Clara-Schumann-Gymnasium

CSG-Schüler in Lahr überzeugen beim Adventskonzert

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

So, 09. Dezember 2018 um 18:15 Uhr

Lahr

Das sakrale Konzert des Clara-Schumann-Gymnasiums am Nikolaustag in der Stiftskirche hat einmal mehr das hohe Niveau des musikalischen Profils gezeigt.

Die Gäste mussten dem anspruchsvollen Programm teils im Stehen lauschen, weil die Sitzplätze restlos besetzt waren.

Das Adventskonzert mit dem Motto "Freuet Euch!" umspannte Zeitepochen des Barock über amerikanische Spirituals bis hin zum Swing. Ein Höhepunkt war das Finale, bei dem der große Chor mit dem Sinfonieorchester das Gotteshaus mit einem musikalischen Kunstwerk erhellte.

Glanzleistungen gab es über das gesamte Konzert hinweg. Instrumente und Stimmen fanden sich in unterschiedlichen Variationen, die von den einzelnen Klassen der Musikprofile, von Orchestern, Chören und der Big Band intoniert wurden. Dabei waren Präzision und Leidenschaft die Tongeber – die hörbare Freude an der Musik setzte den emotionalen Akzent.

Das Intro mit "Pange lingua" des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály, gesungen von den Schülerinnen und Schülern der Klassen 9a und 10b, sollte als musikalischer Vorbote festlich einleiten, was die Besucher noch zu erwarten haben. Und so zeigte das Sinfonieorchester schon eingangs mit der "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel, welches Potenzial die Schule hat. Eindringlich wurden hier Allegro, alla Hornpipe, Lentement, Bourée und das Menuett II umgesetzt und ein Klangwerk geschaffen, das zur Besinnlichkeit einlud. Berührende Momente bescherten die Gesänge der Klassen 10a, 11b, 8a und 9b mit den Stücken "Star Carol" und "A Little Child is Born".

In die Welt der Minimal Art entführte der Musikkurs der Jahrgangsstufe I, der mit drei selbst komponierten Beiträgen darstellte, was diese Kunstform bedeutet. Sie entstand in den 1960er-Jahren als Gegenbewegung zur Avantgarde, geprägt von der Reduktion von Instrumenten und Klangmaterial. Die Grundlage dieses Stils mit sich wiederholenden Bausteinen und der Dominanz von Rhythmus kam bei der Darbietung unmissverständlich zum Ausdruck.

Lateinischer Gesang geht tief unter die Haut

Mit "Afrika Kyrie" bewies der Unterstufenchor, dass der Nachwuchs am Clara-Schumann-Gymnasium gesichert ist. Ihnen folgte das Vororchester mit der Pastorale aus dem Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli und einer Aria aus "The Fairy Queen" von Henry Purcell. Tief unter die Haut ging das in lateinischer Sprache gesungene "Puer natus in Bethlehem". Dabei schienen hohe Tonlagen und eine klare und gefühlvolle Intonation für Chiara Steurer, Victoria Langwost und Sandro Balk ein Leichtes.

Beschwingt präsentierte die Big Band "A Child is Born", das getragen war von den Solisten Jonas Rudolf (Klavier), David Weiß (Trompete) und Simon Geppert und Vivian Leber am Altsaxophon. Großartige Einzelleistungen folgten von Fabio Haid (Tenorsaxophon) und Maxime Haftstein (Trompete) bei der zweiten Nummer der Big Band mit "The first Noel". Nicht nur die Schülerinnen und Schüler sollten die Gäste mit festlicher Musik erfreuen: Gemeinsam mit einem Vokalensemble reihte sich der Lehrerchor in das Konzert ein mit dem geistlichen Lied "Übers Gebirge ging Maria".

Ein imposantes Bild eröffnete sich, als der große Chor den Altarraum betrat. Stimmgewalt vermischte sich mit einfühlsamen Elementen bei in englischer Sprache gesungenen Spirituals; beeindruckend klang das "Exsultate, justi" im Zusammenspiel mit einem Blechbläserensemble und Streichquartett.

Dass noch eine Steigerung möglich war, ahnte wohl kein Besucher. Tatsächlich sollte das Finale dem wunderschönen Abend die Krone aufsetzen. Einem gesamtheitlich musikalischen Kunstwerk gleich setzten der Chor, das Sinfonieorchester und Franka Röse mit ihrer eindringlichen Sopran-Stimme einen würdigen Schlussakzent.