Rock

Courtney Barnett: Schöne Schlichtheit

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Fr, 25. Mai 2018 um 00:00 Uhr

Rock & Pop

Aufregende Gitarrenmusik, geschaffen von unaufgeregten Gemütern: Diese Disziplin erfuhr ein Gipfeltreffen, als Courtney Barnett sich 2017 auf Albumlänge mit Kurt Vile zusammenschloss.

Den Hang ihres US-Kollegen zu vielfach aufgeschichteten Dire-Straits-Gitarren lässt das zweite Solowerk der Australierin nicht mal erahnen. "Tell Me How You Really Feel" ist die Rückkehr zum schnörkellosen Indierock – mit Erfolg: Eine der vielen Stärken dieser Platte ist ihre Schlichtheit. Eher die Ausnahme bleibt der Spannungsbogen des eröffnenden "Hopefulessness", in dem Barnett ihren "Empty Bottle Blues" besingt. Nach einiger Vorbereitung bäumt sich das lethargische Stück zum großen Finale auf und endet im Lärm – ehe das abrupt einsetzende "City Looks Pretty" einen voller Leichtigkeit aufatmen lässt. Musik und Inhalt gehen wunderbar Hand in Hand bei diesem Albumeinstieg, der das emotionale Spektrum Barnetts zugleich schön vorwegnimmt: "Sometimes I get mad / It’s not half as bad / Pull yourself together / And just calm down".

Courtney Barnett: Tell Me How You Really Feel (Marathon Artists).