Campus ist auf einem guten Weg

Felix Held

Von Felix Held

Do, 17. Mai 2018

Bad Säckingen

Sachstandsbericht im Kreistag / Bürgermeister Guhl fordert ein Ende der Diskussionen bis zur Sommerpause.

BAD SÄCKINGEN/KREIS WALDSHUT. Die Planung für den Gesundheitscampus in Bad Säckingen kann wie vorgesehen weitergehen. Darüber hat in der Sitzung des Waldshuter Kreistags am Mittwoch breiter Konsens geherrscht. Dort hatte Jörg Risse, der Geschäftsführer der Berliner Beratungsfirma Gök-Consulting, die mit der Konzeption des Campus betraut ist, einen Sachstandsbericht über die Planungen vorgestellt.

Dabei wurde deutlich, dass der Campus auf einem guten Weg ist. Wie bereits bekannt, lässt sich das Medizinkonzept gut an und ist so gut wie festgezurrt. Auch die Planungsleistungen sind vergeben. Dabei soll ermittelt werden, wie hoch die Kosten für die Sanierung des bestehenden Spitalgebäudes oder für einen Neubau für den Campus wären. Diese Zahlen sollen bis Mitte Juni vorliegen, worauf dann Gespräche mit dem Landessozialministerium in Stuttgart geführt werden sollen.

"Das Gesundheitskonzept ist unstrittig gut. Die Vorteile, die für alle Beteiligten entstehen, sind es wert, dass da weitergearbeitet wird", betonte der Bad Säckinger Bürgermeister und SPD-Kreisrat Alexander Guhl. Für die Kur- und Bäderstadt Bad Säckingen sei das eine Perspektive für die Zukunft. "Wenn wir nicht vernetzt denken, wäre das schlecht für die Zukunft. Wir brauchen uns alle gegenseitig", sagte er im Hinblick darauf, dass Kreis, Spitäler Hochrhein GmbH, der Campus und die Stadt Bad Säckingen allesamt vom Campus profitieren und sich gegenseitig stärken sollen. "Wir müssen mit breiter Brust nach Stuttgart fahren und dort fordern, dass das, was wir jetzt machen, auch honoriert wird", so Guhl weiter. Man habe aber ein Zeitproblem. "Man glaubt uns erst, dass das Konzept umgesetzt wird, wenn der Bagger rollt. Deswegen müssen wir die Diskussionen noch vor der Sommerpause beenden", mahnte er an.

Schließlich würden auch die potentiellen Mieter nicht mehr ewig warten und auch der neue Campusmanager Peter Mast brauche eine Legitimation, um mit den Interessenten verhandeln zu können. Landrat Martin Kistler signalisierte Zustimmung: "Ich möchte das unterstreichen, wir haben in Stuttgart etwas vorzuweisen. Die Vernetzung ist das Versorgungskonzept der Zukunft." Es sei auch richtig, dass man nicht ewig Zeit habe, aber man brauche belastbare Zahlen, damit die Interessenten wissen, was auf sie zu komme. Die Jestetter Bürgermeisterin und FW-Kreisrätin, Ira Sattler, mahnte an, dass die Gesellschafterstruktur schnell geklärt werden müsse. Dem stimmte Martin Kistler zu. "Ich sage positiv, 12,6 Millionen Euro haben wir schon abgesichert, jetzt müssen wir sehen, was am Ende noch fehlt und wo wir das herkriegen", betonte der Landrat.

Die Bad Säckinger Grünen-Kreisrätin Ruth Cremer-Ricken lobte den Campus. "Ich denke, dass in der Zusammenarbeit von Campus und Spitälern ein Geflecht entstehen kann, das auch den Spitälern zu Gute kommt." So könne man die Patienten im Kreis halten, was dann auch dem Zentralspital zugute komme, hofft Cremer-Ricken.

FDP-Kreisrat Erhard Graunke wollte wissen, was es mit dem Grundstück für den Campus auf sich habe. Landrat Martin Kistler erklärte, das Grundstück stehe im Eigentum des Kreises. Es sei seinerzeit dem Kreis von der Stadt Bad Säckingen zweckgebunden überlassen worden für den Betrieb eines Krankenhauses. "Jetzt müssen wir sehen, wie wir damit umgehen mit der neuen Nutzung. Aber ich sehe da kein Problem, weil wir beide die gleiche Nutzung wollen", zeigte sich der Landrat zuversichtlich.