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14. August 2011 03:12 Uhr
Festivalsommer
Wie war's bei ... 50 Cent in Colmar?
Ein Weltstar hat im Elsass Station gemacht: Rapper 50 Cent trat bei der Weinmesse in Colmar auf – und lieferte ein Konzert voll klirrender Beats, Subwoofer-Bässen und "Hände-hoch"-Befehlen ab.
Der erste Eindruck: Geschätzte 8000 Fans, vom französischen Rapper La Fouine bestens angewärmt, fressen 50 Cent aus der Hand.
Das Programm: 1 Stunde und 45 Minuten 50 Cent in der Endlos-Schleife inklusive diverser Hits wie "P.I.M.P.", "Candyshop", "Ayo Technology" und "Just a lil Bit". Unmöglich, die Zahl der Songs zu nennen. Vieles geht ineinander über oder ist gleich als Medley angelegt.
Das Entrée: Ilja Richter hätte gesagt: "Licht aus. Gelber Spot an." Auf dem transparenten Bühnenvorhang erscheint 50 Cent als Reihenhaus-hoher Schattenriss – überlebensgroß. Es bleibt der einzige Larger-than-Live-Moment des Abends.
Der Star: 50 Cent teilt sich im weiteren Verlauf des Konzert die Bühnenkante mit bis zu drei Mitgliedern seiner G-Unit. 50 ist dabei Erster unter gleichen. Zu mehr fehlt es ihm offenbar an den Allüren und definitiv an Charisma. Insgesamt gibt sich 50 sehr entspannt und lässt sich auch mal auf ein Späßchen ein. Die auf die Bühne geworfene neongelbe Pannenhelfer-Weste zieht er nach einem kurzen prüfenden Blick anstandslos über. Statt sie später wieder dahin zurück zu werfen, wo sie hergekommen ist, hätte er sie besser an den Mann am Mischpult weitergereicht.
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Das Konzert: Mal mit DJ, mal mit Band – 50 Cent ist flexibel. Der Sound nicht. Klirrende Handklatsch-Beats und Subwoofer-Bass, darüber die Raps von 50 und seines Sidekicks Tony Yayo – der Rest geht unter.
Die Show: Dezente Bühnenaufbauten, unspektakuläres Licht, dafür permanente Animation. Der rechte Arm von 50 Cent ist in der HipHop-typischen Geste irgendwo zwischen Prellball und Selbstbefriedigung permanent auf dem Weg von oben nach unten und zurück. Das ist dann doch sehr, sehr alte Schule, erfüllt aber seinen Zweck. Einer der Fans wirft sein Hand so begeistert in die Luft, dass ihm das halbe I-Phone davonsegelt. Zum Glück fliegen die Einzelteile aber nur drei Stufen weit.
Der Elvis-Faktor: 50 Cent hat reichlich und er gibt reichlich. Gleich beim ersten Song feuert er eine rote Satinjacke in die Menge, später folgen Yankees-Baseballkappen. Und wie ehedem Elvis Presley seine Seidentücher reicht 50 die blütenweiße Frottierware, die stapelweise auf der Bühne rumliegt, ans Publikum weiter – aber erst, nachdem er sie mit dem Schweiße seines Angesichts imprägniert hat. Als die Show vorbei ist, verteilen die Helfer sogar noch die unbenutzte Handtücher an die Fans. Es muss ja keiner wissen, dass das Souvenir nie im Vollkontakt mit 50 gewesen ist.
Was fürs Herz: 50 Cent holt ein Mädchen aus der ersten Reihe auf die Bühne. Die Show geht weiter. Reichlich verschüchtert steht die Kleine neben dem Rapper – bis der nächste Refrain kommt. Da streckt sie den linken Arm aus – und lässt ihn synchron mit 50 ein paar mal hoch und runter sausen. Szenenapplaus.
Bewertung: Trotz zuletzt nicht mehr ganz so berauschender Plattenverkäufe ist 50 Cent immer noch ein Weltstar mit zig Hits. Dadurch hat er auch in Colmar leichtes Spiel und das Publikum sofort auf seiner Seite. Dass die Show auf Dauer etwas einfältig und die Musik nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, fällt angesichts der Begeisterung im Amphitheater des Messegeländes nicht weiter auf.
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Autor: Peter Disch


