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04. Juni 2010

Bogenholz im Höllental

Förster Helmut Schlosser gelang die Naturverjüngung von seltenen Eibenbäumen.

  1. Früchte der Eibe Foto: sylvia pabst

  2. Förster Helmut Schlosser zeigt auf stattliche Eiben. Foto: K.  scherfling

BUCHENBACH. Bogenbauer legen schon mal ein paar hundert Euro für ein Stück Eibenstammholz hin. Denn diese Baumart ist äußerst selten geworden. Im Höllental trifft man auf gut 150 stattliche Eiben, die Revierförster Helmut Schlosser im Laufe seines langen Berufslebens gehegt und gepflegt hat.

Der Wanderer wird kaum auf diese Bäume aufmerksam, da sie vom Aussehen her den Tannen ähneln. Aber ihre Nadeln sind viel dunkler, und spätestens wenn die Bäume die roten Früchte tragen, fällt der Unterschied auf. Dann mag sich der Eine oder Andere daran erinnern, dass er diese "Beeren" schon in Parkanlagen gesehen hat. Dort wachsen Eiben buschförmig und bilden keinen geraden Stamm.

Der lateinische Name Taxus bezieht sich auf das griechische Wort Bogen und verweist auf eine Eigenschaft des Eibenholzes, die schon vor Jahrtausenden erkannt wurde: Aus Eibenholz kann man hervorragende Schießbögen fertigen. Auch "Ötzi" trug vor 5200 Jahren einen Eiben-Bogenstab bei sich. In der Bronzezeit wurde die Eibe umfangreich zum Bau von Pfahlbauten verwendet und so wurde sogar von einer "Eibenkultur" gesprochen.

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Heute gehört die Eibe zu den seltensten einheimischen Baumarten. Wie Förster Schlosser erklärte, wird die Zahl wilder Eiben in Baden-Württemberg auf 6000 geschätzt. Das Vorkommen im Höllental gehört mit zu den größten im Schwarzwald. Der auffällig gerade und wipfelschäftige Wuchs ist für Experten ein Indiz dafür, dass die Eiben hier in einer ursprünglichen Umgebung wachsen.

Dass es nicht viel von ihnen gibt, liegt vor allem am Wild. Besonders Rehe äsen die jungen Pflanzen und deshalb sei es das "Lebenswerk" von Förster Schlosser, dass in seinem Revier stattliche Eiben stehen, weil er das Wild konsequent bejage, sagte Forstamtleiter Hans-Ulrich Hayn. Eine wissenschaftliche Untersuchung des Bestandes hat ergeben, dass außer den 150 starken Eiben rund tausend jünger Eiben verschiedenen Alters vorhanden sind. Aktuell sei ein vergleichbarer Erfolg in einem natürlichen Eibenvorkommen nicht bekannt. Helmut Schlosser hofft, dass nachfolgende Forstleute den Wert des Bestandes erkennen und ihn pflegen

Autor: Karlheinz Scherfling