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04. Februar 2012

BZ-Interview

Der neue Buchenbacher Bürgermeister über seine Pläne

BZ-INTERVIEW mit dem künftigen Bürgermeister Harald Reinhard, der am Wahlsonntag mit Bierdeckel-Prognose nicht daneben lag.

  1. Harald Reinhard Foto: MARKUS  Donner

BUCHENBACH. Harald Reinhard, künftiger Bürgermeister von Buchenbach, freut sich auf seine neue berufliche Aufgabe im Dreisamtal. Er wird das Amt pünktlich zum 19. März antreten können. Sein bisheriger Arbeitgeber, die sächsische Stadt Kamenz, wird Reinhard von seinen Dienstpflichten als Kulturdezernent entbinden. Derweil hat der neue Bürgermeister in Buchenbach auch schon eine Wohnung gefunden, wie er BZ-Redakteur Markus Donner verriet.

BZ: Die Buchenbacher haben schon im ersten Wahlgang alles klar gemacht. Wie haben Sie den Wahlsonntag erlebt?

Reinhard: Der ganze Tag war für mich unwahrscheinlich aufregend. Aufgrund von vielen positiver Rückmeldungen, die ich von den Wählerinnen und Wählern vor der Wahl erhielt, hatte ich ein gutes Gefühl. Allerdings konnte ich dieses Stimmungsbild nicht zahlenmäßig einordnen. Am Samstagabend, als meine Tochter Julia bereits anreiste, haben wir beim Abendessen im Gasthof Adler versucht, das Stimmungsbild mit dem Legen von Bierdeckeln einzufangen. Denn im Nebenzimmer fand die Jahreshauptversammlung des Trachtenvereins statt. Die meisten Vereinsmitglieder, die an uns am Stammtisch vorbeigingen, wünschten mir viel Glück, andere wiederum haben sich mit einem normalen Gruß verabschiedet. Erstaunlich ist, dass unsere Prognose, die wir mit den 10 Bierdeckeln gestellt haben, fast mit dem Wahlergebnis übereinstimmte. Denn wir hatten zwei Stapel gebildet. Einen für ein positives und einen für ein negatives Votum. Mit 68,99 Prozent lagen wir bei unserer Einschätzung, die vom Adler-Wirt kritisch beobachtet wurde, wohl ziemlich gut.

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BZ: Wann, wo und wie haben Sie vom Wahlausgang erfahren?

Reinhard: Für mich war es eine große Unterstützung, dass meine Familie in meiner Nähe sein konnte. Wir waren während der Auszählung im Leseraum in der Sommerberghalle. Von Wahlbeobachtern hatte ich nach und nach die Ergebnisse von den einzelnen Wahllokalen mitgeteilt bekommen. Es war unwahrscheinlich spannend. Als ich das Ergebnis dann bereits vor der offiziellen Bekanntgabe erfahren habe, war die Freude riesig groß.

BZ: Die anschließende Wahlparty haben sie sichtlich genossen.
Reinhard: Diese Veranstaltung war dann für uns alle ein wunderschöner Abschluss dieses einmaligen Wahltages. Ich war davon überwältigt, dass über 800 Gäste und viele Vereine ihre Freude zum Ausdruck gebracht haben. An dieser Stelle sei noch einmal allen Vereinen gedankt, die mit Ihren Beiträgen ein so einmaliges Kulturprogramm dargeboten haben. Ein besonderer Dank gilt unseren Feuerwehrdamen und -herren, die an diesem Abend alle Gäste vorzüglich bewirtet haben.

BZ: Seit wann sind Sie wieder in Kamenz und wie hat man dort auf die Nachricht reagiert, dass Sie im Schwarzwald zum Bürgermeister gewählt worden sind.
Reinhard: Meinen Dienst in Kamenz habe ich am Dienstag wieder aufgenommen. Die Freude in Kamenz ist geteilt. Viele Kamenzer bedauern mein Ausscheiden.

BZ: Wie konnten Sie so schnell eine Wohnung finden? Wann werden Sie nach Buchenbach ziehen?
Reinhard: Bereits am Wahlsonntag hatten mir der Vorstand des Musikvereins und seine Gattin eine Wohnung angeboten. Am nächsten Tag konnte ich mich von der Wohnung, der schönen Lage mit herrlicher Aussicht überzeugen. Die Wohnung selbst werde ich einige Tage vor meinem Amtsantritt beziehen.

BZ: Wie gestaltet sich künftig der Kontakt zu Ihren Kindern?
Reinhard: Meine drei Kinder sind sehr selbständig. Fabian und Annika besuchen derzeit noch das Musikgymnasium in Weimar und kommen ohnehin nur vierzehntägig ins Frankenland, wobei Fabian im Herbst nach Graz zum Musikstudium gehen wird. Julia absolviert derzeit ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl. Hier ist die Entfernung nach Buchenbach sogar um rund 100 Kilometer kürzer als nach Kamenz. Meine Kinder unterstützen mich voll bei meinem Vorhaben und haben Verständnis, dass sich meine Freizeit künftig anders gestaltet.

BZ: Welche Erwartungen verbinden sich mit dem neuen Amt?

Reinhard: Ich denke, dass die Wählerinnen und Wähler in Buchenbach nach dem Wahlergebnis eine sehr hohe Erwartungshaltung haben. Ich bin davon überzeugt, dass ich diese aufgrund meiner vielfältigen Erfahrungen gut erfüllen kann.

BZ: Welche Ansprüche stellen Sie dabei an sich selbst?
Reinhard: Als parteiloser Bürgermeister ist es mein Ziel, mit allen politischen Akteuren zusammenzuarbeiten. Dabei ist mir der Gemeinschaftssinn wichtig, denn ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam sehr viel zum Wohle der Gemeinde Buchenbach erreichen können.

BZ: Werden Sie Zeit finden, auch vor der offiziellen Amtseinführung nochmals nach Buchenbach zu kommen?
Reinhard: Am Sonntag werde ich das Pfarrfest, eine Woche später den Zunftabend besuchen. Noch im Februar wird es ein Termin mit Herrn Bürgermeister Drescher, seinem Stellvertreter und Mitarbeitern der Verwaltung geben. Hier werden mir aktuelle beziehungsweise laufende Projekte vorgestellt.

ZUR PERSON: HARALD REINHARD

wurde mit 69 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister von Buchenbach gewählt. Der 46-Jährige ist noch bis zu seinem Amtsantritt am 19. März als Kulturdezernent in den Diensten der Stadt Kamenz/Sachsen. Er studierte an der Hochschule für Musik in München und an der PH in Ludwigsburg. An der Hochschule für Verwaltung in Kehl absolvierte er ein Kontaktstudium für Verwaltungsmanagement. Sechs Jahre lang gehörte er dem Gemeinderat in seiner fränkischen Heimatgemeinde Kirchheim an. Ferner dirigierte er 13 Jahre lang das "Projektorchester Würzburg". Harald Reinhard ist parteilos, geschieden, katholisch und hat drei Kinder im Alter von 12, 17 und 19 Jahren.  

Autor: bz

Autor: bz