Bauprojekte werden deutlich teurer

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Fr, 31. August 2018

Buchenbach

Buchenbach vergibt Aufträge für Kindergarten und Gummenwaldhütte / Architekt verwahrt sich gegen Kritik des Bürgermeisters.

BUCHENBACH. Der Umbau des Kindergartens St. Josef in Unteribental wird wohl teurer als geplant. Angebote von Firmen liegen deutlich über den Kostenschätzungen. Auch im Nebengebäude der Gummenwaldhütte soll gebaut werden, dort gibt es einen Wasserschaden. Auch dort wird es wohl teurer. Der Gemeinderat Buchenbach traf sich deshalb außerplanmäßig, um über die Vergabe der Gewerke zu entscheiden. Wegen der gestiegenen Kosten kam es im Rat zu Diskussionen.

Die Erläuterungen der Verwaltung machten deutlich: die den Ausschreibungen zu Grunde gelegten Kostenschätzungen durch die PGT Planungsgruppe und das Architekturbüro Martin Götz weichen teilweise erheblich von den Angebotssummen der Firmen ab.

Bürgermeister Harald Reinhard wies darauf hin, dass sich im Verlauf der Planungsphase einige kostentreibende Veränderungen ergeben hätten. Diese seien zum Zeitpunkt der Kostenschätzungen nicht bekannt gewesen. Er übergab dann dem bei beiden Projekten federführenden Architekten Martin Götz das Wort zur näheren Erläuterung. Reinhard hob hervor, dass Götz extra für diesen Termin seinen Urlaub unterbrochen habe und dies noch an seinem Geburtstag.

Laut Götz seien beim Kindergarten in Unteribental Umplanungen erforderlich geworden. Zum Beispiel durch eine Verlegung der Sanitärräume in die direkte Nähe der geplanten Kleinkindergruppe. So soll die Nutzung in einem anderen Gebäude vermieden werden, was wegen der Aufsichtspflichten Personal gebunden hätte. Dies und noch andere Planungsoptimierungen durch zusätzliche Wünsche habe bei den Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Dämmarbeiten zu einer Kostensteigerung von geplanten 21 000 Euro auf annähernd 54 000 Euro geführt. Für die Fenster-, Türen-, Sonnenschutz- und Schreinerarbeiten sei nur ein Angebot über rund 41 000 Euro gegenüber geschätzten 22 600 Euro eingegangen. Daraufhin wurde die Ausschreibung aufgehoben und eine Buchenbacher Firma in freihändiger Vergabe zu einem Angebot aufgefordert. Das ist allerdings mit rund 48 000 Euro noch höher ausgefallen. Bei den Elektroinstallationen hätten neue Vorschriften für Verteilerkästen und die schwierige Verlegung von Leitungen durch einen Kriechkeller von 60 Zentimeter Höhe zu einer Verteuerung geführt. Statt der geschätzten 8500 Euro liegt das Angebot bei 18 000 Euro.

Räte distanzieren sich von Einlassung des Bürgermeisters

Beim Nebengebäude der Gummenwaldhütte seien die Kosten für die kältetechnische Anlage zwar von geplanten 9500 Euro auf rund 17 000 Euro gestiegen und bei der Einrüstung von 1800 Euro auf rund 7000 Euro. Dafür seien die Kosten aber bei den Zimmer-, Dachdecker- und Blechnerarbeiten von 46 500 Euro auf 37 000 Euro gefallen, so Götz. Eine weitere Kostensteigerung bei den Elektroinstallationen in Höhe von rund 10 000 Euro werde durch eine Kostenverringerung bei den Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Dämmarbeiten von rund 11000 Euro ausgeglichen.

Bürgermeister Reinhard warb zu Beginn der Aussprache für die Vergabe der Gewerke auch unter den veränderten Umständen, damit der Baubeginn nicht verzögert werde. Die Räte bedauerten die Entwicklung, mögliche Einsparungsvorschläge wurden erwogen, sie beschlossen aber letztlich überwiegend einstimmig oder mit großer Mehrheit die von der Verwaltung vorgelegten Vergaben.

Bürgermeister Reinhard ergriff nun erneut das Wort und bezeichnete den Verlauf der Planung als einmaliges Ärgernis, dass sich nicht wiederholen dürfe. Er forderte Architekt Götz zu mehr Sorgfalt bei Kostenvoranschlägen auf, weil er sonst, wenn man die Kostensteigerungen hochrechne, "die Gemeinde in den Ruin führe". Götz verwahrte sich in seiner Antwort entschieden gegen diesen Angriff, verwies auf den von ihm dargelegten Entwicklungsverlauf und stellte das bisherige Vertrauensverhältnis zwischen seinem Büro und der Verwaltung infrage. Gemeinderat Markus Millen distanzierte sich von Reinhards Vorwurf und lobte die bisherige Arbeit des Büros Götz für die Gemeinde. Der Bürgermeister spreche hier nicht im Namen des Gremiums. Ihm folgten in ähnlicher Weise die Räte Matthias Riesterer und Otmar Winterhalder.