Schuler leitet gleich drei Chöre: den Landfrauenchor St. Märgen, den Männergesangverein St. Peter und den Männerchor Breitnau. Ein Gemeinschaftskonzert führte die Nachbarchöre nun in der Pfarrkirche St. Johann in Breitnau zusammen. Und es führte auch ein großes Publikum in die Kirche: Sie war bis auf den letzten Platz besetzt. Pfarrer Michael Knaus dankte den Sängerinnen und Sängern, dass sie "den Kirchenraum mit schönen Weisen und Klängen auffüllen".

Der Erlös des Abends kommt der Jugendarbeit zugute, die Arbeit des Schulchors und der Theater-AG der Schule Breitnau werden mit den Spenden unterstützt.

Seit 30 Jahren hat Hubert Schuler in Sankt Peter den Taktstock inne. "Seit 20 Jahren sagt er uns Breitnauern, wo es lang geht", meinte schmunzelnd Dietmar Benitz, der stellvertretende Vorsitzende des Männerchors. Und seit zwei Jahren liegt bei Schuler auch die musikalische Leitung des Frauenchores St. Märgen. Das Breitnauer Konzert kombinierte geschickt die Klangmöglichkeiten, die diese unterschiedlichen Ensembles bilden. Der Frauenchor war zwischen die Konzertteile der Männerchöre platziert. Dann folgte ein gemeinsamer Auftritt der Männerchöre, der ganz auf Masse und Stimmgewalt setzte, und den Abschluss bildeten zwei Lieder, die alle drei Chöre zusammenführten, so dass auch noch die Klangwelt eines gemischten Chors im Farbenreichtum des Konzerts vertreten war.

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Bei der Programmauswahl zeigte der Dirigent Gespür. So hatte er barocke Choräle wie "Nun danket alle Gott" und "Nun danket Gott und bringet Ehr" ausgewählt, die jedem im Publikum vertraut waren. Dann gab es viel Anrührendes, Intimes in diesem Konzert wie das Abendlied "Müde bin ich, geh zur Ruh" in einem Satz von Franz Ketterer oder, gleich zu Beginn, "Segne, o Herr" von Horst Best. Diese Facette der Kirchenmusik war vor allem den Frauen anvertraut.

Die Innigkeit ist deutlich zu spüren

Die Auswahl der Komponisten zeigte, dass hier der Geist des 19. Jahrhunderts zum Tragen kann: Dmytri Bortniansky feierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine Erfolge in St. Petersburg, Franz-Xaver Engelhart war zu Ende des Jahrhunderts Leiter der Regensburger Domspatzen und auch Diözesanpräses des Allgemeinen Cäcilienverbandes des Bistums Regensburg. Die Innigkeit, das Gefühl, das diese Epoche so sehr schätzte, waren spürbar bei den Interpretationen von "Ich bete an die Macht der Liebe" Bortnianskys und dem "Wenn ich ein Glöcklein wäre" Engelharts. Waltraud Schüle als Solistin mit ganz klarem und reinem Sopran setzte hier einen wunderbaren Akzent, wenn sie die Worte des "Ave Maria" über den Chor legte.

Das jüngste Talent Felix Ruf am Klavier

Das Konzert hatte aber auch noch eine dritte Facette, die vielleicht sogar die markanteste war. Es ging ebenso der feierlichen und erhabenen Seite der Kirchenmusik nach. Die Breitnauer Männer zeigten dies bei einem bei einem Hymnus von Willy Trapp, den das jüngste Mitglied des Chors, Felix Ruf, am Klavier begleitete. "Wir sind stolz, dass wir so ein junges Talent im Chor haben", betonte dazu der Chorvorsitzende Ernst Lickert. Das "Erhaben, o Herr" gestalteten die St. Petermer ganz in diesem festlichen Sinne. Da sie das größte Chorgesamt stellten, konnten sie natürlich ein stimmgewaltiges großes Volumen entwickeln. Großartig fiel das Miteinander der beiden Männerchöre aus. Hier wurde mit "sakralisierter Marschmusik" auf die ganz große Karte gesetzt. Hinter dem "Klänge der Freude" steht nämlich der erste der "Pomp and Circumstance"-Märsche von Edward Elgar. Und der Chorsatz "Lobt den Herrn der Welt", ebenfalls von Willy Trapp, beruht auf dem "Trumpet Voluntary" von Jeremiah Clarke, das ja einmal "The Prince of Denmark's March" hieß. Die Männer ließen sich von dem Pathos dieser Musik begeistern und konnten so begeistern.

Am Ende stand ein "Vater unser" von Gotthilf Fischer und das "Sancta Maria" von Johannes Schweitzer. Es war erstaunlich, wie gut sich hier alle drei Chöre zu einem einzigen Chorgesamt zusammenfügten. Da zeigten sich noch einmal die besonderen Stärken des Dirigenten, der ganz entschieden und klar die Chöre führte und die Aufmerksamkeit der Sänger wirklich auf sich zu richten verstand.

Ein weiteres Talent hatte er freilich bereits im Beitrag des Männergesangsvereins St. Peter unter Beweis gestellt. Der "Der Engel des Herrn" ist eine Eigenkomposition Schulers. Der klassische Gebetstext des Angelus wird hier in einer litaneiartigen Interpretation eingängig.

Autor: Karla Scherer