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26. Januar 2012

"Ich sah mich in der Pflicht"

Joachim Heinrich empfiehlt sich den Buchenbacher Wählerinnen und Wählern als Alternative zum offiziellen Bewerberfeld.

  1. Joachim Heinrich bei seiner ersten Wahlveranstaltung. Foto: Andreas PEIKERT

BUCHENBACH. Ein kurioses Vorwahlgeplänkel mussten die Buchenbacher in den vergangenen Wochen über sich ergehen lassen. Erst stellten sie fest, dass gleich zwei der drei auf dem Wahlzettel ausgedruckten Kandidaten nie so richtig auftauchten und sich von jeglichen Wahlkampfaktivitäten verabschiedet haben. Dann – eine Woche nach Ende der offiziellen Einrichtungsfrist – überraschte plötzlich der langjährige Hauptamtsleiter mit seiner Ankündigung, als selbst ernannter Seiteneinsteiger in die Fußstapfen seines bisherigen Chefs treten zu wollen.

Der erste offizielle Wahlkampfauftritt von Joachim Heinrich lockte am Dienstagabend annähernd 100 Interessierte in das an diesem Abend viel zu kleine Gasthaus "Schlüssel". Etliche mussten stehen. "Ich sah mich in der Pflicht" und "das Wohl der Gemeinde liegt mir am Herzen" sagte Heinrich, als er in seiner Rede auf die verspätet abgegebene Bewerbung zu sprechen kam. Die Hintergründe für seine Entscheidung schilderte er im Gespräch mit der Badischen Zeitung so: Ausschlaggebend war das Schrumpfen des Bewerberfeldes durch den raschen Rückzug von Bastian Remkes und die sich abzeichnenden gesundheitlichen Probleme der Mutter von Thomas Heiny. Weil damit Harald Reinhard als einziger "ernsthafter Interessent" übrig blieb, so Heinrich, sei er nochmals in sich gegangen. Und habe sich nach reiflicher Überlegung und der uneingeschränkten Zustimmung seiner Familie entschlossen, den Schritt für eine Kandidatur als "Alternative für Buchenbach" anzugehen.

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"Respekt erwirbt man mit Persönlichkeit"

Im "Schlüssel" wies er darauf hin, dass seine nachträgliche Bewerbung mit etlichen Nachteilen verbunden sei. Ihm blieb das Rederecht bei der offiziellen Bewerbervorstellung in der Sommerberghalle verwehrt. Wer ihn wählen möchte, könne nicht einfach ein Kreuz hinter seinen Namen machen, sondern müsse ihn handschriftlich auf dem Wahlzettel ergänzen. Darüber hinaus sei ihm nur eine Woche geblieben, um während seines Urlaubs die Werbetrommel für die Bewerbung zu rühren.

Seine vom Blatt abgelesenen Ausführungen fokussierten sowohl kommunalpolitische Themen der vergangenen Jahre als auch Vorhaben, die er im Falle seiner Wahl angehen möchte. Mit Abstand die wichtigste Priorität habe die Realisierung des Falkensteigtunnels. Dabei ist er sich durchaus bewusst, dass die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten 345 000 Euro für erste konkrete Planungsschritte mit einem gewissen Risiko behaftet sind. "Sollte der Tunnel nicht kommen, ist das Geld weg. Diese Gefahr sind wir bewusst eingegangen. Es war der einzige Weg, den wir als Gemeinde gehen konnten".

In der anschließenden Fragerunde machte Heinrich keinen Hehl daraus, dass er auch im Falle seiner Wahl den bisher gepflegten Umgang mit seinen Kollegen im Rathaus beibehalten werde. "Ich bin mit allen per Du – und das wird auch so bleiben. Respekt erwirbt man sich mit Persönlichkeit. Das krieg ich hin".

Bekenntnis zur Windkraft

Man könne nicht aus der Atomkraft aussteigen, aber keine Windräder zulassen, meinte Heinrich, als er auf die Ausweisung möglicher Standorte für Rotoren auf Gemarkung Buchenbach angesprochen wurde. Beim Bau solcher Anlagen müsse der Gemeindeverwaltungsverband mit ins Boot genommen werden. Auf eine entsprechende Frage ließ er keinen Zweifel, dass er auch im Fall eines Wahlerfolgs seines Konkurrenten weiterhin das Amt des Hauptamtsleiters in Buchenbach ausüben werde. Die Lacher hatte ein Veranstaltungsteilnehmer auf seiner Seite, als dieser die Möglichkeit in Erwägung zog, bei einem Wahlerfolg Heinrichs den unterlegenen Mitbewerber als künftigen Leiter des Hauptamtes einzustellen.

Infos zu Joachim Heinrich auch im Internet unter http://www.heinrich-buchenbach.de

Autor: Andreas Peikert