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15. Juni 2012 08:36 Uhr

Streit

Café im Augustinermuseum macht dicht – Vorwürfe gegen Stadtverwaltung

Im Zinnengarten wird der Cappuccino kalt: Das Café im Augustinermuseum schließt, der Pächter macht der Stadt Vorwürfe. Das Museum widerspricht und sucht Nachfolger.

  1. Im Augustinermuseum gibt es bald erst einmal keinen Cappuccino mehr. Foto: Ingo Schneider

Das Café im Augustinermuseum schließt nach weniger als zwei Jahren – zumindest vorläufig: Stadt Freiburg und Pächter Rüdiger Grabowski haben sich darauf geeinigt, ihren Vertrag vorzeitig aufzuheben. "Wir hören auf", bestätigt Grabowski auf Nachfrage, der 24. Juni sei der letzte Tag. Die Stadt als Eigentümerin des Museums möchte schnell einen Nachfolger finden: "Wir sind im Gespräch mit einem möglichen Pächter", sagt Tilmann von Stockhausen, der Leiter des Augustinermuseums.

Gastronom Grabowski, der auch das "Manna"-Café am Augustinerplatz betreibt, erhebt Vorwürfe gegen die Stadt: "Das Kulturamt hat es bis heute nicht geschafft, die vertraglichen Dinge zu regeln", sagt er. So fehle immer noch ein Lager- und Personalraum, auch gebe es in der Kulturverwaltung "keine geeigneten Ansprechpartner". Deshalb sei das Café für ihn nicht weiter wirtschaftlich zu betreiben, so Grabowski. Im Juli wird er das aktuell geschlossene Restaurant im Neuen Wiehrebahnhof übernehmen, die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter des Museumscafés blieben so erhalten, erklärt Grabowski: "Wir haben uns erst entschlossen im Museum aufzuhören, als wir eine Alternative hatten."

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Der Ausstieg des Pächters zu Beginn der Sommersaison sei eher überraschend gekommen, sagt Museumsleiter von Stockhausen: "Er hat uns relativ kurzfristig um einen Aufhebungsvertrag gebeten."

Nicht immer einvernehmliche Lösungen

Auch Stockhausen bestätigt aber, dass es gelegentlich Konflikte gab – etwa um die Nutzung des historischen Kreuzgangs: "Da ist es nicht immer gut gelungen, einvernehmliche Lösungen zu finden." Das liege aber nicht an Fehlern der Stadt, sondern an der besonderen Situation des Betriebs: "Mir fehlte beim Pächter ein wenig das Verständnis dafür, dass es sich um ein Café in einem Museum handelt – das dazu noch eine Baustelle ist." Auch bei Problemen habe die Stadt stets "großzügige Ersatzlösungen angeboten". Der neue Pachtvertrag werde voraussichtlich zunächst befristet für die Dauer des zweiten Bauabschnitts abgeschlossen, sagt von Stockhausen. Während der Bauarbeiten können die Sitzplätze im "Zinnengarten" zwischen Museum und Augustiner-Spielplatz zum Teil nicht genutzt werden. "Wir werden auch die Interessen des Museums in den neuen Verträgen präziser regeln", sagt von Stockhausen. So sei etwa der Kreuzgang nicht nur für Café- und Museumsbesucher gedacht, sondern bewusst als frei zugänglicher Bereich des Gebäudes angelegt.

Von Stockhausen hofft, dass sich die Zusammenarbeit mit einem neuen Pächter "positiver entwickelt". Er könne sich partnerschaftliche Projekte von Museum und Café vorstellen, sagt der Museumsleiter, etwa bei Veranstaltungen. Ein gutes Museumscafé sei heute Standard – und eine Bereicherung für den Museumsbetrieb. Er wünsche sich, dass das Café "ohne große Pause" wieder öffne. Die Stadt hatte mehr als 200 .000 Euro in den Ausbau des Cafés investiert, der extra vom dritten in den ersten Bauabschnitt vorgezogen worden war.

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Autor: Thomas Goebel