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17. Februar 2012 09:29 Uhr

Technischer Defekt

Gasalarm bei Pearl – Mitarbeiter entgehen knapp einer Katastrophe

Großalarm für die Feuerwehr in Buggingen: Wegen Gasalarms musste die Firma Pearl evakuiert werden. Aus dem Rohleitungsnetz war wohl aufgrund eines technischen Defekts hochgiftiges Ammoniak ausgetreten.

  1. Gasalarm bei Pearl: Die ganze Firma wurde evakuiert Foto: Volker Münch

  2. Gasalarm bei Pearl: Die ganze Firma wurde evakuiert. Foto: dpa

  3. Gasalarm bei Pearl: Die ganze Firma wurde evakuiert. Foto: Volker Münch

  4. Gasalarm bei Pearl: Die ganze Firma wurde evakuiert. Foto: Volker Münch

162 Mitarbeiter des Bugginger IT- und Software- Handelsunternehmens Pearl entgingen am Freitagmorgen knapp einer Katastrophe. Aus einer Klimaanlage waren mehrere Liter hochgiftiges Ammoniak ausgetreten. Spezialkräfte des Müllheimer Gefahrgutzuges dämmten zusammen mit Bugginger Feuerwehrleuten die Gefahr ein.

Gegen 7.30 Uhr schlug ein Mitarbeiter der Firma Alarm. Die Bugginger Feuerwehr zog sofort den Gefahrgutzug der Müllheimer Feuerwehr und Kräfte der Heitersheimer Nachbarwehr hinzu. Bei deren Eintreffen standen die 162 Mitarbeiter bereits im Freien. Einige Firmenangehörige klagten über Atembeschwerden, zwei wurden ins Krankenhaus gebracht. Es habe im Leitungssystem der Klimaanlage, die in einem eigenen Raum am Gebäudeäußeren untergebracht ist, ein Leck gegeben, erklärte der Pressesprecher des Unternehmens, Heiko Loy. Dieser Raum ist an den neu gebauten Hallenteil angegliedert.

Die Mitarbeiter wurden in der örtlichen Tennishalle untergebracht. Sie wurden dort von der entsprechenden Schnelleinsatzgruppe des DRK-Kreisverbandes betreut. Unklarheit bestand anfangs über die ausgetretene Menge. Während Feuerwehr und Polizei von etwa fünf Liter sprachen, nannte der Vertreter der betreuenden Fachfirma aus Freiburg eine Menge von etwas mehr als einen Fingerhut. Am Ende bestätigte sich die größere Mengenangabe. Die Ursache, die zu der Leckage geführt hat, muss noch untersucht werden.

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Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Alarm ermittelten Einsatzkräfte der Feuerwehr-Messgruppe in dem Raum, wo die Technik der Klimaanlage untergebracht ist, Ammoniak-Konzentrationen von rund 140 Parts per Million (ppm). Der Grenzwert beträgt 20 ppm. Im Firmengebäude selbst waren keine messbaren Konzentrationen mehr festzustellen. Zum Schutz der Mitarbeiter wurde auf Empfehlung der Feuerwehr das IFU-Institut in Heitersheim, das sich unter anderem mit Gefahrstoffen in Gebäuden befasst, für weitere Messungen hinzugezogen. Kurz nach 11 Uhr wurde bis auf die Versandabteilung das Firmengebäude freigegeben, so dass die meisten Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zurückkehren konnten. Durch den Stillstand sei ein spürbarer wirtschaftlicher Schaden entstanden, sagte Loy. Beziffern ließe er sich noch nicht.

Eine ähnliche Havarie gab es 2008 im Outlet Center der Firma Pearl in Auggen. Ebenfalls aufgrund eines technischen Defekts war aus der Klimaanlage Gas ausgetreten. Von 84 Personen mit Beeinträchtigung mussten acht stationär behandelt werden.

Am Freitag waren 60 Feuerwehrleute und 30 DRK-Mitarbeiter im Einsatz.

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Autor: Volker Münch