In Rippolingen

Bürger vermissen Parkplätze beim Neubau

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

So, 20. Januar 2019 um 15:48 Uhr

Bad Säckingen

Das Baurechtsamt hat das Vorhaben in Rippolingen bereits genehmigt, weil rechtlich gesehen die Zahl der Park- und Stellplätze ausreicht.

Mit vielen anwesenden Bürgern aus Rippolingen startete die erste Ortschaftsratssitzung in diesem Jahr. Der Unmut über ein zuvor genehmigtes Bauvorhaben an der Bergstraße war groß. Simon David, zusammen mit Ruwen Faller Investor und Eigentümer der fd-Immobilien, stand Rede und Antwort.

Ortsvorsteher Friedrich Schupp ließ zahlreiche Bürger mitdiskutieren. Im Kern wird das Bauvorhaben wegen zu wenigen Park- und Stellplätzen auf dem Grundstück scharf kritisiert. Mit dem Parken auf der Straße werde der untere Teil der Bergstraße so erwartbar zur Engstelle, war die Mehrheitsmeinung der Bürger.

Investoren wollten mehr Stellplätze

Die Investoren wollten eigentlich drei weitere Stellplätze errichten. Das städtische Baurechtsamt aber legte fest, dass ein Spielplatz an dieser Stelle weiterhin nötig ist. "Aber in der Summe des ganzen Projektes sind die Stellplätze nachgewiesen", so Thomas Fischer, stellvertretender Ortsvorsteher, in seiner Beurteilung. Sechs Reihenhäuser im oberen Hangbereich und ein zweistöckiges Mehrfamilienhaus mit zurückgesetzter Attikawohnung direkt an der Bergstraße sind mit elf Garagen und sechs Stellplätzen genehmigt. "Wir wollten wirklich mehr errichten", gestand David ein. Zumal der geschäftsführende Gesellschafter der fd-Immobilien GmbH einräumte: "Die hätten wir natürlich gerne auch verkauft".

Jetzt wird davon ausgegangen, dass den zukünftigen Eigentümern oder Mietern ihre Stellplätze hinter den Reihenhäusern bergauf zur Verfügung stehen werden. "Wir sind nicht zufrieden mit der kommenden Parkplatzsituation", räumte Franz Stortz unumwunden ein. Für ihn gestaltet sich die Situation als ein Dilemma: einerseits bewusst einer Nachverdichtung im bestehenden Siedlungsraum zuzustimmen, andererseits jedoch die mangelnden Parkplätze vor Augen eher eine ablehnende Haltung einzunehmen. Storz enthielt sich der Stimme. Karin Butz-Laule opponierte bis zum Schluss gegen das Vorhaben und stimmte gegen das Bauvorhaben.

Der Ortsvorsteher bat schließlich um die Pro-Forma-Abstimmung im Rat. Schließlich ist die Baugenehmigung bereits erteilt worden. Dass weiterhin ein Spielplatz gleich gegenüber des Kindergartens vorhanden sein werde, mag ein Grund dafür gewesen sein, dass sich die Emotionen bei den Ortschaftsräten, aber auch bei den Bürgern im sachlichen Rahmen vollzogen. Parkplätze versus Spielplatz ist ein Sachverhalt, der häufiger auftritt. Simon David und Ruwen Faller als Eigentümer der fd-Immobilien projektieren übrigens auch in Wallbach eine große, zusammenhängende Wohnanlage.

Zwei weitere Bauvorhaben passierten den Ortschaftsrat Rippolingen anstandslos. Am Eduard-Mange-Weg ist ein Umbau geplant, der sich neben der neuen Dachgaube weitestgehend im Innengebäude abspielen wird. So zumindest war Fischer unterrichtet. Dem Anbau eines Balkons in einem Gebäude am Fluthweg stand nichts entgegen. Die Frageviertelstunde der Ortschaftsräte konzentrierte sich auf die Themen Hundekot und Mülleimerversorgung in Rippolingen sowie zu schnelle Fahrer. Da empfahl Schupp den Ratskollegen, "gelegentlich die Sitzungsprotokolle zu lesen". So können sich wiederholende Themen vermeiden lassen.