Aktive Frauen aus allen Berufen

Sigrid Umiger

Von Sigrid Umiger

Di, 14. März 2017

Buggingen

40 Jahre Landfrauen: Der Landfrauenbezirk Müllheim konnte sein Jubiläum feiern / Mehr Mitglieder als vor zehn Jahren.

BUGGINGEN-SEEFELDEN. Stimmgewaltig mitbestimmen ist das bundesweite Motto der Landfrauen. Aktiv sind längst nicht nur Bäuerinnen, sondern Frauen aus allen Schichten und Berufen. Obwohl die Anzahl der ländlichen Betriebe rückläufig ist, zählt allein der Landfrauenbezirk Müllheim heute 790 Mitglieder, 90 mehr als vor zehn Jahren. Mit dem Bezirkslandfrauentag feierten sie ihr 40-jähriges Bestehen in der vollbesetzten Winzerhalle in Seefelden.

Zum Bezirk Müllheim gehören sechs Ortsvereine, Ausrichter des Festes waren die Landfrauen aus Buggingen-Seefelden. Geleitet wird der Bezirksvorstand von Susan Fader aus Laufen und Annemarie Noll (Seefelden) als Nachfolgerin von Irmtraud Mattlin, die mit Lob und Dank verabschiedet wurde. Schriftführerin ist Ulrike Schelb (Münstertal), Rechnerin Sonja Pfeiffer (Seefelden). Verstärkt wurde das Team um zwei Beisitzerinnen, Carolin Höfler (Heitersheim) und Heike Nußbaumer aus Hügelheim.

"Wir machen mehr als guten Kuchen", betonte Susan Fader, und erklärte, dass sich die Landfrauen für gleichberechtigte Mitgestaltung und Mitsprache für Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen einsetzen. Unter den zahlreichen Gästen begrüßte Susan Fader auch Staatssekretärin Bärbl Mielich (Grüne), den CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, Vertreter aus dem Regierungspräsidium und Landratsamt sowie den Kreisvorsitzenden des Bauernverbandes, Michael Fröhlin, und "Bauern"-Pfarrer Hermann Witter.

Bürgermeister Johannes Ackermann gratulierte den Landfrauen zum Jubiläum und zu ihrer erfolgreichen Arbeit. Der Verband habe eine wichtige, politische Funktion als Sprachrohr für die Menschen und für Gemeinden im ländlichen Raum und als unermüdlicher Werbeträger für regionale Produkte, bei denen der Verbraucher stets wisse, wo sie herkommen.

Der starke Mitgliederzuwachs im Bezirk Müllheim belege die "sehr gute Arbeit" auch dank des Zusammenwirkens mehrerer Generationen, lobte Rosa Karcher, die Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden. Der Verband stehe für das Miteinander und Füreinander, für mehr Lebensqualität und Lebensfreude. Der ländliche Raum nehme in Baden-Württemberg 70 Prozent der Fläche ein, erklärte die Präsidentin. Deshalb fordere sie, dass die Stärkung der Landwirte ein Schwerpunkt der Landespolitik sein müsse. Die Landfrauen setzten sich für den Erhalt der Bauernhöfe und für eine nachhaltige Bewirtschaftung ein, denn, so Karcher: "Jeder einzelne Betrieb zählt." Den Verbrauchern legte sie ans Herz, Markenprodukte aus der Region zu kaufen.

Seit Jahren kämpfe der Landfrauenverband zudem vehement dafür, dass Frauen für gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie Männer erhalten. Aber leider sei es halt so, bedauerte Rosa Karcher: "Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet immer Ausreden."

Die Landfrauen wollen die Wertschätzung der heimischen Landwirtschaft und die regionalen Wirtschaftskreisläufe fördern, betonte Susan Fader und wies auf zahlreiche Fort- und Weiterbildungsseminare hin, mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken und sie zur Übernahme von öffentlichen Ämtern und bürgerschaftlichem Engagement zu motivieren. Als Referent erläuterte der Allgemeinmediziner Emanuel Jauch, wie leicht Wahrnehmungen täuschen können, was die Kommunikation erschwere.

Hervorragend eingerahmt wurde das Jubiläumsfest musikalisch von der Bergmannskapelle Buggingen und kulinarisch von einem gewohnt leckeren Landfrauen-Kuchen-Buffet. Und vor der Winzerhalle überzeugten Verkaufsstände von Selbstvermarktern von der Qualität ihrer eigenen Markenprodukte.