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06. Dezember 2011 06:55 Uhr
Stumme Zeitzeugen
Im Strom der Zeit – eine Ausstellung in Freiburg
Die Entwicklung der Elektrotechnik von 1900 bis heute dokumentiert die Ausstellung "Im Strom der Zeit! – 111 Jahre Alexander Bürkle". Zu sehen im Kunstraum Alexander Bürkle, Robert-Bunsen-Straße 5 in Freiburg.
Hier in die Robert-Bunsen-Straße, ins Industriegebiet Nord, gerät man normalerweise nicht, wenn man sich für Geschichte interessiert. In ein Großhandelsunternehmen erst recht nicht. Doch jetzt hat die Firma Alexander Bürkle, einst Elektrogroßhändler, jetzt Technologiedienstleister, zum 111-jährigen Firmenjubiläum eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die nicht nur die die Geschichte des Unternehmens zeigt. Sie zeigt auch die Geschichte der Stadt Freiburg – und die Entwicklung von Technologien, die moderne Zeiten erst möglich machten.
Mehr als 300 Exponate von der Höhensonne "Hanau" aus dem Jahr 1935 bis zum Laptop 5500 von Sharp anno 1988 sind zu sehen – nur etwa ein Zehntel aller Objekte, die die Firma gelagert hat. Ein Kunde hatte vor 20 Jahren den Anstoß dazu gegeben, Elektrogeräte aus dem Bürkle-Katalog doch zu sammeln. "Am Sortiment spiegelt sich die Unternehmensgeschichte", sagt Julia Galandi-Pascual. Die Kuratorin des Kunstraums Alexander Bürkle hat zusammen mit zwei Historikern und der Geschäftsführung die Ausstellung "Im Strom der Zeit" konzipiert.
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Es war am 1. Mai 1900, als Firmengründer Alexander Bürkle in der Wiehremer Zasiusstraße eine Handelsvertretung gründete. Der Gemeinderat hatte gerade unter Hurra-Rufen beschlossen, ein Elektrizitätswerk zu errichten. "Man macht sich gar nicht klar, was das bedeutete", sagt Julia Galandi-Pascual, "Strom hat die Produktionsweise entscheidend verändert. Jetzt gab es abends Licht, und man konnte weiterarbeiten." Es entstanden neue Konsumprodukte wie Lichtschalter aus Porzellan und Kochplatten mit Heizspirale. In den 1930er Jahren exportierte Bürkle "Volksempfänger" ins Elsass. Neue Zeiten für Hausfrauen brachen an, als Anfang der 1950er Jahre der Constructa-Waschvollautomat Wäsche gleichzeitig waschen und schleudern konnte. Und dann das elegante Design der Braun-Geräte aus den 1970ern, die für Kunden damals sehr gewöhnungsbedürftig waren.
Beim Gang durch die Ausstellung kann man staunen, wiedererkennen, sich freuen. So wie Elmar Fackler aus Zähringen, der auf einem alten Foto seinen Großvater entdeckt: Der war bei einem Treffen der Großhändler dabei, "Leberle haben sie damals immer gegessen", erinnert sich der Enkel. Gegen Ende der Ausstellung bricht dann das Computerzeitalter an, mit den klobigen Cii Honeywell Bulls und am Ende geht man durch einen Zeittunnel gehen, den ein Berliner Künstler gestaltet hat – doch eine Zeitreise ist die Ausstellung sowieso.
Autor: Simone Lutz
