Clubs und Kameras

Felix Klingel, Sebastian Krüger und Enya Steinbrecher

Von Felix Klingel, Sebastian Krüger & Enya Steinbrecher

Do, 08. Februar 2018

Freiburg

Freiburger Lokale sind sich uneins über Videoüberwachung: Ein Überblick, wer sie nutzt und wer nicht /.

Agar
» Der Grund für eine Videoüberwachung war, Türsteher zu entlasten und Personal zu unterstützen, wenn Besucher hinter die Theke greifen und Alkohol klauen. Solche Delikte seien aber kaum zurückgegangen. Am Eingang und an der Theke wird gefilmt. Mit Aufklebern weist das Agar darauf hin.

Elizabeth-Bar
Gefilmt werden Eingangsbereich und Toilettengang. Das Filmmaterial wurde bereits genutzt, um gestohlene Jacken zu finden. Es wird zwei bis drei Tage gespeichert, die Gäste werden informiert.

Kagan
» Jüngst ist laut Kagan ein Überwachungssystem gekauft worden. Der Gastro-Teil wird komplett überwacht. Im Eingangsbereich haben die Hausverwalter eigene Kameras. Filmmaterial wird 36 Stunden aufbewahrt. Im Aufzug steht, dass gefilmt wird.

Karma
Zur Sicherheit für Gäste und Personal, und um Taschendiebe ausfindig zu machen, nutzt das Karma Kameras. Gefilmt werden die Clubbereiche und die Barbereiche. Videoüberwachung sei einfach super, das schrecke ja auch ab, deswegen gebe es im Club keinen Ärger, sagt das Karma, das die Gäste über die Kameras informiert.
Puzzles
» "Wir wollen niemanden überwachen, sondern sichergehen, dass wir Beweismaterial haben, falls etwas passiert", teil das Puzzles mit. Dort werden alle Bereiche mit Hinweis darauf gefilmt, in die Gäste Zugang haben. Kleinere Streitereien und Jackendiebstähle wurden laut Club so schon aufgedeckt.

Sonderbar
Die Kameras hätten etwas Positives, das zeige ja auch der Fall Hussein K., bei dem die Aufnahmen einen Teil der Tatnacht rekonstruierten, sagt die Bar, in der nahezu jeder Bereich gefilmt wird, die Gäste wissen das. Filmmaterial wird nach 24 bis 48 Stunden automatisch überschrieben.

Tacheles
» Grund für die Überwachung laut Club: Um die Sicherheit im Laden zu erhöhen und die Schuldfrage bei Diebstählen oder Streitereien klären zu können. Alles, bis auf die Toiletten werde mit 16 Kameras gefilmt, mit einem Aufkleber im Eingangsbereich wird darauf hingewiesen.

Waldsee
Der Club will wissen, was auf seinem Gelände vorfällt: "Dass man am nächsten Tag reingucken kann, ob etwas auf den Aufnahmen drauf ist." Im Außenbereich wird mit drei Kameras gefilmt. Die Gäste wissen laut Club von den Aufnahmen.

Crash
» Im Crash gibt es keine Videoüberwachung. Der Besitzer teilt mit: "Ich finde das persönlich nicht in Ordnung und dann will ich das meinen Gästen auch nicht antun. Wenn man feiern geht, sollte man nicht ständig gefilmt werden."

Elpi
» Das Gespräch wurde mit dem früheren Inhaber Dietmar Ganzmann geführt, inzwischen wird das Elpi von den Rotzler-Geschwistern betrieben. Bei Ganzmann gab es nach eigenen Angaben eine Videoüberwachung – die sei aber kaputt. Sie werde seit einem halben Jahr nicht mehr benutzt und werde auch nicht mehr aktiviert. Drei tote Kameras gab es. Sie waren punktuell am Eingang und hätten dort etwa zwei Quadratmeter abgescannt. Als sie noch liefen, ging es einzig und allein um die Sicherheit der Gäste. "Wir hatten nicht das Ziel, die Leute zu überwachen", sagt Ganzmann.

Jazzhaus
Bisher gibt es noch keine Videos, das Jazzhaus überlegt nach eigenen Angaben aber. "Wir hatten das in der Vergangenheit nicht, weil das irgendwie nicht wirklich so unser Thema war. Bei uns wird es gerade diskutiert und eigentlich haben wir auch beschlossen, dass wir es machen, gerade im Eingangsbereich", teilt der Club mit.

Passage 46
» Überwachung gibt es nicht, der Grund nach eigener Aussage: "Das Theater Freiburg schätzt in Abwägung der Rechtsgüter die Persönlichkeitsrechte seines Theaterpublikums als hohes Gut ein."

Schlappen
Es wird nicht überwacht im Schlappen. Die Kneipe sagt: "Wir möchten nicht, dass sich unsere Gäste überwacht und in ihrer Freizeit beobachtet, sondern wohl fühlen." Für die Sicherheit am Wochenende, etwa gegen Taschendiebe, setze man seit einigen Jahren Sicherheitspersonal an der Tür ein.

The Great Räng Teng Teng
» In dem Club gibt es keine Videoüberwachung. Weitere Infos gab der Club nicht.

White Rabbit
Der Grund für keine Überwachung laut Club: "Wir halten das nicht für nötig, wir haben im Raum eine Präsenz, die hoch genug ist und Kameras nicht nötig machen. Auch durch einen großen Freundeskreis, der sich öfter im Club aufhält. Außerdem empfehlen wir Gästen, die Garderobe zu nutzen."

Hinweis: Die Clubs Schneerot, Drifters und Hans-Bunte haben sich auf unsere Anfrage nicht zurückgemeldet. Das Artik/Freizeichen konnte zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben.