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17. Januar 2012

Kabarett im "Lustkurort"

Neujahrsempfang der Gemeinde Buggingen mit dem Schopfheimer Trio Zähnefletscher.

  1. Die Traditionsbrezel beim Neujahrsempfang in Buggingen zerschneiden Ortsvorsteher Bernd Richter, Bürgermeister Johannes Ackermann und sein Stellvertreter Reinhold Waldmann (von links). Foto: Sigrid Umiger

  2. Jennifer und Jessica Fetscher begeistern als „Zähnefletscher“. Foto: sigrid umiger

BUGGINGEN. "Boogie, Boogie – Buggingen" – so beschwingt wie am Sonntag war der Neujahrsempfang der Gemeinde Buggingen noch nie. Erstmals kam der Jahresrückblick nicht nur vom Bürgermeister, sondern auch kabarettistisch: Die Zähnefletscher aus Schopfheim begeisterten das Publikum.

Nach der musikalischen Eröffnung mit der Bergmannskapelle begrüßte Bürgermeister Johannes Ackermann in der Bugginger Festhalle nahezu 300 Gäste und den Ehrenbürger Horst Körkel. Im Vorjahr habe die Gemeinde 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen verbucht und mit einem erwirtschafteten Überschuss von 875 000 Euro die Rücklage auf 1,7 Millionen Euro erhöht, sagte ein erfreuter Bürgermeister. Gleichzeitig sei der Schuldenstand im Kernhaushalt auf 1,9 Millionen Euro gesenkt worden – und, so Ackermann: "Eine Kreditaufnahme in 2012 ist nicht vorgesehen." Investiert wurde eine Million Euro, beispielsweise in die Sanierung der Schul-Vereins-Sporthalle, die Erneuerung der Gartenstraße, die Verlängerung der Pearlstraße und in einen neuen Traktor für den Gemeindebauhof, woran Ackermann erinnerte. Größte Projekte in diesem Jahr seien der Neubau des kommunalen Kindergartens mit Kleinkindbetreuung in Seefelden und die Fortführung des Landessanierungsprogramms im Ortsteil Seefelden. Geplant seien Investitionen von insgesamt 1,9 Millionen Euro. Gut vorangeschritten seien auch die Planungen zum Neubau einer zentralen Sportanlage an der Bundesstraße 3. "Wir wollen spätestens Anfang 2013 mit dem Bau beginnen", kündigte der Bürgermeister an.

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Wenn alle Gäste zusammenrücken, werde es vielleicht warm in der maroden Halle, meinte Johannes Ackermann mit dem Hinweis, dass eine neue Gemeindehalle kein unwichtiges Zukunftsprojekt sei. Dann war die Bühne frei für Reinhold Fetscher und seine Töchter Jessica und Jennifer, dem aus Funk und Fernsehen bekannten Trio Zähnefletscher. Dieses überzeugte mit einer witzigen Mischung aus Kabarett, Livemusik und Parodie.

Die Festhalle im schönen "Lustkurort Bad Buggingen" sei "mehr barrack als barock", befand Reinhold Fetscher. Aber, im Gegensatz zu Wulff, dem Weichspülpräsidenten auf Bewährung, wisse der Bugginger Bürgermeister: "Wenn einem das Wasser bis zum Hals stoht, derf mer de Kopf’ nit hänge lo". Zur Wahlschlappe der CDU bei der Landtagswahl sangen die Komödianten das Kaktus-Lied auf "den kleinen, grünen Kretschmann". Kommentiert wurde neben dem Stresstest des Atommeilers Fessenheim – "alle halten dicht, nur der Reaktor nicht" – zur Freude der Zuhörer auch die Lokalpolitik. Zur Bugginger Frau des Jahres wählte das Zähnefletscher-Trio Susanne Schmidt, Sekretärin des Bürgermeisters, und zum wichtigsten Mann der Gemeinde, Bauhofmitarbeiter Walter Rüdlin. Einziger Nachteil von Johannes Ackermann sei dessen schwäbische Herkunft. Die Bundeskanzlerin sei hingegen nicht schwäbisch-geizig, sondern sogar tierlieb, denn: "Angela Merkel unterstützt die Krötenwanderung nach Griechenland." Dass die Fetschers so viel Zeit für ein tolles Programm haben, liege daran, dass alle drei von Beruf Lehrer seien, scherzte der Bürgermeister, als er dem Trio Geschenke überreichte.

Jeder Bürger dürfe und könne sich in die Gemeinde einbringen, appellierte Bürgermeisterstellvertreter Reinhold Waldmann, als er Johannes Ackermann die obligatorische Neujahrsbrezel übergab. Die Gemeinde Buggingen nehme eine sehr gute Entwicklung, was auch dem "jungen, dynamischen" Bürgermeister und seinen hervorragenden Mitarbeitern zu verdanken sei, lobte Reinhold Waldmann auch im Namen der Bürger und des Gemeinderats. Ein weiteres Lob galt dem Energieversorger Badenova, der für den örtlichen Krankenpflegeverein 500 Euro gestiftet habe, wie der Bürgermeisterstellvertreter informierte.

Neu war nicht nur das Kabarett, sondern auch das leckere Häppchen-Büfett. Auch das verkraftet der Haushalt laut Ackermann ohne Kreditaufnahme.

Autor: Sigrid umiger