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27. September 2009 23:51 Uhr
Bundestagswahl
CDU holt Lörrach zurück
Die CDU und ihr Bewerber Armin Schuster haben die Gunst der Stunde genutzt: Deutlicher als erwartet hat der 48-Jährige das vakante Direktmandat im Wahlkreis Lörrach-Müllheim gewonnen.
LÖRRACH. Im Endeffekt lag der Leiter der Bundespolizei-Inspektion Weil mit 37,9 Prozent gut 5,5 Prozent vor der 29-jährigen SPD-Bewerberin Jana Zirra. Bei den Zweitstimmen sind die Sieger dagegen eindeutig die drei kleinen Parteien: Vor allem die FDP hat mehr als sieben Prozentpunkte zugelegt und erreicht 17,2 Prozent.
Der südwestlichste Wahlkreis der Republik schien zuletzt fest auf die SPD abonniert: Drei Mal hatten die SPD und Marion Caspers-Merk seit 1998 das Direktmandat gewonnen. Die Chancen, die der Rückzug der Seriensiegerin eröffnete, haben Schuster und die CDU jetzt genutzt. Dabei ist es Schuster gelungen, fast alle großen Städte im Wahlkreis zu gewinnen – von Staufen, Bad Krozingen und Müllheim bis zu den drei großen Kreisstädten Lörrach, Weil am Rhein und Rheinfelden. "Das gab’s noch nie", frohlockte CDU-Landtagsabgeordneter Ulrich Lusche.Gewinner bei den Zweitstimmen sind dagegen die drei kleinen im Bundestag vertretenen Parteien. Insbesondere die FDP hat sich als dritte Kraft im Wahlkreis positioniert, deutlich vor den Grünen; erstmals über die Fünf-Prozent-Hürde hat es auch die Linke geschafft. Die beiden großen Parteien haben dagegen verloren: die CDU 2,5 Prozentpunkte, die SPD mit mehr als 13 Prozentpunkten sogar noch deutlicher als im Bund. "Dieses Ergebnis ist ein Desaster", bilanzierte der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger. Die Große Koalition habe allein der CDU genutzt.
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"Ich bin überwältigt", kommentierte Armin Schuster seinen Sieg in einer ersten Reaktion. Zwar habe die CDU im Vergleich zu 2005 leicht verloren. Angesichts der Stärke, die FDP und Grüne erreicht haben, sehe er das aber auch als Erfolg. "Das Bundesergebnis ist eine Niederlage. Hier müssen wir Konsequenzen ziehen", befand dagegen Jana Zirra. Was den Wahlkreis betreffe, sei nicht gelungen, die Trends im Bund und im Land aufzufangen. "Das Ergebnis im Bund ist enttäuschend", kommentierte schließlich auch die scheidende Staatssekretärin Marion Caspers-Merk.
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Autor: Michael Baas
