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30. Juni 2012

Brennet: Sozialplan unterschrieben

Werke in Wehr und Brennet werden zum Jahresende stillgelegt / Transfergesellschaft beginnt am Montag.

  1. In mehreren Schritten wechseln die Beschäftigten der Brennet GmbH bis Jahresende in eine Transfergesellschaft. Trotzdem kam es noch zu einigen betriebsbedingten Kündigungen. Foto: Michael krug

WEHR. Die Ungewissheit hat ein Ende: Gestern Mittag unterschrieben die Geschäftsführung der Brennet GmbH sowie der Gesamtbetriebsrat den Sozialplan und einen Interessensausgleich. Basis ist die vollständige Stilllegung der Werke Wehr und Brennet bis zum 31. Dezember. Fakt ist jetzt auch die Einrichtung einer Transfergesellschaft. Damit kann ein erster Teil der rund 300 Beschäftigten ab kommenden Montag dorthin wechseln. Der Rest der Belegschaft wird das Werk bis Ende des Jahres abwickeln. In fünf Schritten erfolgen die Entlassungen. Die Geschäftsführung war für eine Auskunft nicht zu erreichen.

Damit ist die Geschichte des traditionsreichen Textilunternehmens besiegelt. Nach Auskunft von Michael Schubert, Freiburger Fachanwalt für Arbeitsrecht, der die Belegschaft in den Verhandlungen vertrat, hatten 94 Prozent der Mitarbeiter den dreiseitigen Vertrag über den Übertritt in die Transfergesellschaft Gedis/Müllheim bis Mittwoch dieser Woche unterschrieben.

Deswegen, so Schubert weiter, mussten "nur noch wenige betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden". Laut Auskunft des IG-Metall-Beauftragten Thomas Wamsler sind in dem Sozialplan Abfindungszahlungen "weit nach hinten geschoben". Wie viele der etwa 300 Beschäftigten zum Juli in die Transfergesellschaft wechseln, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen.

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Die Zahlen schwanken zwischen etwa 100 und 170 Beschäftigte. Sicher ist, dass dies eine erste Welle darstellt. Weitere Entlassungen stehen zum August, September und zum Jahresende an. Solange werden die beiden Werke in Wehr und Brennet abgewickelt, Restaufträge abgearbeitet und Lagerbestände verkauft.

Verhandlungen zogen sich über Wochen hin

Wochenlang hatten Betriebsrat und Geschäftsführung über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan verhandelt. Am 6. Juni hatte der Betriebsrat das Papier schließlich unterzeichnet. Die Geschäftsführung wollte aber zuerst mit den Banken, Kunden und Lieferanten die Umsetzbarkeit klären. Eines der Gespräche mit den Banken fand am Dienstag dieser Woche statt. Gestern Mittag dann stimmten beide Seiten der Vereinbarung zu.

Die Unterzeichner bekommen jetzt die Möglichkeit, für eine gewisse Dauer (abhängig von der Kündigungsfrist, längstens aber für ein Jahr) in einer Transfergesellschaft weiterbeschäftigt zu werden. Dort erhalten sie Transferkurzarbeitergeld von der Arbeitsagentur, das die Brennet GmbH aufstocken will.

Geschäftsführer Stephan Denk hatte im Laufe der zähen Verhandlungen angedeutet, dass dies bis zu 95 Prozent des ursprünglichen Monatslohns gehen könne. Ursprünglich war auch geplant, dass jeder, der frühzeitig eine Stelle findet, für seine restliche Kündigungsfrist eine Prämie von 500 Euro je Monat bekommt. Das soll die Arbeitssuche beschleunigen. Ob diese Regelung immer noch Bestand hat, konnte am gestrigen Tag niemand bestätigen.

Weitere Details über die Vereinbarung, etwa zu möglichen Abfindungen, wurden nicht bekannt. Dem Abschluss vorangegangen war eine Mediation, da die Fronten verhärtet waren. Stephan Denk hatte gegenüber dieser Zeitung angedeutet, dass Änderungen aus diesen Gesprächen in die Vereinbarung eingearbeitet worden.

Autor: Michael Krug


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