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10. Juli 2012 10:00 Uhr

Kandidatenkür

CDU Freiburg: Wer zieht in den Bundestagswahlkampf?

Das Rennen ist eröffnet: Im Oktober entscheidet die CDU Freiburg, wer für sie in den Bundestagswahlkampf zieht. Klaus Schüle, Sylvie Nantcha und wohl auch Volker Pilz sind interessiert.

  1. Klaus Schüle, Parteichef der CDU Freiburg. Foto: Michael Bamberger

Wer tritt im Bundestagswahlkampf gegen SPD-Urgestein Gernot Erler an? Dass seine grüne Kollegin Kerstin Andreae wieder in den Bundestag will, ist klar. Die CDU will im Oktober ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten nominieren. Jetzt schon kursieren einige Namen, darunter – natürlich – der von Parteichef Klaus Schüle, aber auch Stadträtin Sylvie Nantcha gilt als interessiert. Eine Absage kam indes von Julian Würtenberger, dem früheren Regierungspräsidenten.

Der genaue Termin für die Bundestagswahl steht noch gar nicht fest. Sie wird im September oder Oktober nächsten Jahres stattfinden. Doch jetzt schon beschäftigt sie die örtlichen Politiker. Als erster hat Gernot Erler (SPD) bekannt gegeben, dass er wieder antritt. Der 68-jährige Bundestagsabgeordnete hat viermal in Folge das Direktmandat geholt und sitzt seit 25 Jahren im Bundestag.

Strategische Entscheidung

Keine Frage auch, dass sich auch Kerstin Andreae (Grüne), die seit zehn Jahren Bundestagsabgeordnete ist, wieder zur Wahl stellt. 2009 war sie Spitzenkandidatin auf der Landesliste und somit abgesichert. Über eine Strategie hat sich Andreae noch keine Gedanken gemacht, wie sie gestern versicherte. Es gelte, Schwarz-Gelb und eine große Koalition zu verhindern. Die 43-Jährige lässt offen, ob sie das erste Freiburger Direktmandat für die Grünen bei einer Bundestagswahl anstrebt oder vielleicht doch wieder wie 2002 und 2005 dazu aufruft, mit der Erststimme Gernot Erler zu wählen, um ein CDU-Direktmandat zu verhindern. "Am Ende kämpft jeder um jede Stimme."

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Die strategische Entscheidung ist für die CDU durchaus von Belang. Mit grüner Unterstützung in Form der Erststimmenkampagne lag Erler zehn oder mehr Prozentpunkte vor den CDU-Kandidatinnen. 2009 hatte er 4,2 Punkte auf Daniel Sander (CDU) – allerdings hatte die SPD mit 23 Prozent das bundesweit schlechteste Ergebnis aller Zeiten.

Im Oktober sollen die Mitglieder den CDU-Kandidaten nominieren

Da der Wahlkreis 281 nicht nur aus der Stadt Freiburg, sondern aus 19 Umlandgemeinden besteht, nominieren die CDU-Kreisverbände Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald gemeinsam. Die Vorstände haben sich darauf verständigt, erstmals keine Findungskommission einzusetzen und keine Vorstandsempfehlung abzugeben, sagt Patrick Rapp, der Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Breisgau-Hochschwarzwald. Entscheiden sollen die Mitglieder in der Nominierungsversammlung im Oktober, berichtet Freiburgs Parteichef Klaus Schüle. Er selbst hätte es für eine tolle Option gehalten, Ex-Regierungspräsident Julian Würtenberger ins Rennen zu schicken. Der habe sich aber nach langer Bedenkzeit dagegen entschieden, sagt Schüle. Mit der Konsequenz, dass sich nun mehr und mehr der CDU-Vorsitzende selbst in der Pflicht sieht. Viele Parteifreunde seien auf ihn zugekommen. Er denke ernsthaft darüber nach, sagt Schüle und will sich noch vor der Sommerpause erklären.

In Freiburg wird immer auch der Name der Freiburger Stadträtin Sylvie Nantcha (37) genannt. Die aus Kamerun stammende Nantcha ist auch Mitglied im Landesvorstand der CDU. Sie war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Immer wieder fällt auch der Name von Volker Pilz. Der promovierte Jurist und Politologe, Jahrgang 1969, ist in Freiburg aufgewachsen. Er arbeitete lange im Bildungsministerium in Berlin und ist heute Geschäftsführer der Windunion. "Momentan gibt es nichts zu sagen", meinte er gestern auf BZ-Anfrage.

Und dann gibt es noch das Gerücht, die CDU aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wolle dieses Mal den Kandidaten stellen – nachdem die Bewerber aus der Stadt zuletzt das Direktmandat stets verfehlt hätten. "Ich wüsste nicht, dass sich in unseren Reihen jemand aktiv bemüht", sagt Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordnete Rapp: "Das Rennen ist völlig offen".

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Autor: Joachim Röderer und Uwe Mauch