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17. September 2013

WAHL LOKAL: Was ist zu tun, um die regionale Willkommenskultur zu verbessern?

FRAGE AN DIE KANDIDATEN: Die alternde Gesellschaft braucht Zuwanderung, auch um den Fachkräftemangel aufzufangen. Sind Ihnen Zuwanderer willkommen?.

  1. Armin Schuster (52)CDUBundestagsabgeordneter Weil Foto: zvg

  2. Thomas Mengel Foto: XY

  3. Ina Rosenthal Foto: Rainer Kurzeder

  4. Foto: zvg

  5. Foto: zvg

ARMIN SCHUSTER

Vor Ort entscheidend

Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Unternehmern in unserer Region, dass der Fachkräftemangel hier schon angekommen ist. Auch deshalb sind uns zuwandernde Fachkräfte mehr als willkommen. Eine gute Willkommenskultur für gesteuerte Zuwanderung macht unser neues Modell Deutschland nur interessanter. Ob sich Zuwanderer willkommen fühlen, entscheidet sich vor allem vor Ort. Das haben unsere Kommunen erkannt. Im Bund haben wir in dieser Wahlperiode viel dafür getan, qualifizierten Fachkräften den Zuzug zu erleichtern, etwa bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und bei den Mindestverdienstregelungen. Noch keine Regierung hat in die Integration so viel Mittel investiert.

THOMAS MENGEL

Doppelte Staatsbürger

Ja! Wir brauchen Zuwanderung zur Lösung unserer akuten Probleme durch die alternde Gesellschaft. Von den Zuwanderern ist Integration zu fordern und zu fördern. Integration fordern heißt nicht, Zuwanderer zu zwingen, ihre Vergangenheit zu verleugnen, aber sehr wohl sich Kenntnisse der deutschen Sprache anzueignen. Integration zu fördern kann beispielsweise bedeuten, mit Organisationen von Zuwanderern zusammenzuarbeiten und Sprachkurse dort anzubieten. Allgemein ist eine bessere Zusammenarbeit von Deutschen mit Organisationen der Zuwanderer und von Zuwanderern mit deutschen Organisationen (Vereine etc.) anzustreben. Ich setze mich für die doppelte Staatsbürgerschaft ein.

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INA ROSENTHAL

Vielfalt ist ein Plus

Selbstverständlich. Wir als Gesellschaft profitieren nicht nur durch den demografischen Wandel von Einwanderern, sondern auch von der Unterschiedlichkeit der Kulturen, die sich sammeln, und neue Impulse in unsere Kultur einbringen. Vielfalt ist ein echtes Plus in allen Lebensbereichen. Einwanderung hinsichtlich des Fachkräftemangels braucht aber unsere besondere Aufmerksamkeit, da wir nicht tolerieren dürfen, dass Menschen aus anderen Ländern zu Dumpinglöhnen und unter katastrophalen Lebensumständen bei uns arbeiten, wie es zuletzt zum Beispiel im Bereich großer Schlachtereien publik wurde. Zuwanderung ist ein wertvoller Beitrag, um unser soziale Gesellschaft zu stabilisieren.

TILO LEVANTE

Angst vor Konkurrenz

Willkommenskultur müssen die Bürger vor Ort aktiv leben. Kultur kann nicht durch eine Regierung vorgeschrieben werden. Ich bin der Meinung, dass eine fehlende Willkommenskultur oft durch Ängste, etwa vor Konkurrenz, begründet ist. Deutschland ist künftig darauf angewiesen, junge Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben und zu integrieren. Damit sich Menschen hier willkommen fühlen, kann aber auch der Staat einiges tun: Das Angebot an Sprachkursen, auch für Ehepartner und im Ausland, ausbauen, Ansprechpartner, wie Stadtteilmütter, fördern, die Zuwanderern mit der Kultur und den Behörden helfen können. Schul- und Berufsabschlüsse müssen einfacher, aber auch korrekt anerkannt werden.
THOMAS GREIN

Teilhabe für alle

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Jahrzehntelang haben wir demografische Fakten geleugnet. Die Linke lehnt eine Migrations- und Integrationspolitik ab, die soziale und politische Recht danach vergibt, ob Menschen für die Wirtschaft nützlich sind. Wir wollen soziale und politische Teilhabe für alle hier lebenden Menschen, wollen die strukturellen Diskriminierungen beim Zugang zu Bildung, zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und zu sozialen Dienstleistungen beseitigen. Wir fordern die Wiederherstellung des Grundrechts auf Asyl und kämpfen gegen jede Form von Sondergesetzen wie die Residenzpflicht sowie gegen Sammellager. Die Linke richtet ihre Migrationspolitik nach Menschenrechten aus.

Autor: bz