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30. Januar 2012
Bürgermeisterwahl
KOMMENTAR: Buchenbach will Neubeginn
Wer hätte es gedacht: Buchenbach entscheidet sich mehrheitlich für Harald Reinhard. Der "auswärtige Kandidat" hat bei der gestrigen Bürgermeisterwahl den klaren Sieg eingefahren. Im ersten Wahlgang holt sich der 46-jährige Kulturdezernent aus Kirchheim das Amt. Das Nachsehen hat der "einheimische Kandidat", der ja offiziell gar nicht auf dem Stimmzettel stand. Die Buchenbacher wünschen einen Neubeginn im Rathaus. Einem, der bereits mit Stallgeruch und auf unübliche Weise ins Amt strebt, trauen sie offenbar nicht zu, völlig unabhängig von den bisherigen politischen Konstellationen ans Werk zu gehen. Bürgermeister Wendelin Drescher kann auf 24 Jahre im Amt zurückblicken. Joachim Heinrich als sein engster Mitarbeiter macht im Hauptamt einen tadellosen Job. Trotzdem wollen die Buchenbacher nun einen Bürgermeister, der frischen Wind in die Gemeinde bringt, dem es hoffentlich auch gelingt, das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Zentralort und Ortsteilen zu entzerren. "Die Alternative" zu Harald Reinhard gab es nicht. Bastian Remkes war vorzeitig abgetaucht, an der Ernsthaftigkeit der Bewerbung von Thomas Heiny, der seinen Wahlkampf auf einen einzigen öffentlichen Auftritt beim Bürgerstammtisch in Unteribental beschränkte, waren Zweifel angebracht. Die Buchenbacher erinnerten sich an die Zeit zurück, als mit Amtsinhaber Wendelin Drescher vor 24 Jahren noch weitere sieben Bewerber zur Auswahl standen. Die Aussicht, mit den von der Gemeindeordnung reich ausgestatteten Befugnissen eines Bürgermeisters beruflich noch einmal durchzustarten, hat für viele für ein solches Amt befähigte Personen an Reiz verloren. In Buchenbach musste schon beinahe befürchtet werden, dass es überhaupt keine Bewerber gibt. Und das in einer Gemeinde, die mit gesunden Strukturen aufwarten kann und auch noch landschaftlich höchst attraktiv ist. Um die Nachfolge von Wendelin Drescher hat sich in Buchenbach keiner wirklich Gedanken gemacht. Selbst bei den örtlichen Parteien war das Thema Bürgermeisterwahl nicht so recht angekommen. Ratlosigkeit allenthalben. Dem gestrigen Wahlsieger ist daraus kein Vorwurf zu machen. Auf ihn kommt es nun an, nach einem verfahrenen Wahlkampf die Rolle des Bürgermeisters in der ländlich geprägten Gemeinde auszufüllen. An ihn richten sich Hoffnungen und Erwartungen. Sie sollten nicht enttäuscht werden. Das eindeutige Wahlergebnis kann als Vertrauensvorschuss gewertet werden.
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Autor: Markus Donner
