Bußgelder für späte Böllerei

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 04. Januar 2018

Ortenaukreis

Feuerwerkskörper dürfen jetzt nicht mehr gezündet werden.

ORTENAU (BZ). Wer jetzt noch Böller und Raketen abfeuert, muss mit Bußgeldern rechnen: Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Kehl musste bereits zweimal aufgrund solcher Ordnungswidrigkeiten einschreiten, außerdem wurden mehrere Verwarnungen ausgesprochen.

Mit den Knallern werde Menschen und Tieren Angst eingejagt, begründet Nico Tim Glöckner, Leiter des Bereichs Bürgerservice, Sicherheit und öffentliche Ordnung, diesen Schritt. Die Mitarbeiter des Betriebshofs werden noch bis Ende der Woche mit der Beseitigung der Rückstände des Silvesterfeuerwerks beschäftigt sein: Man rechnet mit einem Müllaufkommen von 5,5 Kubikmeter.

Der Eindruck täuscht nicht: Das neue jahr wurde in Kehl mit deutlich mehr privatem Feuerwerk begrüßt als die Vorjahre – nicht nur der Marktplatz war übersät mit Resten von Feuerwerkskörpern. Frank Wagner vom städtischen Betriebshof führt dies auf die milde Witterung in der Silvesternacht zurück: Die Menschen seien länger draußen geblieben. Am Neujahrstag waren drei Mitarbeiter jeweils sechs Stunden lang mit der Grobreinigung der Stadt beschäftigt und damit, gefährliche Gegenstände wie Flaschen oder Glasscherben, zu beseitigen. Am 2. Januar gingen die Aufräumarbeiten mit 20 Mitarbeitern weiter. Allein in den beiden ersten Tagen des neuen Jahres sind dabei 140 Arbeitsstunden angefallen – zwei Kehrmaschinen waren sieben Stunden lang im Einsatz. Weil die Überreste der Böller und Raketen in der Silvesternacht auf regennasse Straßen fielen, überfahren oder zusammengetreten wurden und es in der Folgenacht erneut geregnet hat, galt es teilweise, eine pampige Masse von den Straßen zu kratzen. Zahlreiche Feuerwerk-Fans haben auch die Verpackungen der Feuerwerkskörper einfach auf Gehwegen, Plätzen und Straßen liegen lassen – der starke Wind am Neujahrstag hat diese dann weiträumig verteilt.

Zum ersten Mal hat der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt in allen Geschäften die Lagerung des Silvesterfeuerwerks kontrolliert. Während es keine Beanstandungen gab, wurden einem Jugendlichen die Feuerwerkskörper abgenommen und beschlagnahmt, weil er sie aufgrund seines Alters nicht besitzen durfte. Weil auch schon vor dem 31. Dezember Feuerwerk und Böller abgebrannt wurden, mussten unvernünftige Zeitgenossen verwarnt werden. In einem Fall, in dem Raketen vor einer Kirche gezündet wurden, wurde ein Bußgeld verhängt.

Weil das Abschießen von Feuerwerkskörpern ausschließlich in der Neujahrsnacht erlaubt ist, ergingen auch am 2. Januar Verwarnungen; in einem Fall wurde ein Bußgeld fällig. Der Kommunale Ordnungsdienstes wird nach wie vor verstärkt nach Menschen Ausschau halten, die immer noch Feuerwerk abbrennen. Werden Kinder beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern erwischt, bezahlen die Eltern ein Bußgeld von 50 Euro.

Größere Müllprobleme hat es laut Pressesprecher Wolfgang Reinbold hingegen in Offenburg nicht gegeben. Die Technischen Betriebe (TBO) hätten zügig gesäubert. Auch von zu spät gezündeten Böllern sei nichts bekannt geworden.