Schweiz

Claraspital Basel gut gerüstet für eine Kliniklandschaft im Wandel

Michael Baas

Von Michael Baas

Mo, 16. April 2018 um 14:35 Uhr

Basel

Die Schweizer Krankenhauslandschaft bleibt im Umbruch. Das Basler Claraspital sieht sich gut aufgestellt für diese Prozesse, auch dank Patientenströmen aus Südbaden.

Die Schweizer Krankenhauslandschaft bleibt im Umbruch. Das Basler Claraspital aber sieht sich gut aufgestellt für diese Prozesse. "Wir sind kerngesund", betonte Direktor Peter Eichenberger am Montag bei der Präsentation der Jahreszahlen. So behandelte das 240-Betten-Krankenhaus im rechtsrheinischen Kleinbasel 2017 im stationären Bereich mit 10.866 Patienten knapp 100 mehr als 2016. Angesichts der insgesamt flachen Entwicklung der Schweizer Akutkliniken, der Aufgabe der Orthopädie und der baubedingt schlechten Erreichbarkeit sei das "kein schlechtes Ergebnis", befand Eichenberger – zumal die Zahlen im ersten Quartal weiter angezogen haben und das private, letztlich kirchlich getragene Haus im Vergleich zu 2017 allein im Stationären bereits ein Plus von elf Prozent verzeichnet.

30 Prozent der Belegschaft aus Deutschland

Wirtschaftlich erreichte die Klinik bei einem Gesamtaufwand von knapp 204 Millionen Franken einen kleinen Betriebsgewinn von 700.000 Franken. Infolge einmaliger Sonderabschreibungen für die 2015 begonnene 200 Millionen Franken teure Sanierung und Modernisierung des Hauses, wo dieser Tage übrigens die Rohbauarbeiten am neuen Hirzbrunnenhaus beginnen, stand unter dem Strich indes ein Minus von knapp 3,5 Millionen Franken. Mehr als die Hälfte des Aufwands oder rund 117 Millionen Franken entfällt im Übrigen auf die Personalkosten für die rund 1200 Mitarbeitenden, darunter 152 Ärzte und 561 Pflegekräfte. Rund 30 Prozent der Belegschaft stammt dabei aus Deutschland weitere drei Prozent aus Frankreich. Der Anteil der Grenzgänger liegt nach Angaben des Hauses konstant bei 22,6 Prozent oder in absoluten Zahlen bei rund 270 Beschäftigten, die täglich über die Grenze pendeln.

Eine Pflegekraft kommt auf sechs Patienten

Gewisse Verschiebungen gibt es dagegen bei den Patientenströmen. Zwar stammt nach wie vor gut die Hälfte der stationär Behandelten aus Basel-Stadt. Doch während es 2017 im Stadtkanton bröckelte, gab es in allen umliegenden Kantonen vom Jura bis in den Aargau Zuwächse, vor allem im Kanton Baselland. Auch in Südbaden verzeichnete das Haus "ein schönes Plus", wie es Eichenberger nannte. So kamen rund 760 Patienten (2016 rund 700), also gut sieben Prozent der stationären Fälle, von dieser Seite der Grenze. Das wiederum seien fast ausschließlich Privat- und Zusatzversicherte, erläuterte Eichenberger, also eine Klientel, die auch hierzulande von Kliniken umworben wird und um die es echten Wettbewerb gebe, räumte der Spitaldirektor ein. Angesichts der vergleichsweise komfortablen Pflegeleistungen – so kommt im Claraspital eine Pflegekraft auf sechs bis sieben Patienten, hierzulande sind es locker doppelt so viele – sieht er sein Haus da aber gut aufgestellt – und will den Markt künftig auch aktiver bearbeiten.

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