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13. August 2012
Bahlinger SC
BSC stürmt in den Chefsessel der Liga
Wieder ein Auftaktsieg für den Fußball-Oberligisten Bahlinger SC / Diesmal "nur" ein 5:1-Heimerfolg gegen die Kickers-Reserve.
FUSSBALL. Der Bahlinger SC bescherte seinen Anhängern zum Oberligastart ein Déjà-vu-Erlebnis. In der vergangenen Saison stürmten die Kaiserstühler zum Auftakt mit einem fulminanten 11:0-Heimerfolg über den SV Illertissen an die Tabellenspitze, und nach dem samstäglichen 5:1 (3:1)-Erfolg im Kaiserstuhlstadion gegen die Stuttgarter Kickers II sitzen sie wieder im Chefsessel der Liga.
Die Gastgeber kamen sehr gut aus den Startlöchern, stürzten die Gäste von einer Verlegenheit in die andere, die so auch eine verdiente 3:0-Führung nach sich zog. Marco Waldraff (8.) mit einem tollen Freistoß, Benjamin Pfahler (10.) aus dem Gewühl heraus, und ein Kopfball von Michael Schlegel (21.) sorgten für zufriedene Mienen beim BSC-Anhang. Doch danach schienen die Bahlinger das "Fußballspielen vergessen zu haben", wie es später BSC-Coach Alexander Hassenstein kritisch bemerkte. Die "kleinen Blauen" aus Degerloch gaben nun die Richtung an, und nur Torhüter Timo Burgert verhinderte mit tollen Reflexen ein Gegentor. Kurz vor der Pause war der Ex-Untermünstertäler aber machtlos beim Schwabenstreich von Ramazan Kandazoglu zum 3:1.Werbung
Auch nach dem Wechsel das gleiche Bild. Die Kickers drängten auf den Anschlusstreffer, bissen sich jedoch an der BSC-Abwehr, insbesondere aber an Timo Burgert die Zähne aus. Der erste BSC-Wiederbelebungsversuch gelang dann Benjamin Pfahler (60.) mit einem raffinierten Heber an die Unterkante der Latte. Tor oder nicht Tor? Die einheimischen Spieler und Fans reklamierten vehement einen Treffer, doch Schiedsrichter Björn Vielberth ließ weiterspielen. Ein glückliches Händchen bewies Hassenstein danach mit der Einwechslung von Artur Fellanxa, der ihm dies gleich mit einem Doppelpack dankte. Zunächst nagelte er ein Zuspiel von Mike Enderle unters Lattenkreuz (73.), und keine drei Minuten später war er wieder zur Stelle, als Kickers-Torwart Mario Aller zu kurz abwehrte und der BSC-Angreifer keine Mühe hatte, den Endstand zu markieren.
Hassenstein hatte nach der Partie ein Sonderlob für seinen Torhüter parat: "In der Phase nach der 3:0-Führung muss ich mich bei Timo Burgert bedanken, der uns mit seinen Paraden im Spiel gehalten hat. Unter dem Strich ist der Sieg verdient, aber etwas zu hoch ausgefallen. Ich muss meiner Mannschaft dennoch ein dickes Kompliment machen für diesen hervorragenden Nachmittag." Zu den positiven Auswirkungen seiner Einwechslungen meinte der Fußball-Lehrer nur: "Wir brauchen nicht elf, sondern alle Spieler, das hat man gesehen. Wir konnten uns danach wieder etwas befreien."
Timo Burgert strahlte nach seinem gelungenem Pflichtspieldebüt mit der Sonne im Kaiserstuhlstadion um die Wette: "Am Donnerstag wusste ich, dass ich spielen werde. Ich bin froh darüber, denn in der Vorbereitung hatte ich Probleme mit der Achillessehne und konnte deshalb nicht richtig trainieren." Auf die Frage nach einer Stammplatzgarantie gab sich der 28-Jährige diplomatisch: "Das muss der Trainer entscheiden."
Ganz kurzfristig entscheiden musste sich auch Stuttgarts Co-Trainer Joachim Schlosser, den Posten als neuer Chefcoach der Kickers anzutreten. Ex-Trainer Björn Hinck hatte sich elf Jahre lang um die sportlichen Geschicke der Kickers gekümmert, nun bat er Ende der Woche wegen privater Gründe um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages. Schlossers’ Fazit nach seiner Bankpremiere: "Meine Mannschaft hat sich trotz des 0:3-Rückstandes nicht aufgegeben, war von der 20. Minute an bis zum 4:1 ebenbürtig. Doch die Bahlinger waren einfach effektiver. Tröstlich nur: Wir haben weniger Tore bekommen als im vergangenen Jahr der SV Illterissen."
Autor: Thomas Fehrenbach



