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29. Oktober 2011

Entscheidung an der Basis

Gemeinderat Breitnau stellt für Weichen für Gemeinschaftsschule / Selbstständiger Schulstandort.

BREITNAU. Der Gemeinderat hat den Schulstandort Breitnau in seiner jüngsten Sitzung als selbstständig festgelegt. Damit folgte er der Empfehlung des Leiters des Schulamtes Freiburgs, Manfred Voßler. Damit reagiert die Gemeinde auf die bildungspolitische Offensive der neuen Landesregierung mit dem Ziel Gemeinschaftsschule.

Wohnortnah sollen die Schüler künftig lernen. Über diese Thematik haben Breitnaus Bürgermeister Josef Haberstroh, Hinterzartens Bürgermeister Klaus Michael Tatsch und die beiden Schulleiterinnen aus Breitnau und Hinterzarten mit Schulamtsleiter Voßler gesprochen.

"Wir können davon ausgehen, dass die Schule Hinterzarten-Breitnau ab sofort wieder wie früher Werkrealschule ist", hieß es in der Sitzungsunterlage. Denn nach der neuen Landesregierung dürfen auch einzügige Hauptschulen Werkrealschulen sein. Um die Weiterentwicklung der Breitnauer Schule vorantreiben zu können, so die Empfehlung aus dem Schulamt, sei es wichtig, dass der Schulstandort selbstständig sei und nicht wie bisher zusammen mit Hinterzarten geführt werde. "Eine reine Formalie", meinte Haberstroh, "denn am bisherigen Prozedere der beiden Schulen ändere sich nichts".

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Um den Standort zu festigen, sei es wichtig, dass genügend Schüler kommen. "Wir werben dafür, um möglichst viele Kinder für die fünfte Klasse zu bekommen und den Schulstandort langfristig weiterentwickeln zu können", sagte Haberstroh. Nicht nur Breitnauer und Hinterzartener Kinder könnten kommen, auch aus Titisee, Buchenbach oder aus dem Dreisamtal. Bei ausreichender Schülerzahl habe die Gemeinde die Möglichkeit, langfristig eine Gemeinschaftsschule einzurichten. Ein Konzept sei zusammen mit Eltern und Lehrern aufzustellen. "Die Kompetenz liegt somit an der Basis, in den Händen von Schulträger, Kommune und Eltern", so Haberstroh. So ist es möglich miteinander etwas zu entwickeln.

In der Gemeinschaftsschule sollen alle bisherigen Schularten unter einem Dach sein. Diese sollen im Klassenverband zum höchstmöglichen Abschluss geführt werden. Es sei eine Ganztagsschule, die mindestens drei Nachmittage abzudecken hat. Unterricht, Wissensvermittlung, Freizeitgestaltung und Hausaufgabenbetreuung sind im Konzept unterzubringen. Optimistisch meinte Haberstroh: "Wir werden uns auf den Weg machen."

Franz Lickert warf ein, die Gemeinschaftsschule sei so eine Art "freie Walddorfschule". Er fand, dass man mit Schule keine Experimente machen sollte. Haberstroh hielt dem entgegen, dass es bereits Gemeinschaftsschulen gebe, die bestens funktionieren.

Autor: Eva Korinth