Staufener Missbrauchsfall

Christian L. und Markus K.: Zwei Kinderschänder mit vielen Parallelen

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 19. Januar 2018 um 18:35 Uhr

Südwest

Beide sind Kinderschänder, beide sind 2010 zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt worden. Im Gefängnis haben sie sich kennengelernt: Im Staufener Missbrauchsfall spielen Christian L. und Markus K. nun eine zentrale Rolle.

Zu den sechs Festgenommenen, die einen neunjährigen Jungen aus Staufen sexuell missbraucht und vergewaltigt haben sollen, gehört auch ein 41 Jahre alter Mann aus der südlichen Ortenau.

Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Spiegel handelt es sich dabei um den Arbeiter Markus K., der im September an seiner Arbeitsstelle in einer Firma am Kaiserstuhl festgenommen worden sein soll. Wie Christian L., der mutmaßliche Hauptdrahtzieher des Staufener Pädokriminellen-Rings, war auch Markus K. einschlägig vorbestraft. Der Mann vom Landgericht Freiburg Anfang Januar 2010 zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten verurteilt worden.

Die Männer lernten sich im Gefängnis kennen

Parallelität der Ereignisse: Ende August 2010 hat das Landgericht Freiburg auch Christian L. aus Staufen für vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis geschickt. Dort lernten sich die beiden Männer kennen. 2013 konnte Markus K. die Justizvollzugsanstalt verlassen und ein Jahr später dann auch der Staufener L. Ihr Kontakt scheint in Freiheit fortbestanden zu haben. Sie sind bis heute per Facebook miteinander verbunden. Es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Beide standen unter Führungsaufsicht und mussten gewisse Auflagen erfüllen.

Markus K. hatte schon im Sommer 2009 in der südlichen Ortenau eine schwere Straftat begangen. Der damals 33-Jährige hatte ein zehn Jahres altes Kind unter einem Vorwand in ein Maisfeld gelockt und sexuell missbraucht. Die Polizei konnte ihn vier Tage nach der Tat festnehmen, weil das Kind sich Teile des Kennzeichens seines Rollers gemerkt und weil der Straftäter damals ein T-Shirt mit dem Logo seines damaligen Arbeitgebers getragen hatte.

Zudem, so heißt im damaligen BZ-Bericht, hat die Polizei auf dem Computer von Markus K. rund 5500 gelöschte Bilddateien mit kinderpornographischen Darstellungen wiederherstellen können.

Ebenso wie dem mutmaßlichen Haupttäter Christian L. droht Markus K. nicht nur eine weitere langjährige Haftstrafe, sondern möglicherweise auch die Sicherungsverwahrung. Vor dem Landgericht wurde bereits Anklage gegen Markus K. erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, schwere Zwangsprostitution, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

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