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28. März 2014 20:00 Uhr

Auszeichnung für regionale Unternehmen

BZ-Jobmotor 2013: Das sind die Gewinner

Was machen regionale Firmen, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen? Die Badische Zeitung prämiert in seinem Wettbewerb Jobmotor pfiffige Unternehmen. Dieses Jahr sind es sogar neun.

  1. Kostengünstig planen: Die Firma Carré, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  2. Online ins Konzert: Die Firma Reservix, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  3. Das Herz auf Trab bringen: Die Firma Vascomed, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  4. Mit dem Dienstrad auf Tour: Firma Leaserad, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  5. E-Mail für Dich: Firma Inxmail, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  6. Ein Stück Heimat bieten: Firma Julabo, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  7. Mit wenigen Klicks zum Ziel: Firma Re-Lounge, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  8. Pflegen statt rennen: Firma Hornbruch, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

  9. Sonderurlaub für Nichtraucher: Firma Hekatron, Preisträgerin beim BZ-Jobmotor 2013 Foto: Thomas Kunz

Wirtschaftlich geht es der Bundesrepublik aufs Ganze gesehen ziemlich gut. Während sich die meisten anderen Mitglieder der Eurozone mühsam aus der Rezession herausarbeiten, ist die deutsche Wirtschaft auch im Jahr 2013 gewachsen und hat viele neue Stellen geschaffen. Mit 42 Millionen Erwerbstätigen hat es einen neuen Rekordstand gegeben. Das widerlegt den oft gehörten Verdacht, es würden ständig Arbeitsplätze abgebaut. Das Gegenteil ist der Fall. Auch in der Region lief die Wirtschaft gut. Die 48 Firmen, die am achten Wettbewerb Jobmotor teilgenommen haben, haben 747 neue Stellen geschaffen (Fotos).

Problem: Stellenbesetzung

Während die Öffentlichkeit in erster Linie auf die Zahl der Arbeitslosen und die neu geschaffenen Stellen blickt, plagt viele Firmen ein ganz anderes Problem. Sie tun sich zunehmend schwer, Stellen zu besetzen. Die Organisatoren des Wettbewerbs Jobmotor tragen dem Rechnung. Neben die Firmen, die viele neue Stellen geschaffen haben, treten diejenigen, die mit guten Ideen im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter gefunden und ihre bewährten Kräfte an sich gebunden haben.

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Es ist allerdings ein Unterschied, ob ein kleiner Handwerksbetrieb neue Stellen einrichtet oder ob ein großer Industriebetrieb seine Belegschaft aufstockt. Auch haben große Firmen andere Möglichkeiten, um Mitarbeiter zu werben als kleine. Damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, wird der Preis deswegen in drei Kategorien vergeben: für Betriebe mit bis zu 19 Beschäftigten, für Betriebe mit 20 bis 199 Beschäftigten und für Betriebe mit 200 oder mehr Beschäftigten. Die neun Sieger werden im folgenden kurz präsentiert. Ausführliche Unternehmensporträts folgen in den kommenden Tagen.

Stellenzuwachs ausschlaggebend

Die Entscheidung über die Preisvergabe hat eine Jury getroffen. Bei dem Preis für die neu geschaffenen Stellen wurden sozialversicherungspflichtige Stellen gezählt, ob Teilzeit oder Vollzeit – auch Lehrstellen. Ausschlaggebend für die Platzierung war der absolute und der prozentuale Stellenzuwachs im vergangenen Jahr. Für die Preise für die besten Konzepte, Mitarbeiter zu finden und zu binden, hat die Jury die pfiffigsten Ideen unter den zahlreichen Einsendungen ausgewählt.

Organisiert wird der Wettbewerb Jobmotor, der 2006 ins Leben gerufen wurde, von der Badischen Zeitung, den Industrie- und Handelskammern Freiburg, Schopfheim, Villingen-Schwenningen, der Handwerkskammer Freiburg und dem Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (WVIB).

Die Aussichten für das laufende Jahr sind nicht schlecht. Zwar ist die Krise der Eurozone noch nicht ausgestanden. Doch das Wachstum ist nach Europa zurückgekehrt. Davon sollten auch die deutschen exportorientierten Firmen profitieren. Der jüngste Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex, eines der aussagekräftigsten Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft, zeigt allerdings auch die Risiken. Die Krise um die Ukraine sorgt für leichte Verunsicherung in den Firmen.

Insgesamt aber rechnet man in den Chefetagen und bei den Wirtschaftsforschern für 2014 mit besseren Geschäften. Mehr Aufträge und eine wachsende Produktion bedeuten aber auch, dass die Firmen vermehrt Mitarbeiter einstellen werden – sofern sie welche finden. Da sind gute Ideen gefragt, ganz gleich, wie die Konjunktur läuft.

Ein Blick auf die Sieger des Jobmotor kann Anregungen geben, wie man die begehrten Fachkräfte findet, sie auf sich aufmerksam macht und sie an sich bindet, wenn man sie gefunden hat.
Firma Carré

In Bleibach sitzt der erfolgreiche Architekt Klaus Wehrle. Er hat zum zweiten Mal in Folge einen Preis beim Wettbewerb Jobmotor gewonnen. Diesmal war er mit seiner Firma Carré siegreich. Dort werden von einem internationalen Architektenteam Industrie- und Bürogebäude geplant. Die Geschäfte laufen so gut, dass Wehrle neun Mitarbeiter neu eingestellt hat. Im vergangenen Jahr gewann Wehrle mit der Firma Regiowerk, die Wohnhäuser plant.

Firma Reservix

Online einkaufen liegt im Trend. Davon profitiert die Freiburger Firma Reservix. Mit ihrem Ticket-Verkaufssystem können Konzertbesucher sich den Platz im Saal selbst auswählen. Das kommt beim Publikum an, Umsatz und Mitarbeiterzahl wachsen. Mittlerweile beschäftigt Reservix 69 Mitarbeiter. 24 kamen allein 2013 hinzu. Nach zahlreichen privaten Veranstalter sollen im kommenden Jahr Gemeinden als Kunden gewonnen werden.

Firma Vascomed

Die Katheter des Medizintechnikherstellers Vascomed aus Binzen helfen bei Herzfehlern. Die neue Therapieform sorgt am Hochrhein für rasantes Wachstum. Die Zahl der neuen Mitarbeitern ist so stark gestiegen, dass Vascomed nach 2010 zum zweiten Mal einen Jobmotor gewonnen hat.

Firma Leaserad

Holger Tumat und Ulrich Prediger sind dabei, das Fahrrad als Dienstrad zu etablieren – mit dem gleichen Steuervorteil, den auch ein Dienstwagen bietet. Aber auch Firmen mit neuen Ideen müssen sich etwas einfallen lassen, um Mitarbeiter zu finden, selbst in der Fahrradstadt Freiburg. Die Firmengründer nutzten die Berichterstattung über das Fahrrad als Dienstrad, um sich als Arbeitgeber zu profilieren – preiswürdig.

Firma Inxmail

Auch Firmen, die in der modernen digitalen Welt ihr Geld verdienen, fliegen Mitarbeiter mit Fachkenntnissen nicht einfach zu. Sie wollen gefunden und umworben sein. Und dann mit die Chemie zwischen den alten und den neuen Mitarbeitern stimmen. Bei dem E-Mail-Dienstleister Inxmail aus Freiburg bestimmen die Mitarbeiter deswegen mit, ob Interessenten ein Jobangebot bekommen.

Firma Julabo

Weil Auszubildende des Seelbacher Regeltechni-Spezialisten Julabo ins Schwäbische zur Berufsschule müssen, hat die Firma dort eine Wohnung gekauft, damit dem Firmennachwuchs die Zeit in der Fremde nicht zu schwer fällt. Auch sonst lassen sich die Personalverantwortlichen des 400-Mitarbeiter-Betriebs einiges einfallen, um Mitarbeiter in den Ortenauer Luftkurort zu holen.

Firma Re-Lounge

Die Freiburger Agentur entwickelt Internet-Auftritte und kann nicht über Auftragsmangel klagen. Es ist aber nicht leicht, Mitarbeiter mit den speziellen Kenntnissen für dieses Arbeitsfeld zu finden – und dann auch zu halten. Das kleine Unternehmen hat deswegen eine breite Palette von Angeboten entwickelt, um den Beschäftigten die Arbeit so angenehm zu machen, dass sie Freiburg nicht gegen eine der großen Metropolen eintauschen wollen.

Firma Hornbruch

Die Pflege kranker und alter Menschen ist ein schwieriges und für die Pflegekräfte oft belastendes Feld. Mit einem offenen Konzept sorgt der Gundelfinger Pflegedienst Hornbruch für ein Betriebsklima, das die Mitarbeiter bei der Stange hält – und für Initiativbewerbungen von wechselwilligen Arbeitnehmern sorgt.

Firma Hekatron

Der Sulzburger Rauchmelderspezialist ist nicht zum ersten Mal unter den Siegern des Wettbewerbs. 2011 gewann das Unternehmen den Sonderpreis Energieeffizienz. Dieses Jahr wird Hekatron ausgezeichnet für ein eine ausgeklügelte Palette von Maßnahmen, Mitarbeiter an das zügig wachsende Unternehmen zu binden.

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Autor: weg