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25. Februar 2009 14:36 Uhr

Alemanne-Stübli im Hansmeyerhof

E Fenschter fürs Alemannisch

Die Alemannische Mundart steht im Mittelpunkt einer Dauerausstellung, die im April im Heimatmuseum Hansmeyerhof in Buchenbach eröffnet wird. Gugga und Luegi zeigen den Besuchern, wo’s langgeht.

  1. Arthur Faller (links) hilft Klaus Poppen beim Aufbau der Ausstellung. Blickfang sind die beiden Figuren Gugga und Luegi. Foto: scherfling

  2. Der neue Aufkleber der Muettersproch-Gsellschaft Foto: priv

  3. Das legendäre Bäpperli aus dem Jahr 1975 ist noch immer aktuell Foto: karlheinz Scherfling

BUCHENBACH. "Klai, aber oho", sagt Klaus Poppen stolz über den neuen Alemannenraum, der zurzeit im Heimatmuseum Hansmeyerhof in Buchenbach eingerichtet wird. "Kumme go luege!", fordert ein Mädchen auf einem Plakat auf. Aber noch ist es nicht so weit. Am Samstag, 18. April, wird das "Mundart-Fenschter im Alemanne-Stübli" geöffnet. "Dann könne alli kumme, luege, läse, staune, schmunzle."

Es waren mehrere glückliche Umstände und interessierte Menschen, die zusammen ermöglichten, dass das Alemannisch eine repräsentative Unterkunft bekommt. Triebfeder ist Klaus Poppen, der jahrelang als Präsi der Muettersproch-Gsellschaft sich dafür einsetzte, dass Alemannisch hoffähig und identitätsschaffend ist. Legendär ist jenes runde blaue Bäpperli aus dem Jahr 1975 mit dem Hinweis "Bi uns cha me au Alemannisch schwätze", das in vielen Geschäften und Büros auftauchte und eine neue Begeisterung für die Mundart signalisierte. Der neueste Aufkleber der Muettersproch-Gesellschaft verkündet: "Europa der Regionen, un ’s Alemannisch mittedrin".

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Im Frühjahr 2008 gab es zum ersten Mal ein große Alemannisch-Ausstellung, die von der Freiburger Regionalgruppe in der Meckelhalle der Sparkasse organisiert wurde. Klaus Poppen fand in der Grafikschule, jetzt vereint in der Freien Hochschule für Grafik Design und Bildende Kunst Freiburg, den sehr aufgeschlossenen Dozenten Ralf Hagemann, der mit 20 Studenten in einer Projektarbeit zunächst zwei Leitfiguren entwickelte. "Kai Bollehuet-Maidli oder Oma, denn Alemannisch isch nit aldmodisch", sagt Klaus Poppen und verweist auf die zwei jungen Comicfiguren, die die Namen Luegi und Gugga bekamen. Sie führen den Betrachter durch die Ausstellung, die zum Hauptteil aus 45 großen Tafeln besteht. Auch diese Tafeln wurden von den jungen Grafikern entworfen mit der Vorgabe, nicht zu viel Text, damit der Betrachter nicht ermüdet.

Die Freiburger Gruppe baute auch einen riesigen Mundartcomputer, an dessen Front es blinkt und sich einiges dreht. In einem lustigen Dialog wird der Besucher nach seinen Mundartkennissen gefragt und bekommt am Schluss ein Diplom. Im Computer steckt übrigens kein Hightech-Prozessor, sondern ein echter Alemanne.

Nach der sehr erfolgreichen Ausstellung wollte Klaus Poppen die Exponate nicht einfach in der Versenkung verschwinden lassen. Da traf es sich bestens, dass in Buchenbach, wo Klaus Poppen wohnt, im Heimatmuseum Hansmeyerhof in den vergangenen Monaten der Stallbereich ausgebaut wurde und über dem Stall ein größerer Raum entstand, der ihm gerne für sein Alemanne-Stübli zur Verfügung gestellt wurde. Die Männer des Heimatvereins legten auch hier kräftig Hand mit an und gestalteten unter der niedrigen Decke einen ansprechenden Raum, in dem Klaus Poppen jetzt die Exponate platziert. Es sind nicht nur die Schautafeln, sondern auch eine Sammlung alemannischer Literatur, die der Alt-Präsi im Laufe der Jahre zusammengetragen hat und jetzt zur Verfügung stellt.

Vu Herdepfel, Spitzname un alemannische Noochbere

Was die Wissenschaft so alles über das Alemannisch zusammengetragen hat, lässt auch den eingefleischten Alemannen aufhorchen. Alemannisch wird in fünf Ländern gesprochen. Oft unterscheidet sich die Muettersproch in Nuancen schon von einem Ort zum anderen, aber es gibt auch Begriffe, die ganzen Regionen zugeordnet werden können, zum Beispiel Herdepfel, Grumbiere oder Boddabiere.

Eine lustige Schautafel zeigt, welche Spitznamen die Bewohner verschiedener Orte haben. Anschaulich werden die Alemannen im Elsass, in der Schweiz und in Vorarlberg vorgestellt. Fehlen darf auch nicht "der" alemannische Schriftsteller Johann Peter Hebel sowie eine ganze Reihe von Männern, welche in den vergangenen Jahrzehnten sich für das Alemannisch stark gemacht haben. Interessant ist auch eine Übersicht über die aktuelle Präsenz der Mundart in den Medien.

Karlheinz Scherfling

Heimatverein Hansmeyerhof: Auskunft Hauptstraße 20, 79256 Buchenbach, Telefon 07661/39650, www. hansmeyerhof.de;

Muettersproch-Gsellschaft: http://www.alemannich.de

Autor: Karlheinz Scherfling