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17. Dezember 2011
Per Mausklick zum Ökoprofi
Auch in Online-Umweltspielen spiegelt sich wider, vor welchen Herausforderungen die Welt steht.
Ökologisch bauen, die Folgen eines Tsunamis begrenzen, eine ganze Stadt energieeffizient führen: "Grüne" Onlinespiele sollen nicht nur Spaß machen, sie sollen auch Wissen vermitteln. Die Anwendungen ähneln oft einer Wirtschaftssimulation. Doch statt um Geld geht es zum Beispiel um Kohlendioxid. Umweltspiele wollen Lernspiele sein, die die Spieler dazu bringen, sich intensiv mit dem Inhalt auseinanderzusetzen.
Konzentration und Cleverness erfordert zum Beispiel das Onlinespiel "Energetika". Dabei muss die Stromversorgung des gleichnamigen Landes bis zum Jahr 2050 sichergestellt werden. Das gelingt aber nur mit einem Energiemix, der gleichzeitig die Bürger zufriedenstellt, die Umwelt schont und die wirtschaftliche Kraft des Landes erhält. Eine komplexe Aufgabe. Doch: "Diese Komplexität macht den Reiz des Spiels aus", sagt "Energetika"-Projektleiter Frank Ulmer. "Die Spieler sollen lernen, unter begrenzten Möglichkeiten zu arbeiten.""Energetika" wurde für das Wissenschaftsjahr 2010 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt. Am Ende stand ein interessantes Ergebnis: Obwohl die Energieversorgung im Spiel sowohl mit regenerativen Energien, als auch mit Kohle oder Atomkraft gewährleistet werden kann, "hat sich der überwiegende Teil der Spieler zu 100 Prozent für regenerative Energiemixe entschieden", sagt Ulmer.
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So auch Andres Gvirtz, der Gewinner des "Energetika"-Spiels. Der 15-Jährige setzte vor allem auf Wasserkraft. "Die hat keine elementaren Nachteile", sagt der Heidelberger. "Man nimmt niemandem etwas weg und hat keine hohen Folgekosten. Wasser fließt einfach." Die größte Herausforderung für Gvirtz war, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte unter einen Hut zu bringen.
Besonders die ersten Jahre, in denen die älteren Kraftwerke abgeschaltet werden, sind schwer. "So entsteht eine Unterversorgung, die man schnell ausgleichen muss", erklärt Gvirtz. Es müssen neue Kraftwerke gebaut werden – ohne sich zu verschulden. Das gelingt nur mit höheren Strompreisen, die wiederum den Bürgern nicht gefallen. Solche Herausforderungen, der hohe Realitätsgrad des Spiels und das Kennenlernen neuer Energietechnologien haben den Schüler begeistert.
Das erworbene Umweltwissen bleibt haften, ist Linda Breitlauch, Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule Düsseldorf, überzeugt. Die Nachhaltigkeit von Lernspielen sei beispielsweise mit "Remission" – einem Spiel für krebskranke Kinder – belegt worden, sagt sie. "Nach dem Spielen haben die Kinder besser reflektiert, was in ihrem Körper vorgeht." Thorsten Unger, Geschäftsführer des Lernspieleportals "Zone 2 Connect" empfiehlt grundsätzlich, Lernstoff aus Spielen im Gespräch zu vertiefen: "Es ist wichtig, nach dem Spielen über das Thema zu reden – und sich zu fragen: "Habe ich das verstanden?"
Auf Spaß bei der Umweltbildung setzen auch die Vereinten Nationen. Das englischsprachige Simulationsspiel "Stop Disasters" beschäftigt sich mit den Folgen von Naturkatastrophen wie Tsunamis, Hurrikanen, Überflutungen und Erdbeben. Der Spieler hat die Aufgabe, durch geschickte Bauprojekte und andere Maßnahmen ein sicheres Umfeld für die Bevölkerung zu schaffen – bevor die nächste Katastrophe hereinbricht. Ist dies geschehen, muss er die Schäden auch wieder so gut wie möglich beheben.
Umweltspiele werden inzwischen auch als Onlinespiele innerhalb sozialer Netzwerke wie Facebook entwickelt. Ein solches Social Game ist "Ecotopia", das im Sommer dieses Jahres in einer Betaversion online gegangen ist. Ziel des Spiels ist es, eine heruntergekommene Stadt wiederaufzubauen. Wer besonders ökologisch vorgeht, spart Geld, Energie und Wasser. Mit diesen Ressourcen können dann zum Beispiel weitere Gebäude gebaut werden. Und wer die Umwelt schont, belohnt sich bei "Ecotopia" letztlich selbst – mit einer schönen, lebenswerten Umgebung.
Autor: Katja Fleischmann (dpa)


