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20. Januar 2012
Wegen eines Busfahrer-Warnstreiks werden am Montag keine Will-Busse fahren
Wegen eines Busfahrer-Warnstreiks werden am Montag keine Will-Busse fahren / Auswirkungen auf die Schülerbeförderung / Kritik vom Fahrgastbeirat.
MARKGRÄFLERLAND. Rund 2500 Schüler aus dem Markgräflerland werden am Montag Probleme haben, zur Schule zu kommen – denn die Busfahrer der Firma Will Markgräfler Reisen werden am 23. Januar die Arbeit niederlegen. Die 21 Schulen, deren Schüler vom Streik betroffen sein werden, wurden von dem Mülheimer Busunternehmen per Fax informiert. In den Bussen selbst wird ebenfalls auf den Streik hingewiesen, damit Eltern reagieren und Fahrgemeinschaften bilden können. Und auch Berufspendler und sonstige Fahrgäste werden sich Alternativen zum Bus einfallen lassen müssen.
Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft Verdi nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden privaten Omnibusunternehmen Druck machen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Wobei Will-Geschäftsführer Mathias Heck sagt, dass sein Unternehmen eigentlich der falsche Adressat sei, da die von der Gewerkschaft aufgestellten Forderungen bei Will in weiten Teilen bereits erfüllt würden. Bei der Bezahlung und bei den Sonderleistungen liege Will über dem Tarif. Heck nennt zwei Ausnahmen: So gilt im Tarifvertrag, dass es als Jahresleistung 750 Euro gibt, was Will auch zahle, Verdi fordert nun ein volles Weihnachtsgeld. Auch sollen die Fahrer vom Arbeitgeber freigestellt werden, wenn sie an vorgeschriebenen Schulungen teilnehmen. Bei Will übernimmt das Unternehmen stattdessen die Kurskosten. Nach Ansicht von Heck würden die 30 Busfahrer von Will schlechter gestellt, wenn das Unternehmen die Verdi-Forderungen erfüllen und dafür auf eigene Sonderleistungen verzichten würde.
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Dass bei Will gestreikt wird, hat damit zu tun, dass hier 90 Prozent der Fahrer gewerkschaftlich organisiert sind. Deshalb kann die Firma auch keinen Ersatzverkehr einrichten – und nur darauf hoffen, dass es doch noch eine Tarifeinigung gibt.
Empört reagierte der Fahrgastbeirat Süd im Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) auf die Streikankündigung. In einer Mitteilung, in der "die vorsorgliche und umsichtige Informationspolitik" von Will gelobt wird, heißt es: "Vom angestrebten neuen Tarifvertrag sind mehrere Tausend Beschäftigte privater Busunternehmen im ganzen Land betroffen; der geplante Warnstreik aber betrifft Abertausende wehrloser Schüler, Berufspendler und sonstiger Fahrgäste im ÖPNV, auf deren Rücken dieser Tarifstreit ausgetragen werden soll." Bei allem Verständnis für manche Forderung der Gewerkschaft "müssen wir doch davor warnen, das Verständnis weiter Bevölkerungskreise für das verfassungsmäßig garantierte Streikrecht durch seinen übermäßigen Gebrauch vor allem in den Dienstleistungssektoren zu untergraben".
Schulleiter Heribert Hertramp hat am Markgräfler Gymnasium einen Elternbrief verfasst, damit sich noch Fahrgemeinschaften bilden können. Auch in anderen Schulen, etwa im Kreisgymnasium in Neuenburg und im Heitersheimer Schulzentrum, werden betroffenen Kindern Elterninformationen mitgegeben. Während es laut Schulleiterin Ulrike Uecker an der Johanniter-Realschule am Montag nicht ganz so tragisch ist, wenn Schüler später kommen, weil themenorientierte Projekte stattfinden, hat Heribert Hertramp ein Problem: Bei ihm sind in den ersten beiden Schulstunden Referendarsprüfungen angesetzt, für die unbedingt genug Schüler da sein müssen.
Autor: Andrea Drescher
