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04. Juli 2012 15:14 Uhr
Ex-Bayern-Profi
Breno zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt
Der ehemalige Bayern-Profi Breno muss hinter Gitter. Der 22-Jährige ist wegen schwerer Brandstiftung von einem Münchner Gericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.
MÜNCHEN. Am Ende entschuldigt sich Breno im Gerichtssaal "für diese Nacht" und bei allen, die davon betroffen waren: beim FC Bayern München, seiner Familie, seinen Kindern. Und auch beim Eigentümer des Hauses im Münchner Nobel-Vorort Grünwald, das in der Nacht vom 19. auf den 20. September 2011 bis auf die Grundmauern abgebrannt ist.
Doch die Entschuldigung nutzt dem 22-jährigen Breno Borges, Ex-Profispieler beim FC Bayern, kaum noch etwas. Das Landgericht München verurteilt ihn zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen schwerer Brandstiftung.
Dass der Brasilianer die Villa angezündet hat, in der er selbst mit Frau und Kindern zur Miete lebte, gilt für die Richter nach acht Prozesstagen als erwiesen. Der einstige Außenverteidiger hat sich in dem Verfahren immer demütig gezeigt – gestanden aber hat er nicht. Denn er könne sich an nichts mehr erinnern, sagte er.
Es ist der persönliche Totalabsturz, der auf den beruflichen folgt. Breno war nie glücklich in München, seit er im Alter von nur 18 Jahren vom FC Bayern aus São Paulo gekauft worden war. Zahlreiche Verletzungen setzten ihm zu. Wie schwer er psychisch angeschlagen und wie hoch sein Alkoholkonsum war, zeigte sich im Prozess immer deutlicher. Vor der Tat hatte Breno erhebliche Mengen an Bier, Portwein und Whisky getrunken. Zusätzlich hatte er nach eigenen Angaben das starke Schlafmittel "Stilnox" genommen. Die Tabletten habe er beim FC Bayern aus einem Medikamentenschrank genommen, so Breno. Dies führte am Mittwoch zu einer Durchsuchung bei dem Fußballverein. Die Ermittler stießen dabei auf einen unverschlossenen Tablettenschrank und einen "Stilnox"-Beipackzettel.
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Noch am Dienstag meinten Beobachter, dass es für Breno recht gut aussehe, dass er mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davonkommen könnte. Die Gerichtsmedizinerin attestierte ihm einen Alkoholpegel von bis zu 2,51 Promille in jener Nacht. Auch sagte sie, das Schlafmittel "könnte Halluzinationen hervorrufen". Man könne eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen, sagte ein Gerichtspsychiater vor dem Urteil. Breno sei eine noch "unreife Persönlichkeit", bei der es zu einer persönlichen Ausnahmesituation gekommen sei. Sein Verteidiger Werner Leitner plädierte für eine Bewährungsstrafe, die Staatsanwaltschaft dagegen für fünfeinhalb Jahre Haft.
Das Gericht erkannte die verminderte Schuldfähigkeit an und sprach auch von einer "krankhaften seelischen Störung". Allerdings: Durch den Brand habe Breno auch die Nachbarn in erhebliche Gefahr gebracht, zudem sei eine Million Euro ein hoher Sachschaden. Nun muss der Mann, der immer nur Fußball spielen wollte, hinter Gitter.
- Rückblick: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Breno
Autor: dpa



