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04. Februar 2012 00:02 Uhr
"Tsunami – Das Leben danach"
Nach der Katastrophe
Das ZDF zeigt den auf einer wahren Geschichte beruhenden TV-Film "Tsunami – Das Leben danach". Christine Hartmann führte Regie, Veronica Ferres und Hans-Werner Meyer spielen die Hauptrollen.
Zwei junge Deutsche, Billi Cramer und Michael Schäffer, verloren an Weihnachten 2004 bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand ihre Familien. Zurück in Deutschland fanden sie sich zu einer Art Überlebensgemeinschaft zusammen, aus der später Liebe und eine neue Partnerschaft wurde. Die Drehbuchautorin und Produzentin Natalie Scharf hat über das Schicksal der beiden einen TV-Film gemacht: Das ZDF zeigt das Melodram "Tsunami – Das Leben danach" am morgigen Sonntag. Christine Hartmann führte Regie, Veronica Ferres und Hans-Werner Meyer spielen die Hauptrollen.
Die Geschichte von Billi und Michael ist ein Stoff, den kein Drehbuchautor dramatischer erfinden könnte: Familie Cramer – Billi, ihr Mann Burkhard und die beiden Söhne – machte Weihnachtsurlaub in Thailand, als das Seebeben die Tsunamiwelle auslöste, die Strand und Hotel überrollte. 230 000 Menschen verloren ihr Leben, darunter 537 Deutsche. Billi konnte sich vor der Flut in höher gelegenes Gelände retten.
In den Tagen nach der Katastrophe startet sie von der Notunterkunft in Phuket aus eine verzweifelte Suche nach ihren Angehörigen. Als sie einen Anruf vom Bundeskriminalamt erhält, werden ihre schlimmsten Befürchtungen zur Gewissheit. Die Cramers und ihr Schicksal waren der erste Fall, um den sich die deutschen Behörden und Hilfsorganisationen vor Ort kümmerten und über den die Presse berichtete.
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Dr. Papadopoulos, Arzt und psychologischer Betreuer des Kriseninterventionsteams, hilft Billi über die schlimmsten Tage hinweg – weniger mit Psychopharmaka, wie der Film nahe legt, als mit Gesprächen und konkreten Hilfen. Der Arzt vermittelt ihr nach der Rückkehr den Kontakt zu anderen Betroffenen wie Michael Schäffer. Dessen Frau und die beiden Töchter werden vermisst. Billi und Michael treffen sich, erzählen von ihren Familien und merken bald, dass sie sich gegenseitig stützen können. Die Nachricht vom Tod seiner Angehörigen wirft Michael mit voller Wucht aus der Bahn, und Billi beschließt, ihn in ihr Ferienhaus nach Südfrankreich zu bringen. Dort entwickelt sich ihre Beziehung wie eine wechselseitige Therapie. 2007 heiraten sie, 2009 kommt ihre Tochter Sienna zur Welt. Nach dem TV-Film zeigt das ZDF eine Dokumentation über Billi Cramer und Michael Schäffer. In einer besonders berührenden Szene zeigt sie das kleine Mädchen, wie es in der Kirche, in der die Eltern geheiratet haben, sechs Kerzen entzündet.
Der TV-Film ist kein Katastrophenfilm geworden: Die Tsunamiwelle aus dem Computer und die Rettungsszenen, aufgenommen bei einem Spezialdreh in einem Schwimmbad, werden eindrucksvoll, aber zurückhaltend realisiert – aus Respekt vor dem Publikum, wie Jürgen Schuster, einer der drei Produzenten des Films, erklärt. Schließlich habe jeder noch die Bilder im Kopf, weil der Tsunami zu den am besten dokumentierten Katastrophen der vergangenen Jahre gehöre.
Christine Hartmann ist ein dramatischer, intensiv gespielter Film gelungen, der eine außergewöhnliche Geschichte erzählt. Es ist die alte Erkenntnis, dass das Leben weitergeht, auch wenn alles verloren scheint. Doch vieles bleibt ungesagt, viele Fragen bleiben offen. Sie machen neugierig auf die Erzählungen der Menschen in der nachfolgenden Dokumentation, die bereit waren, sich noch einmal an ihre Gefühle und Eindrücke während der schrecklichen Ereignisse zu erinnern.
– "Tsunami – Das Leben danach", ZDF, So, 20.15 Uhr. "Leben nach dem Tsunami – Die Doku", 21.50 Uhr.
Autor: Heide-Marie Göbbel (KNA)
