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19. Februar 2011

Mappus bekräftigt die Zusagen

Land und Bahnchef beziehen in Buggingen und Bad Bellingen erneut Position zu den Forderungen der Region in Sachen Bahnausbau.

  1. Ministerpräsident Stefan Mappus (rechts) lauschte gestern am Bugginger Bahnhof sichtlich gut gelaunt Bürgermeister Johannes Ackermann und Bahnchef Rüdiger Grube (links) am Rednerpult. Foto: Sigrid Umiger

  2. Stuttgart 21 oder Baden 21? Mappus antwortete auf das Transparent in Bad Bellingen: „Beides“. Foto: Katharina Meyer

BUGGINGEN/BAD BELLINGEN. Versöhnliche Töne sind gestern beim Besuch von Ministerpräsident Stefan Mappus und Bahnchef Rüdiger Grube vor hunderten Menschen am Bahnhof von Buggingen und in Bad Bellingen angestimmt worden. Darin spiegelte sich wider, dass sich seit Anfang Februar beim Ausbau der Rheintalbahn einiges im Sinne der Region bewegt hat. Mappus bekräftigte die Zusage, die Rheintalbahn als Modellprojekt zu bauen – so, als ob es keinen Schienenbonus gäbe.

Die rund 500 Bürger am Bahnhof von Buggingen hatten jede Menge Zeit, die Traktoren vorzufahren, ihre Transparente anzubringen und sich die MUT-Käppchen aufzusetzen: Denn die Delegation, zu der auch Verkehrsministerin Tanja Gönner und Wirtschaftsminister Ernst Pfister gehörten, traf mit einer Verspätung von etwa einer halben Stunde in Buggingen ein. Die Wartezeit verkürzten die bereits anwesenden Politiker dem Publikum mit Motivationsreden. So lud Buggingens Bürgermeister Johannes Ackermann alle zu Freibier ein – freilich nur für den Fall, dass das Land die Bürgertrasse zusage. "Wir müssen verhindern, dass hier Wahlkampf gemacht wird", sagte Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon, der die Delegation statt dessen "festnageln" wollte. Friedlich, aber mit Nachdruck wolle man die Bahn aufs Gleis bringen, sagte Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Nach dem Eintreffen der Delegation stellte Ackermann die Forderung einer Bürgertrasse in gedeckelter Tieflage dar. Eine flächendeckende Verlärmung der Raumschaft dürfe es nicht geben, so Ackermann. Die Bahn plane eine Trasse in vier Meter hoher Dammlage, dazu kämen noch fünf Meter hohe Wände. Dies zerschneide landwirtschaftliche Bewirtschaftungsflächen.

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Mappus versprach, sich um eine Trassenvariante mit der größtmöglichen Zustimmung zu bemühen. Er halte sich an die Zusage seines Vorgängers Oettinger, dass das Land die Hälfte der Mehrkosten tragen werde. Nach der nächsten Sitzung des Projektbeirates im Sommer erwarte er erste Ergebnisse, die dann bewertet würden. Die Trasse soll Modellprojekt werden mit einem Lärmschutz, wie er ohne Schienenbonus vorgeschrieben wäre. "Das sage ich ihnen heute auch zu", sagte Mappus.

In Bad Bellingen hatten sich vor dem Rathaus rund 300 Menschen versammelt, selbst gebastelte Transparente gab es hier aber kaum zu sehen. Bürgermeister Christoph Hoffmann bekräftigte seine Forderung nach einer rechtsverbindlichen Zusage darüber, dass nachts keine und tagsüber nur im Notfall Güterzüge durch den Ort "rumpeln". Wenn nach 2012 noch Güterzüge auf der alten Rheintalbahn fahren sollten, werde man gerichtlich dagegen vorgehen, kündigte Hoffmann an.

Das Land habe gemeinsam mit der Bahn technische Lösungen möglich gemacht, mit denen man für die nächsten Jahre alle Züge nachts und tagsüber in den Tunnel bekomme, sagte Mappus dazu – und verabschiedete sich nach ganzen 15 Minuten im Kurort auch schon, der Helikopter wartete. Weils OB Wolfgang Dietz schlug, an Grube gerichtet, versöhnliche Töne an, gerade in Hinblick auf die letzte Sitzung des Projektbeirates: "Das Ergebnis des unter den bestehenden Umständen erreichten kann sich sehen lassen", befand er. Hoffmann schloss sich dem Dank an und Verkehrsministerin Tanja Gönner griff das Stichwort auf: Gerade für Bellingen habe man viel erreichen können – und man habe die Rechtsverbindlichkeit festgelegt. Die Zeit seit der Sitzung am 8. Februar sei aber zu kurz gewesen, um jetzt schon Handfestes mitzubringen.

Bahnchef Grube ergriff als Letzter das Wort. Nach genau 100 Tagen sei er wieder hier, wie von ihm zugesagt. Diese Verlässlichkeit solle auch in Zukunft der Stil der Bahn sein. "Wir wollen hier etwas errichten, das ihre volle Zustimmung findet." Nach diesen drei Sätzen endete Grube – es dürfte die kürzeste Rede an diesem langen Tag gewesen sein.

Autor: Sigrid Umiger und katharina Meyer