Maurice Duruflé

CD: KLASSIK: So klingt Frankreich

Johannes Adam

Von Johannes Adam

Mi, 12. Dezember 2018

Klassik

Maurice Duruflé (1902–1986): Das ist der bedeutende, selbstkritische Franzose mit dem schmalen und konzentrierten Œuvre. Von der Qualität seiner Musik zwischen Sinfonik und Neoklassizismus kann man sich auf dieser CD überzeugen, die Duruflés komplettes Orgelschaffen vereinigt. Der 1990 in Belgien geborene Stéphane Mottoul, der Ludger Lohmann und den Neu-Freiburger David Franke zu seinen Lehrern zählt, spielt ganz hervorragend. Eindrucksvoll, wie er im düsteren es-Moll-Kopfsatz der Suite op. 5 die Bogenform nachzeichnet. Die höllisch schwere, beinah perkussiv angereicherte Finaltoccata klingt hier auch in ihrer Mixturenschärfe bravourös. Man hört das bemerkenswerte Instrument der Laurentiuskirche im luxemburgischen Diekirch: die 2016 gebaute Thomas-Orgel, in der Bestände einer Orgel der lothringischen Werkstatt Dalstein & Haerpfer von 1870 enthalten sind. Zart jedenfalls die Voix humaine, mystisch die Streicher. Schade, dass die von Duruflé auf der Zielgeraden seiner starken Alain-Fuge gewünschte 32-Fuß-Bombarde nicht vorhanden ist...

Maurice Duruflé: Complete Organ Works. Stéphane Mottoul, Orgel (Aeolus).