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20. Juni 2012 15:02 Uhr

Windows 8 geplant

Microsoft präsentiert mit "Surface" eigenen Tablet-PC

Der US-Softwarekonzern Microsoft bringt mit Surface einen Konkurrenten für Apples iPad auf dem Tablet-Markt in Stellung. Microsoft sieht das Tablet als Bühne für Windows 8.

Das neue Gerät wurde am Montag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Los Angeles vorgestellt und stieß in der Fachwelt auf breite Zustimmung. Mit zwei Features will Microsoft sich von Apple absetzen: mit dem sogenannten "TouchCover", das wie eine Tastatur ausgeklappt werden kann, und einem Ständer, der das Gerät aufrecht hält.

Der Microsoft-Vorstandsvorsitzende Steve Balmer erklärte bei der Präsentation, der Konzern entwickele eine ganz neue Produktfamilie. Der Leiter der Abteilung Windows bei Microsoft, Steven Sinofsky, nannte das Gerät "ein Tablet, das ein toller PC ist - ein PC, der ein tolles Tablet ist". "Surface" kommt in zwei Versionen: Eine ist für den Heimgebrauch gedacht und wird von Windows RT betrieben, die andere für den professionellen Gebrauch mit dem gleichen Betriebssystem wie PCs.

Beide Geräte haben ein 10-Zoll-HD-Display. Das Gerät für den Heimgebrauch ist mit 9,33 Millimetern einen Hauch dünner als das iPad von Apple und wiegt mit rund 680 Gramm ein bisschen mehr. Die Pro-Variante ist 13,5 Millimeter dick und wiegt gut 900 Gramm. "Doch es ist wie ein richtiger PC", sagte Microsoft-Manager Michael Anguilo.

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Aber Microsoft konzentriert sich vor allem auf zwei Features im Marketing, wie ein am Montag veröffentlichtes Video zeigt. Das nur drei Millimeter dicke "TouchCover" mit Tastur und den schmalen "Kickstand". Das kritisierte die Analystin Sarah Rotman Epps von Forrester Research. Sie erklärte, Microsoft hätte deutlicher machen müssen, warum "Surface" im Gebrauch besser sei als das iPad. Der Konzern müsse zeigen, wie zum Beispiel der Telefondienst Skype auf dem neuen Gerät funktioniere oder der Bewegungssensor Kinect eingesetzt werde.

Die Preisfrage

Microsoft sieht das Tablet als "Bühne für Windows 8". Das neue Betriebssystem wurde radikal verändert, und kommt diesen Herbst auf den Markt. "Microsoft ist es gelungen, die optimale Verwendung des neuen Betriebssystem zu demonstrieren", sagte Carolina Milanesi, Mobil-Analystin des Marktforschers Gartner, der Nachrichtenagentur dapd. Auch Kollege Tom Mainelli der Marktforschungsfirma IDC war nach eigenen Worten beeindruckt von den Innovationen. Microsoft "nimmt sein Schicksal selbst in die Hand", sagte er.

"Surface" wird noch in diesem Jahr erwartet. Wann genau die Geräte auf den Markt kommen und wie viel sie kosten, wurde nicht bekannt gegeben. Windows-Chef Steven Sinofsky sagte bei der Vorstellung lediglich, dass die Preise mit denen der Konkurrenz mithalten könnten. "Um ernst genommen zu werden, muss es ("Surface") günstiger als 499 Dollar sein", sagte Analyst Mainelli der dapd. Das ist der Preis des günstigsten iPads der neuesten Generation von Apple. Anders sehe das bei der Pro-Variante aus, die Ähnliches wie ein Ultrabook leiste. "Das wird mehr kosten und darf es auch", sagte Mainelli.

Angriff vor allem auf Android

Grundsätzlich waren sich Analysten und Presse einig, dass Microsoft mit "Surface" zu einem Gewicht im Tablet-Markt werden könnte. "Das ist der erste glaubwürdige Konkurrent zu Android-Produkten und dem "Kindle Fire" von Amazon", sagte Milanesi. Dass Microsoft Apple Kunden abjagen könnte, glaube sie jedoch nicht.

Der Tablet-Markt ist Forschungsfirmen zufolge dieses Jahr stark gewachsen. 107 Millionen Tablets würden 2012 verkauft, sagt die Marktforschungsfirma IDC voraus. Mehr als 62 Prozent davon gehen der Studie zufolge an Apple. Gut 36 Prozent der verkauften Tablets werden mit Googles Android-System betrieben. Doch diese Rechnung wurde vor der Präsentation von Microsoft gemacht.

Autor: dapd