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09. September 2017

Zum Tag der deutschen Sprache

ANGERISSEN: Airport? Flughafen!

Ach ja, der Sprachverfall. Ein Tag wie der heutige gibt uns die Lizenz zum Stöhnen darob. Dabei gab es ihn schon immer. Was den Adel im 18. Jahrhundert hierzulande maliziös dérangierte, fuckt die Jugend heute einfach nur noch an. Armes Deutsch. Immer wieder suchen die, die Deiner mächtig sein sollten, irgendwelche Ausflüchte im Ausländischen. Seit Jahrzehnten landen sie dabei schon beim Englischen, da ist es vermutlich auch irgendwie folgerichtig, wenn die Passagiere, die irgendwann einmal auf dem neuen Hauptstadtflughafen in Berlin landen, von einem Schild "Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt" begrüßt werden. Oder doch nicht? Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat genau das zum heutigen Tag der deutschen Sprache angeprangert. "Warum wechselt man auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen plötzlich die Sprache?", fragt sein Vorsitzender Walter Krämer. "Haben sich die Flugzeuge bisher verflogen?" Die Frage ist so natürlich nicht ganz korrekt. Sie können sich gar nicht verflogen haben, weil die auf dem Airport – vulgo: Flughafen – ja nach wie vor nicht landen können. Insofern ist die Fragestellung eine höchst theoretische, mit Blick auf die vertrackte bauliche Situation dieses Milliardengrabs womöglich fiktive. Aber Herr Krämer hat schon recht. "Börlin Braendenbörg Airport Willy Braendt", das klingt nach einem kauderwelschenden US-Besucher am Berliner Taxistand: "Wat meenste? Dort jeht jar nüschd." Andererseits: Sollten Politik und Verwaltung dem Wunsch nachkommen und die inkriminierten Schilder nun im Sinne des VDS eindeutschen lassen, wird sich die Eröffnung des Flughafens wohl noch weiter nach hinten verschieben. O tempora, o mores – auf Deutsch bitte, verdammt!

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Autor: Alexander Dick