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21. Januar 2012 17:35 Uhr

Bürgermeisterwahl in Buchenbach

Einer wirbt für seinen Wahlerfolg

In gut einer Woche wird in Buchenbach ein neuer Bürgermeister gewählt. Bei der Kandidatenvorstellung nutzte nur ein Bewerber die Chance, beim Wähler zu punkten: Harald Reinhard

  1. 600 Buchenbacher kamen zur Kandidatenvorstellung in die Sommerberghalle. Foto: Markus Donner

  2. Möchte Bürgermeister werden: Harald Reinhard Foto: Markus Donner

BUCHENBACH. Brechend voll war die Sommerberghalle am Freitagabend bei der offiziellen Vorstellung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 29. Januar. Rund 600 Buchenbacher wollten sich einen persönlichen Eindruck von den Bewerbern verschaffen, mussten jedoch mit einem einzigen Redner vorlieb nehmen: Harald Reinhard aus dem fränkischen Kirchheim.

Kandidat Bastian Remkes blieb der Veranstaltung fern, Mitbewerber Thomas Heiny hatte sich wegen der Beerdigung seiner Mutter entschuldigt. "Seiteneinsteiger" Joachim Heinrich befand sich zwar im Saal, hatte aber kein Rederecht, da er seine Kandidatur nicht innerhalb der Bewerbungsfrist angemeldet hatte und er somit auf dem Stimmzettel auch nicht ausgeduckt sein wird. Der Buchenbacher Hauptamtsleiter möchte sich durch handschriftlichen Eintrag seines Namens in die Freizeile von den Wählern zum Bürgermeister wählen lassen (die BZ berichtete).

Laut dem Wählerverzeichnis sind am kommenden Sonntag rund 2400 Einwohner dazu aufgerufen, den Nachfolger von Wendelin Drescher zu wählen, der nach 24 Jahren an der Verwaltungsspitze nicht mehr kandidiert. Jeder Vierte potenzielle Wähler nutzte die Gelegenheit, um die Bewerber in Augenschein zu nehmen. Dass es dann nur der Kandidat aus dem Fränkischen war, der ans Mikrofon trat, hob nicht gerade die Bedeutung der Veranstaltung als Instrument für die Wahlentscheidung. Dafür konnte der 46-jährige Kulturdezernent in der sächsischen Lessingstadt Kemenz freilich nichts. Im Gegenteil: Am Ende seiner Rede bedauerte er mit einem Seitenhieb auf die "Bewerberkultur" ausdrücklich, dass es dem Wähler aus erwähnten Gründen versagt blieb, einen direkten Vergleich zu ziehen.

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Begrüßung mit einem Händedruck

Damit alle gleich einen guten Eindruck von ihm bekommen, begrüßte Harald Reinhard jeden Buchenbacher gleich am Eingang in den Saal mit einem Händedruck. "Schön, dass Sie heute zur Bewerbervorstellung gekommen sind", gab sich der Aspirant für den Chefposten im Rathaus ohne Berührungsängste ganz konziliant und "volksnah". Drinnen hatte sich nach und nach der Saal bis auf die letzte Stuhlreihe gefüllt, so dass noch weitere Sitzgelegenheiten beigeschafft werden mussten. Dies kann als Zeichen gewertet werden, dass den Buchenbachern die Bürgermeisterwahl wohl alles andere als gleichgültig ist.

Gerne hätte man sich ein größeres Bewerberfeld gewünscht. Und mehr Zeit vor der Wahl, um die möglichen Nachfolger von Wendelin Drescher genauer unter die Lupe zu nehmen. Schließlich war die Stelle seit 11. November ausgeschrieben. Reinhard reklamierte für sich, immerhin seit Mitte Dezember auf mehreren Veranstaltungen den Kontakt mit den Bewohnern gesucht zu haben, auch wenn er dann erst am letzten Tag unmittelbar vor Ablauf der Frist seine Bewerbung abgegeben hat.

Bürgermeister Wendelin Drescher freute sich als Vorsitzender des Wahlausschusses über das große Interesse an der Veranstaltung und nutzte die Gelegenheit, den Bürgern nachdrücklich ans Herz zu legen, ihr Wahlrecht am kommenden Sonntag auszuüben. Vorsorglich erkundigte sich der Bürgermeister noch, ob sich Kandidat Remkes im Saal befinde. Wie zu erwarten, gab es auf seine Nachfrage keine Reaktion.

Somit war das Pult auf der Bühne frei für Harald Reinhard. 20 Minuten bekam er zugestanden - für die Rede und Fragen aus dem Publikum. Auf dieses Procedere hatte sich der Gemeindewahlausschuss verständigt. In exakt 17 Minuten hatte der Kandidat versucht, seine Motive für die Bewerbung, seine Persönlichkeit und die wichtigsten Punkte seiner kommunalpolitischen Einsichten und Absichten nahezubringen. Persönliche Stärken, fachübergreifende Erfahrungen und Kompetenzen, die Zusicherung, im Fall der Wahl den Hauptwohnsitz nach Buchenbach verlegen und den Ort gut nach außen präsentieren zu wollen, dazu die Aussicht, einen Bürgermeister mit "Visionen, Ideenreichtum und Überzeugungskraft" zu bekommen, waren rhetorische Bausteine des Kandidaten. Das Bekenntnis zur Vereinskultur, dem Erhalt der Land(wirt)schaft und die Zusicherung, der heimischen Wirtschaft samt Tourismus die notwendige Hilfestellung zu geben – Reinhard ereiferte sich in den relevanten Themen einer ländlichen Gemeinde, ohne dabei den Umwelt- und Klimaschutz oder das Entwicklungspotenzial als familienfreundlicher Ort auszusparen. Nicht zu vergessen eine Einschätzung zur Lösung des B-31-Konfliktes in Falkensteig.

Fünf Fragen noch, die es von Reinhard eiligst zu beantworten galt, dann war Schluss. Zum Anpfiff des im Fernsehen übertragenen Bayern-Bundesligaspiels, gleich nach der Tagesschau, waren die Buchenbacher wieder zuhause.

Autor: Markus Donner