Bilder und Skulpturen

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Di, 21. August 2018

Buggingen

Ausstellung in Buggingen.

BUGGINGEN (fl). In der Galerie "Bild Skulptur" in Buggingen ist derzeit eine jahrhundertübergreifende Ausstellung mit Aquarellen von Hans Roth und Skulpturen von Roswitha Niedanowski zu sehen. Circa fünfzig Arbeiten von Roth, der zu den Pionieren der abstrakten Malerei zählt, werden damit seit langem erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Galerist Heinz Niedanowski führte anlässlich der Vernissage in die Werke der Künstler ein.

Hans Roth (1876 bis 1966) wurde in Wien geboren und besuchte dort von 1899 bis 1900 die Kunstakademie. Nach seinem Wechsel nach München folgten Studien bei berühmten Kunstprofessoren wie Gabriel von Hackl, Hans Hofmann und dem berühmten Tiermaler Heinrich von Zügel. Sein Lieblingslehrer wurde jedoch Adolf Hölzel, der "Vater der Abstraktion", der ihn in seine Schule in Dachau aufnahm. Es war die Zeit von Künstlergruppen wie "Der Blaue Reiter" oder "Die Brücke". Was Roth und Hölzel verband, war die Begegnung und die Auseinandersetzung mit der Farbe, mit ihren Kontrasten und Abstufungen. Das Ergebnis waren "von jedem Inhalt losgelöste Farb- und Formschöpfungen, die auf analytischer und harmonischer Gestaltung beruhen und so zum ungegenständlichen Kunstwerk führen".

Vor allem im Aquarell fand Roth die notwendige Freiheit für seine Kunst. Die Themenauswahl ist überraschend vielfältig: Landschaften, Blumen, Stillleben, Tiere, Figuren verraten einen virtuosen Umgang mit der Farbe. An die fünfunddreißig Aquarelle, alle älter als hundert Jahre, sind in der Galerie zu sehen. Ermöglicht hat die Ausstellung von Roths Exponaten Günter Roth-Glück.

Roswitha Niedanowski hat ihr Kunstobjekt, den Stein, zu ihrem Lieblingslehrer gemacht. Seit mehr als zwei Jahrzehnten legt die vielfach mit Preisen ausgezeichnete Bildhauerin ihren Schwerpunkt auf die Steinskulpturen, die in ihrer expressiv-figurativen Formenvielfalt sowohl Sinnenfreude als auch Besinnung vermitteln. Ihr Ziel dabei ist es aber auch, "ausgeprägtem Egoismus zu verhindern beziehungsweise einzugrenzen und die Funktionen des Steins sowie seine spannungsreichen Oberflächen zu verdeutlichen". Als "verdichtetes Universum" stellen die meist aus Italien stammenden Steinrohlinge – Quarzit, Granit, Marmor oder Sandstein – sie bei ihrer Arbeit vor faszinierende Herausforderungen. Ihr Credo ist: "Der Stein lebt". Sie arbeitet aber auch objekthaft mit Holz, Glas und Vergoldungen.

Die Ausstellung ist noch bis 2. September jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet – Gartenstraße 4 in Buggingen. Auch telefonische Vereinbarungen sind möglich unter Tel. 07631/63 31.