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05. Juni 2013

Gemeinde beteiligt sich

Die bereits 2005 von Buggingen beantragte Rebflurbereinigung wird jetzt realisiert.

  1. Das Rebenareal nordöstlich von Buggingen (oberhalb von Seefelden) wird flurbereinigt. Foto: Sigrid Umiger

BUGGINGEN. Seit vielen Jahren ist im Gewann Ebene, nordöstlich des Ortskerns Buggingen, eine Rebflurbereinigung geplant. Erster Schritt zur Realisierung ist der Anordnungsbeschluss. Der jedoch kann nur erfolgen, wenn die Gemeinde Buggingen als Partner mit im Boot ist. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einhellig.

Eine Regelung in dem kleinparzelligen Gebiet oberhalb des Rücklaufbeckens Wanne ist sinnvoll und notwendig, da die Winzer ihre Reben nur erreichen, in dem sie über Nachbargrundstücke fahren. Der von der Gemeinde im Jahr 2005 gestellte Antrag für die Flurneuordnung sei leider immer wieder zurückgestellt worden, erklärte Bürgermeister Johannes Ackermann. Inzwischen seien aber die Zuschüsse endlich bewilligt worden.

Das Gesamtprojekt ist mit Kosten von rund 82 000 Euro veranschlagt. Davon werden 60 bis 75 Prozent – mindestens 49 000 Euro – bezuschusst. Die Teilnehmergemeinschaft, die aus Landwirten und privaten Grundstückseignern besteht, beteilige sich mit 25 bis 40 Prozent, maximal 33 000 Euro, an den Kosten, informierte vom Landratsamt Freiburg, Fachbereich Flurneuordnung, der für Buggingen zuständige Projektleiter Gottlob Holzinger.

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Die Landesregierung sehe in der Flurneuordnung ein Instrument zur Verwirklichung ökologischer Ziele im Einklang mit kommunalen, sowie land- und forstwirtschaftlichen Belangen, so Holzinger. Um das vorrangige Ziel der Agrarstrukturverbesserung zu erreichen, müsse ein ökologischer Mehrwert erbracht werden. Dies sei Sache der Gemeinde. Buggingen müsse sich vor der Anordnung des Flurneuordnungsverfahrens verpflichten, ein Prozent der Verfahrensfläche (eventuell durch Zukauf) für ökologische Zwecke bereit zu stellen. Da die Gesamtfläche der Flurneuordnung 3,5 Hektar groß ist, werde die Gemeinde Buggingen für eine Fläche von 3,5 Ar in die Pflicht genommen, erläuterte Gottlob Holzinger.

Die Linienführung der künftigen Wirtschaftswege werden im Einvernehmen zwischen der Gemeinde und der Flurbereinigungsbehörde festgelegt. Daher sei die Kommune bei allen Planungen mit im Boot. Die Gemeinde Buggingen übernehme die Verkehrssicherungs- und Unterhaltungspflicht für die öffentlichen Feldwege, für Wassergräben, Rohrleitungen und für die Entwässerungseinrichtungen, erklärte der Projektleiter. Es müsse auf alle Fälle ein neuer Wirtschaftsweg angelegt werden, da der bestehende auf einer Böschung verlaufe, die immer mehr abzusacken drohe, so Holzinger.

Fragen aus dem Gemeinderat, ob der neu zu ordnende Flurbereich nicht abgerundet werden könne, beantwortete der Projektleiter damit: "Erweiterungen sind möglich, aber wir können keinen Eigner zum Mitmachen zwingen." Im Kostenplan enthalten seien die Entschädigungsleistungen für Winzer, die ihre Rebstücke vor dem Umlegungsverfahren roden müssen. Für junge Rebanlagen sei der finanzielle Ausgleich aber höher als für sehr alte, erklärte Gottlob Holzinger.

Der Gemeinderat stimmte der Übernahme der gemeinschaftlichen Anlagen und Rebwege, sowie der Einbringung einer 3,5 Ar großen ökologischen Fläche einstimmig zu. Zum weiteren Vorgehen erklärte der Projektleiter, im Juni sei der Anordnungsbeschluss geplant und im September die Wahl des Vorstandes der Teilnehmergesellschaft. Danach erfolge die Bestandsaufnahme, die im Jahr 2014 abgeschlossen werde, so Holzinger.

Autor: Sigrid Umiger