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28. September 2010

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Die Veranstaltungen zum Ende des Life-Projekts zogen etliche Besucher an / Festlicher Abschluss beim Erntedankfest in Ibach.

  1. Foto: Albert Liertz

  2. Ob Bure oder Blasorchester – die Gäste beim Abschlussfest des Naturschutzprojekts wurden bestens unterhalten. Foto: Schuster-Stich/Liertz

DACHSBERG/IBACH. Mit Braten vom heimischen Weiderind, Blasmusik vom Musikverein Urberg und kabarettistischen Einblicken ins Schwarzwälder Landleben ging in der Dachsberg-Halle am Samstag ein abwechslungsreicher Tag zu Ende. Am Sonntag wurden die Feierlichkeiten zum Abschluss des Life-Naturschutzprojekts in Ibach im Rahmen des Erntedanks fortgesetzt.

Im Rahmen der dreitägigen Abschlussveranstaltung erlebten Vertreter aller beteiligten Behörden, Kommunalpolitiker, Land- und Forstwirte sowie Bürger aus Dachsberg, Ibach und umliegenden Gemeinden einen spannenden Samstag mit Vorträgen und Exkursionen. Der Dank des Ibacher und Dachsberger Bürgermeisters Helmut Kaiser galt den Initiatoren und Projektträgern, den Zuschussgebern und besonders auch den Land- und Forstwirten, die sich beteiligt hatten. Man habe nach fünf Jahren einen Zustand erreicht, der Entwicklungsmöglichkeiten eröffne. Sie gemeinsam zu nutzen, sei die Aufgabe für die Zukunft. In seinen Ausführungen kam Kaiser nicht umhin, daran zu erinnern, dass das Ausweisen neuer Naturschutzgebiete Mitte der 90er Jahre von den kommunalen Gremien und Grundstücksbesitzern als Bevormundung empfunden wurde. Es sei schwer gewesen, den Dialog zwischen Naturschutz einerseits und Gemeinde und Betroffenen andererseits zu finden. Dass man es geschafft habe, gegenseitig Verständnis für die konträren Standpunkte aufzubringen, sei ein Grund stolz zu sein. So habe man die Naturschutzkonzeption Oberer Hotzenwald ins Leben rufen können, aus der dann das Life-Projekt hervorgegangen sei. Kaiser wünscht sich, dass das Entwicklungspotenzial genutzt wird.

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Projektabschluss war unterhaltsam und informativ

Für Landrat Tilman Bollacher, der etliche Stunden bei Vorträgen und Exkursionen verbracht hatte, gab es zum Dank für das Engagement des Landkreises und die persönlich zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung des Geleisteten einen Sack voll Dachsberger Holzkohle.

Nach der Vorführung des Imagefilms startete am Abend das Kabarettprogramm der "Bure zum Alange" mit Nikolaus König und Wolfgang Winterhalter. Als roter Faden zog sich das Life-Projekt durch die Vorträge, die Lachtränen, aber auch die eine oder andere Nachdenklichkeit hervorriefen. Man nimmt diesen beiden hauptberuflichen Bauern ihr Engagement für ihren Berufsstand und die Kulturlandschaft im Schwarzwald ab. Sie nehmen ihr Publikum mit in den Stall, zur Heuernte, lassen es auf dem Traktor mitfahren. Es gelingt ihnen auf humorvolle Weise, die Probleme eines Landwirtes auf die Bühne zu bringen und auch dem letzten Städter klar zu machen, dass der Bauer unverzichtbar für die Gesellschaft ist. Dass dabei auch das eine oder andere nicht ernst zu nehmende Betriebsgeheimnis – etwa wie ein ungeliebter Betriebsprüfer entsorgt werden kann – ausgeplaudert wird, versteht sich von selbst. Das Publikum erlebte eine köstliche Mischung aus Kabarett und Musik.

Am Sonntag feierten Gäste und Einheimische in Ibach weiter – gleichzeitig mit dem Projektabschluss auch das traditionelle Erntedankfest. Beginnend mit einem von Jan Grzeszewski zelebrierten Festgottesdienst und mitgestaltet vom Kirchenchor Hierbach-Ibach unter der Leitung von Bernadette Böll, vielen Kindern, den Landfrauen und einer großen Gemeinde, begann dieser ereignisreiche Festtag. Die Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand unter der Leitung von Stephan Köpfer bot ein abwechslungsreiches Programm. Begrüßungsworte zur Eröffnung sprach Landesvorsitzende Christina Müller.

Bürgermeister Helmut Kaiser erinnerte anschließend nochmals an die Abläufe des Projektes in den vergangenen fünf Jahren und den zurückliegenden zwei Tagen und dankte dabei explizit dem Ibacher Clemens Speicher für sein Engagement. Er wies auf die Zukunft hin und erinnerte an die hoffentlich zu erwartenden Zuschüsse, ohne die die örtlichen Landwirte nicht in der Lage sind, das im Projekt Erreichte aufrecht zu erhalten. Friederike Tribukait, Projektleiterin des Regierungspräsidiums, sprach auch im Namen von Cornelia Bischof und Monika Baumhof-Pregitzer, die ebenfalls am Life-Projekt beteiligt waren. Baden-Württembergs Landtagspräsident Peter Straub würdigte am Nachmittag das reichhaltige Programm dieses gelungen Tages, der "die unterschiedlichsten Menschen zusammengeführt hat". Am Nachmittag gab es ein buntes Programm für die vielen Gäste, zu denen neben Ibachern und Menschen aus der Umgebung auch Besucher aus der Partnergemeinde Pohrsdorf gehörten.

Die Bürstenmacher zeigten ihr Handwerk

Mit der Eröffnung einer Fotoausstellung boten sich dem Betrachter die vielfältigen Veränderungen der Landschaft in zurückliegenden Jahren. Das Ökomobil war ein Anziehungspunkt für jüngere Besucher. Fünf Naturführer boten Kindern und Erwachsenen Exkursionen an. Derweil agierten mit historischen Geräten, begutachtet von interessierten Kindern, auf der Hallen-Bühne Bürstenmacher Helmut Schmid und Georg Albiez, Fachmann für Schindeln. Regen Zuspruch fanden die vielen Handarbeiten, Blumenkränze und Leckereien der Landfrauen. Ein an Ereignissen reiches Projekt, von Fachleuten und Bürgern im Dienst der Landschaftspflege begleitet, fand an diesem Erntedankfest seinen Abschluss.

Nähere Infos zum Projekt gibt’s im Internet unter http://www.hotzenwald-life.de

Autor: Christel Schuster-Stich und Albert Liertz