Freiburg

Bürgerumfrage zeigt, wofür die Freiburger mehr Geld ausgeben würden

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Fr, 14. Dezember 2018 um 17:31 Uhr

Freiburg

Kitas, Schulen und Wohnungsbau sind für Freiburgerinnen und Freiburger die Top-Themen dieses Jahres. Das geht aus der repräsentativen Bürgerumfrage 2018 hervor.

Die Ergebnisse, die das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung (ABI) am Donnerstag präsentierte, fließen in den Beteiligungshaushalt 2019/2020 ein. Geantwortet haben 2422 Bürger (40,5 Prozent Rücklauf). Deutlich geworden ist, dass die Ausweisung neuer Wohnbauflächen umstrittener ist als in den vergangenen Jahren (Zum Kommentar).

Alle zwei Jahre seit 1999 will das Rathaus von der Bevölkerung wissen, wie zufrieden sie mit den Angeboten ist und in welchen Bereichen die Ausgaben erhöht oder gekürzt werden sollten. Das soll der Gemeinderat berücksichtigen, wenn er den neuen Etat beschließt.

31 Themen gibt die Umfrage vor. Und meist sind die Menschen mit den Beschlüssen des Gemeinderats zum Haushalt einverstanden oder fordern gar höhere Investitionen. Kürzungen wünschen sie sich in sechs Bereichen. Das größte Einsparpotenzial sehen sie in der Wirtschafts- und Tourismusförderung: 39 Prozent wollen kürzen, nur acht Prozent würden mehr Geld ausgeben. Dabei kommt ein Index-Wert von minus 31 Prozent zustande. Auch bei Friedhöfen (-18), Theatern (-9), Museen (-6) und der Kulturförderung (-2) könnte gespart werden, wenn es nach den Bürgern ginge.
  • Mobilität/ Autoverkehr
    Bei der Mobilität sieht die Mehrheit ebenfalls Kürzungsbedarf. Mit Blick auf das Verkehrschaos im Frühjahr, als sich rund um die Stadt Staus bildeten und Parkhäuser überlastet waren, überrascht das Votum der Bürger für weniger Geld bei der Regelung des Autoverkehrs (-7). ABI-Leiter Andreas Kern klärt auf: Weil unter den Befragten viele Radfahrer gewesen seien und es das "klassisch, angespannte Verhältnis der Radler zum Autoverkehr" gebe, sei das Ergebnis zu erklären.
  • Investition in Bildung
    Die Belange von Kinder und Jugendlichen in der Stadt ist den Bürgern seit Jahren sehr wichtig. Für Instandhaltung und Bau von Schulen (+61), für Kindergärten und Kitas (+54) sowie für Betreuungsangebote (+48) und Treffpunkte für die Jugend (+33) soll ihrer Meinung nach mehr städtisches Geld ausgegeben werden.
  • Wohnungsbau und neue Flächen
    Der Wohnungsbau (+56) liegt in diesem Index insgesamt an zweiter Stelle, was den Wunsch nach höheren Ausgaben betrifft. Zudem äußern die Freiburger unter allen abgefragten Themen hier die größte Unzufriedenheit. Aber bei Modernisierung und Sanierung in Wohnvierteln (+29) und der Frage nach neuen Wohnflächen (+16) ist das Verhältnis nicht so klar. Viele Bürger sind dagegen oder für den jetzigen Zustand. "Das passt zur derzeitigen Stimmung in der Stadt", analysiert Andreas Kern. Die Zahlen zeigten, dass das Thema viel kontroverser diskutiert werde als früher.
  • Öffentliche Sicherheit/Ordnung
    Die Fragebögen wurden im Sommer ausgefüllt. Hätte die Erhebung im Herbst stattgefunden, betont Kern, wäre das Ergebnis wegen der Gruppenvergewaltigung und der Sicherheitsdebatte wohl anders ausgefallen. Das Thema war den Bürgern jedoch auch schon vorher wichtig und landete mit einem Indexwert von +35 hinter den Themen (Aus-)Bildung und Wohnungsbau auf dem fünften Rang. Finanzbürgermeister Stefan Breiter wies darauf hin, dass Freiburger mit Migrationshintergrund und Ausländer laut Statistik ein größeres Interesse an öffentlicher Sicherheit und Ordnung hätten als Freiburger ohne Migrationshintergrund.
  • Für ausländische Mitbürger
    Bei der Umfrage 2016 war es den Freiburgern noch deutlich wichtiger, dass es für die ausländischen Mitbürger städtische Angebote gibt. Diesmal ist der Wert hierfür von allen abgefragten Themen am stärksten zurückgegangen (von +26 auf diesmal nur noch +15).
Download: Die Ergebnisse der Bürgerumfrage gibt es zum Herunterladen