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17. April 2012

Flammen schneiden Fluchtwege ab

Anspruchsvolle Übung: Wehren aus Buchenbach, St. Peter, Kirchzarten und das DRK proben den Ernstfall im Gästehaus Lindenberg.

  1. Welcher Atemschutzträger wann ins brennende Gebäude geht, muss vermerkt werden. Foto: monika rombach

  2. Großeinsatz auf dem Lindenberg bei St. Peter: Angenommen wurde ein Brand im Gästehaus. Foto: Monika Rombach

DREISAMTAL. Großalarm hat am Samstag um 15.09 Uhr die Meldung "Brand im Gästehaus Lindenberg" bei der Leitstelle Freiburg ausgelöst. Sie setzte mehr als 100 Rettungskräfte von Feuerwehren und eine DRK-Unterstützungseinheit des Kreisverbandes in Bewegung – um den Ernstfall zu proben.

Als Zuschauer verfolgten Kreisbrandmeisterstellvertreter Karlheinz Strecker und die beiden Bürgermeister Rudolf Schuler (St. Peter) und Harald Reinhard (Buchenbach), sowie Unteribentals Ortsvorsteher Christoph Frank die rund zweistündige Übung.

Weithin ertönten die Sondersignale aus dem Tal: Von Unteribental aus steuerten die Buchenbacher Einsatzfahrzeuge ab Gallishof den Lindenberg an. Dort trafen dann auch die Wehr aus St. Peter, die DRK-Unterstützungseinheit Sonderlagen und später die nachalarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr Kirchzarten ein. Bei ihrer Anfahrt auf den Lindenberg musste die Kirchzartener Drehleiter enge Kurven passieren und sich zentimetergenau an geparkten Fahrzeugen vorbei zum Einsatzort bewegen. Von einem "sehr wichtigen Objekt" und einer "extrem anspruchsvoller Übungsannahme" sprach deshalb auch der stellvertretende Kreisbrandmeister, Karlheinz Strecker. Das Haus Lindenberg liegt sehr abgelegen und die Rettungskräfte müssen einen langen Anfahrtsweg zurücklegen. Je nach Witterung muss der Einsatzweg sogar über Stegen-Eschbach erfolgen. Weitere Herausforderung: Das Gästehaus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kapelle Maria Lindenberg und zur Pilgergaststätte. "Der Brandweiher als offenes Gewässer und ein zusätzlicher Überflurhydrant garantierten aber eine hervorragende Wasserversorgung", erklärte Strecker.

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Die Kommandanten Lothar Schweizer und Manfred Ketterer hatten die Übung ausgearbeitet. Als Brandursache wurde ein Kurzschluss bei Wartungsarbeiten am Stromverteiler im Gästehaus Lindenberg angenommen. "Die beiden Techniker, so die Annahme, erlitten Rauchvergiftung und Brandverletzungen; nur einer konnte sich selbstständig aus dem Heizungsraum retten", sagte Manfred Ketterer. Rauch und Feuer schnitten auf den unterschiedlichen Stockwerken des mit Holzschindeln verkleideten Gebäudes den 19 Gästen des Hauses jeglichen Fluchtweg ab – auch sie mussten gerettet werden.

Buchenbachs jungem Einsatzleiter Armin Schweizer oblag die Koordination des Einsatzes in Zusammenarbeit mit der Führungsgruppe des Dreisamtals. Auf seinen Befehl hin standen viele Atemschutzträger bereit, die systematisch die Suche nach eingeschlossenen Personen im Gebäude aufnahmen – eine physisch und psychisch enorm belastende Aufgabe. Über die Drehleiter aus Kirchzarten wurden die Geretteten schließlich in Sicherheit gebracht, von den Helfern des DRK in Empfang genommen und von ihnen versorgt.

Das Gästehaus Lindenberg war in sechs Einsatzabschnitten – jeder mit einem Abschnittsleiter versehen – eingeteilt. Je nach Anforderung der anliegenden Rettungsarbeiten wurden den Abschnitten Wehrmänner und Helfer zugeteilt. Immer wieder sah man die Führungskräfte im Laufe der Übung in intensivem Austausch miteinander. Eine Wasserriegelstellung schützte von Anfang bis Ende der Übung die Lindenbergkapelle vor übergreifenden Flammen.

Die Gesamtübung wird in einer Nachbetrachtung mit Zug- und Gruppenführern und DRK-Einsatzkräften noch einmal aufgearbeitet, informierte Buchenbachs Kommandant Lothar Schweizer.

Autor: Monika Rombach