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27. September 2010
Prädestiniert für weitere Förderung
Tanja Gönner und Julian Würtenberger lobten die Akteure des Life-Naturschutzprojekts und versprachen weitere Unterstützung.
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Regierungspräsident Julian Würtenberger betonte, der obere Hotzenwald sei nicht zuletzt durch die Ergebnisse der Maßnahmen der vergangenen fünf Jahre prädestiniert für weitere Förderungen Foto: Karin Stöckl-Steinebrunner
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Foto: Kathrin Blum
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Umweltministerin Tanja Gönner ließ sich trotz Regens die Laune nicht verderben. Foto: Kathrin Blum
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Doppelbürgermeister Helmut Kaiser (auf dem linken Foto rechts) überreichte Landrat Tilman Bollacher Dachsberger Holzkohle. Gut besucht waren sowohl die Fachvorträge in der Dachsberghalle, als auch die Exkursionen in der Natur. Foto: Christel Schuster-Stich/Karin Steinebrunner/Kathrin Blum
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Foto: Christel Schuster-Stich
DACHSBERG/IBACH. Das ganze Wochenende feierten Dachsberger und Ibacher mit vielen prominenten Gästen, Fachvorträgen und Exkursionen den Abschluss des Life-Naturschutzprojekts. In den vergangenen fünf Jahren haben verschiedene Institutionen in mehr als 300 Aktionen in den Bereichen Naturschutz, Moorrenaturierung, Offenhaltung und Artenschutz 1,7 Millionen Euro investiert – und unzählige Bürger haben sich mit großem Engagement in dieses Projekt eingebracht.
Am Freitag besuchte die Landesumweltministerin Tanja Gönner die Abschlussfeier und ließ es sich nicht nehmen, trotz strömenden Regens die Exkursion in die Leimenlöcher zu begleiten. Dachsbergs und Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser lobte Gönners Kommen als Wertschätzung der geleisteten Arbeit in der Natur. Mit seinen Dankesworten verbunden war eine Bitte: "Nur wenn wir weiterhin finanzielle Hilfe bekommen, läuft diese Arbeit nicht ins Leere." Als Geschenk überreichte Kaiser einen Sack Dachsberger Holzkohle mit den Worten: "Kohle wird überall gebraucht, auch in Stuttgart." Landrat Tilman Bollacher kommentierte das schmunzelnd mit: "Dachsberg ist eine der wenigen Gemeinden in unserem Landkreis, in der man noch Kohle holen kann" – und bekam prompt auch einen Sack geschenkt. Bollacher bedankte sich bei allen Projektbeteiligten und betonte: "Das Geschaffene muss erhalten und entwickelt werden." Lasse das Engagement nach, wüchsen beispielsweise Flächen wieder zu.Werbung
Ministerin Gönner lobte die "vielen helfenden Hände", die ein hervorragendes Ergebnis erarbeitet hätten. Man müsse Naturschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt nicht nur als Einschränkung, sondern auch als Chance erkennen. Um so viel zu leisten, wie im Life-Projekt im Oberen Hotzenwald, brauche es Akteure mit breiten Schultern und einem eisernen Willen. "Sie dürfen stolz sein, auf das Geleistete", betonte Gönner und versprach, sich auch weiterhin für Fördergelder einzusetzen.
Weil sich zu den Fachvorträgen in Dachsberg mehr Gäste als erwartet angemeldet hatten, fanden sie nicht wie geplant im Rathaus, sondern in der Dachsberg Halle statt. Auch der Samstagnachmittag war gut besucht. Zu den Exkursionen hatten sich mehr als 80 Teilnehmer angemeldet. Unter den Festgästen am Samstag war Regierungspräsident Julian Würtenberger, der die hoffnungsvolle Botschaft mitbrachte, der Obere Hotzenwald habe nicht zuletzt durch die Ergebnisse des Projekts so viele Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen, dass er prädestiniert sei für weitere Förderungen. Er habe aus den Unterlagen ersehen, dass er sich in puncto erhaltenswerter Landschaft gerade auf einem der spannendsten Gebiete im Land befinde. Die Frage, was notwendig gewesen war, um so erfolgreich sein zu können, beantwortete Würtenberger mit dem hohen Anteil an gefährdeten Arten, der sich hier konzentriere (20 Prozent Pflanzen, 35 Prozent Vogelarten, 39 Prozent Schmetterlingsarten) sowie damit, dass rund ein Viertel des Gebietes bereits zuvor als Naturschutzgebiet ausgewiesen gewesen sei und Strukturen bestanden hätten, auf die man aufbauen konnte. Es sei zudem gelungen, die Sorgen über die großzügige Ausweisung von Naturschutzgebieten in Motivation umzuwandeln. Das sei zum einen den 160 flächenwirksamen Maßnahmen mit einem Finanzvolumen von 600 000 Euro innerhalb der vergangenen fünf Jahre zu danken, zum anderen der Wissensvermittlung, wie man diese Lebensräume erhalten kann, die durch gut 200 Infoveranstaltungen erfolgte.
Als Erfolgsbeispiele nannte Würtenberger die Erweiterung der artenreichen Weidfelder und die damit verbundene Aufwertung der Erholungslandschaft, die Natura 2000-Klassenzimmer, die bei 44 Klassen in jeweils drei Bildungstagen Grundlagen für eine nachhaltige Naturpädagogik geschaffen hätten, die Pflege der Waldlebensräume in Zusammenarbeit mit dem Forst sowie den Management-Plan für das Natura 2000-Gebiet, der die Voraussetzung gebildet habe.
Als ideale Einstimmung für die nachfolgenden Exkursionen zeigten Dirk Adam und Yorick Nies ihren zwölfminütigen Film, der das Life-Projekt informativ, abwechslungsreich und witzig zusammenfasst. Suggestive Bilder, eine gute Musikauswahl und markante technische Kniffe – wie die Vorführung seltener Arten à la Diashow oder die Veränderungen in der Landschaft per Zeitraffer – sowie einprägsame Gags in Form von Comiceinschüben, geben dem Film Leben ebenso wie die Einfügung kurzer Redebeiträgen von Beteiligten. Abgerundet wird das Ganze durch die Begleitung einer Schulklasse sowie einer Naturführerin – und mit dem Schlusswort Helmut Kaisers.
Über den weiteren Verlauf der Abschlussfeier werden wir noch berichten.
Autor: Karin Steinebrunner und Kathrin Blum


