Psychiatrie und Psychotherapie

Land unterstützt Neubau in Klinik Buchenbach mit 8,8 Millionen Euro

Markus Donner

Von Markus Donner

Sa, 22. September 2018 um 12:07 Uhr

Buchenbach

Es ist das derzeit größte Bauprojekt im Dreisamtal: der Neubau des Michaelhauses in der Friedrich-Husemann-Klinik Buchenbach. Das Land steuert nun 8,8 Millionen zur Finanzierung bei.

Mit so viel Geld reist Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer nicht alle Tage durch Südbaden. Am Donnerstag war das Ziel ihres Außentermins die Friedrich-Husemann-Klinik Buchenbach. Dort entsteht der Neubau des Michaelhauses mit 57 Planbetten. Der Rohbau des derzeit größten Bauprojektes im Dreisamtal steht kurz vor der Fertigstellung. Das Richtfest soll am 9. Oktober gefeiert werden. Das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie investiert 17 Millionen Euro ins neue Gebäude. Das Land steuert 8,8 Millionen zur Finanzierung bei.

Die Baukosten liegen bei rund 17 Millionen Euro

Olaf Meier, Geschäftsführer der Friedrich-Husemann-Klinik, empfing die Freiburger Regierungspräsidentin flankiert von den leitenden Ärzten und Mitarbeitern. Auch Bürgermeister Harald Reinhard sowie Fanny und Felix Ruch vom planenden Bad Krozinger Architekturbüro Ruch & Partner waren zur Übergabe des Förderbescheides des Landes Baden-Württemberg gekommen. "Ein solches Papier mit der Zusage von 8,8 Millionen Euro steckt man nicht einfach in ein Kuvert und schickt des mit der Post ab, das bringt man persönlich vorbei", sagte Bärbel Schäfer in der Empfangsrunde im Raphaelsaal.

Olaf Meyer sieht in der Förderung des Klinikprojektes die "Wertschätzung des Landes Baden-Württemberg für die Arbeit, die wir hier an den Patienten leisten". Das Geld werde helfen, die Finanzierung des neuen Michaelhauses zu schultern. Auf rund 17 Millionen Euro sind die Baukosten veranschlagt, die Außenanlage und die Schaffung von Parkplätzen eingeschlossen. Der dreigeschossige Neubau, der auf den Flächen des abgerissenen Michael- und Zedernhauses entsteht, bietet Raum für 57 Planbetten, die sich auf die beiden Stationen in den Obergeschossen verteilen. Im Erdgeschoss entstehen der Empfang, die Institutsambulanz sowie Funktions- und Nebenräume. Der Baukörper fügt sich in die bestehende Höhenstruktur ein. Seine Höfe öffnen sich zum Empfang auf der Westseite und zum Johanneshaus auf der Ostseite.

Bärbel Schäfer bezeichnete Buchenbach als einen "wichtigen Baustein in der Kliniklandschaft mit psychiatrischer und sogar anthroposophischer Ausrichtung". Die umfangreichen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Leistungen, die von den annähernd 200 Mitarbeitern erbracht werden, seien beachtlich. "Das geht oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit – daher: Hut ab!", sagte die Regierungspräsidentin. Respekt zollte sie auch dem gemeinnützigen Trägerverein: Eine Klinik zu betreiben, "ist so etwas wie die Quadratur des Kreises". Bei einem Rundgang konnte sich Bärbel Schäfer davon überzeugen, dass in Buchenbach in der Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen, Pflegenden und Therapeutenfundierte psychiatrische und psychotherapeutische Medizin zur Gesundung des Patienten praktiziert wird.
Friedrich Husemann (1887 bis 1959), der Begründer der Buchenbacher Fachklinik, war ein anthroposophischer Arzt der ersten Stunde und stand in engem Kontakt zu Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. Die 1930 im Wiesneck gegründete Klink gilt als das älteste anthroposophische Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in Europa.