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13. Februar 2009
"Helft einander, ihr seid ein Team"
Kreisfinale "Jugend trainiert für Olympia" in Saig: Jungen und Mädchen lernen fürs Leben im sportlichen Wettstreit
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jugendtrainiert für Olympia Kreiswettbewerb Foto: annemarie zwick
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Kreiswettbewerb Jugend trainiert Foto: Annemarie Zwick
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jugendtrainiert für Olympia Kreiswettbewerb Foto: annemarie zwick
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jugendtrainiert für Olympia Kreiswettbewerb Foto: annemarie zwick
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jugendtrainiert für Olympia Kreiswettbewerb Foto: annemarie zwick
HOCHSCHWARZWALD. Schule kann so schön sein und so viel Spaß machen ! Auf den ersten Blick sah es gestern auch nicht aus wie Schule, obwohl das Gewusel und der Geräuschpegel es gut mit jedem Schulhof in der großen Pause hätten aufnehmen können. Doch hier neben der alten Schule und dem Feuerwehrgerätehaus in Lenzkirch-Saig wurde bei allem Gejohle und Umtrieb ernsthaft gearbeitet und mit vollem Einsatz gekämpft.
Wille und Ehrgeiz sind den Jungen und Mädchen vom Gesicht abzulesen. Das ist kurz vor dem Start so und erst recht unterwegs auf der Strecke auf den schmalen Langlaufski. Der Kreiswettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" hat den vielen Jungen und Mädchen von Kirchzarten bis Titisee-Neustadt und Münstertal bis St. Märgen einen Tag schulfrei beschert. Wobei nicht alle diese Sicht der Dinge teilen. "Das ist auch für die Schule." Das sagt Patrick Uhlmann, der im Wettkampf IV der Jahrgänge 1996 bis 1998 für das zweite Jungenteam der Realschule Titisee-Neustadt startet, mit allem Ernst, zu dem ein Elfjähriger fähig ist, auf die Frage, ob dieses Skirennen besser war als Schule.Werbung
Eine Antwort, die nicht nur den Realschullehrern Ursel Kaiser und Thomas Zipfel gefallen würde. Sie zeigt, dass den jungen Wettkämpfern bewusst ist, dass sie hier im sportlichen Wettstreit nicht nur für sich laufen, sondern ihre Schule vertreten. Und weil sie das so gut wie möglich machen wollen, legen sie sich richtig ins Zeug auf der rund 2,5 Kilometer langen Strecke. Eines gibt Patrick Uhlmann, der sonst für den SV Kappel startet, auf Nachfrage aber doch mit breitem Grinsen zu: Das hier sei "viel schöner, als im Unterricht hocken".
Zu lernen gibt es auch bei diesem Schulwettbewerb allerlei. Auf sportlichem Gebiet wird den Kindern nicht nur Ausdauer abverlangt, auch technische Fähigkeiten sind gefragt. Denn auf dem Rundkurs in dem weichen, tiefen Neuschnee müssen sie auf ihren schmalen Latten auch Slalomstangen umkurven, in einem mit blauen Fähnchen abgesteckten "Irrgarten" auf engen Radien immer wieder die Richtung ändern und auf einem anderen Teilstück, auf dem sie die Stöcke nur in den Händen tragen dürfen, ihren Gleichgewichtssinn schulen. Nicht weniger wichtig ist bei dieser Form des Schulwettbewerbs aber das soziale Lernen. Über allem steht der Mannschaftsgeist, das Zusammenhalten. Deshalb wird die Zeit für jede Mannschaft erst dann gestoppt, wenn der dritte Läufer eines Schulteams ins Ziel kommt. "Zusammenarbeiten, helfen, ihr seid eine Mannschaft", daran erinnert Thomas Zipfel die Dreier- oder Vierergrüppchen am Start immer wieder. Das klappt nicht bei allen, manchmal warten zwei schnelle Läufer mit langen Gesichtern im Ziel auf ihren langsameren Kollegen, der den Anschluss verloren hat und mühsam hinterher gekeucht kommt. Ursel Kaiser erklärt ihnen dann, dass sie ihre Nummer drei besser auf der Strecke unterstützt hätten. Beim Regierungspräsidiums-Finale am 12. März in Altglashütten können sie zeigen, ob sie diese Lektion gelernt haben.
Den Grundschulwettkampf, in dem auch gemischte Mannschaften starten durften, gewann die Grund- und Hauptschule (GHS) Hinterzarten-Breitnau mit ihrer ersten Mannschaft ganz knapp: Hannah und Yannick Schuler, Daniel Hensler und Christoph Ehlert waren mit ihrer gemeinsamen Laufzeit von 8,54 Minuten zwei Sekunden schneller als Johanna Knöpfle, Timo Mayer und Peter Hensler von der Hansjakobschule Neustadt. Dritter wurde die Grundschule Breitnau I mit Nadine Rombach, Fabian und Florian Zähringer (9,19 Minuten) vor der Titiseer Hirschbühl-Grundschule (9,25) und der Lichtenbergschule Eisenbach (9,37). 23 Grundschul-Mannschaften kamen in die Wertung.
Jeweils vier Mädchen- und Jungen-Teams gingen im Wettkampf IV an den Start. Die schnellste Zeit des Tages legten mit 7,54 Minuten Lea Belmaati, Lena Hackenjos, Katja Hog und Heike Riesterer für das Kolleg St. Sebastian Stegen hin. Zwei Sekunden langsamer waren die Jungen der Realschule Titisee-Neustadt in der Besetzung Andreas Hog, Matthäus Fehrenbach, Janosch Brugger und Marcel Klump. Zweite und Dritte wurden bei den Mädchen die Realschule Titisee-Neustadt und die GHS St. Märgen, bei den Jungen die Realschule Kirchzarten und die GHS St. Märgen.
"Es klappt hervorragend", sagte Sportlehrer Thomas Zipfel als "Jugend trainiert"-Beauftragter auf Kreisebene gestern nach dem gelungenen Wettkampf über die Zusammenarbeit mit den örtlichen Sportvereinen. In Saig hatte der SV Kappel unter Regie von Franz Wehrle mit seinen acht Helfern und drei Lehrkräften der Sommerbergschule Lenzkirch sehr gute Arbeit geleistet. Dabei hatte die kurzfristige Verlegung von Mühlingen nach Saig wegen des Neuschnees zusätzlichen Aufwand beschert. Betrübt ist Zipfel allerdings darüber, dass einige wenige Schüler nicht starten durften, weil Eltern befürchteten, ihr Kind verpasse an diesem einen Tag zu viel Unterricht. "Nachteile in der Schule dürfen nicht sein", stellt Zipfel klar. Wichtig sei aber auch, dass junge Menschen bei diesem "Teil von Schule" einmal ein "anderes Umfeld erleben" und den Teamgedanken ganz unmittelbar erfahren.
Autor: Annemarie Zwick


