Mit barockem Hochaltar aus Holz

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Mi, 12. September 2018

Breitnau

BZ-SERIE HOFKAPELLEN IM HOCHSCHWARZWALD: Die kleine Kapelle am Hohwarthof in Breitnau.

BREITNAU. Fährt man von Breitnau ins Hinterdorf, so ist die kleine Kapelle am Hohwarthof nicht sofort auszumachen, obwohl sie nahe der Straße steht. Fährt man aber auf den großen Hof der Familie Christian Riesterer, geht kein Weg an dieser Hofkapelle vorbei. "Gebaut wurde sie im Jahr 1904", berichtet der Landwirt, der seinen elterlichen Hof im Vollerwerb führt. "Viel weiß ich aber nicht über unsere Kapelle, vieles geht im Laufe der Jahre verloren."

Im Inneren der rund zwölf Quadratmeter großen Kapelle ist allerdings eine Schrifttafel zu finden, auf der auf die Geschichte des Hofes und seiner Kapellen eingegangen wird. Im Jahr 1690 ging danach der Hohwarthof wie 13 weitere Höfe im Hinterdorf in Flammen auf, wurden bei einem Gefecht zwischen den Franzosen und Kaiserlichen Truppen zerstört. Doch schnell wurde der Hof an gleicher Stelle neu erbaut, rund 100 Jahre später dann eine erste Hofkapelle aus Stein errichtet. "Weshalb die Kapelle gebaut wurde, weiß man tatsächlich nicht mehr", sagt Christian Riesterer.

Und auch die handschriftliche Information im Kircheninneren gibt darüber keine Auskunft. Neu gebaut wurde die Kapelle 1904 durch das Bauernpaar Stephan Waldvogel und Wilhelmine Riesterer, die sich dabei mit ihren Anfangsbuchstaben über dem sandsteinernen Türsturz mit "19 St. W. – W. R. 04" verewigten. Eine Renovierung ließ August Riesterer, der Vater Christian Riesterers, 1985 folgen. In der kleinen Kapelle mit vier Sitzbänken steht ein wunderbarer barocker Hochaltar aus Holz, der täuschend marmorfarben gestaltet wurde und mit einem Altarbild geschmückt ist, das die Todesangst Jesu am Ölberg zeigt. Darüber angebracht ist ein Strahlenkreuz mit dem Auge Gottes, das auf die Dreifaltigkeit hinweist.

Ergänzt wird der kleine Altar durch die Figuren des Schmerzhaften Herz Jesu und des Schmerzhaften Herz Maria. Ein frischer Blumenstrauß ergänzt das Bild. Wunderbar gestaltet ist zudem die Holzkassettendecke. Ein spitzer Holzreiter, in dem die kleine Glocke untergebracht ist, findet sich auf dem pfannengedeckten Dach. Die Glocke wurde von Otto Koch aus Freiburg gegossen und bei der Neuerrichtung 1904 in den Glockenturm verbracht.