Theater am Kohlenmeiler

Sommernachtstraum am Kohlenmeiler

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Do, 02. August 2018 um 17:37 Uhr

Dachsberg

Ein Sommernachtstraum frei nach William Shakespeare, bearbeitet von Regisseurin Karin Steinebrunner, brachten die Theaterfreunde Dachsberg am Mittwoch auf die Bühne im Festzelt am Kohlenmeiler.

DACHSBERG. Ein Sommernachtstraum frei nach William Shakespeare, bearbeitet von Regisseurin Karin Steinebrunner, brachten die Theaterfreunde Dachsberg am Mittwoch auf die Bühne im Festzelt am Kohlenmeiler. Bestens aufgelegte Darsteller und eine pfiffige Inszenierung sorgten für einen äußerst vergnüglichen Theaterabend.

Bereits zum fünften Mal bereicherten die Theaterfreunde Dachsberg die Kohlenmeilertage. Ein Sommernachtstraum stand auf dem Programm, Regisseurin Karin Steinebrunner hatte Shakespeares Komödie für diesen Anlass gekürzt, auf die Rahmenhandlung verzichtet und die Handlungsstränge entwirrt.

Bevor die Darsteller jedoch die Bühne betraten, machte sich der Amtsbote (Karin Steinebrunner) im voll besetzten Festzelt erst einmal auf die Suche nach den Sängern des Kirchenchores Hierbach-Ibach und scheuchte diese auf die Bühne, wo sie unter Leitung von Martin Angell den Abend mit drei volkstümlichen Sommerliedern eröffneten.

Das Schauspiel nimmt seinen Lauf am Tag der Sommersonnenwende. Ausgerechnet an diesem in der Elfenwelt so wichtigen Tag haben Elfenkönig Oberon Harald Nier) und seine Titania (Anja Labentsch) Streit. Oberon will der Gattin mit Hilfe seines Hofnarrs Puck (Barbara Schramm-Neumann) einen Streich spielen, mit Hilfe eines Liebeszaubers soll sie sich in denjenigen verlieben, den sie nach dem Wirken des Zaubers als erstes sieht.

Zwischenzeitlich ist eine Gruppe von Handwerkern erschienen, die sich vorgenommen hat, anlässlich der just am Tag der Sommersonnenwende stattfindenden Hochzeit des Herzogspaares ein Schauspiel aufzuführen. Allerdings zeigt die Truppe wenig schauspielerische Begabung. Schon die Rollenbesetzung durch den "Regisseur" (Nicole Philipp) strapaziert die Lachmuskeln, denn ausgerechnet der vollbärtige Flaut (Markus Schlegel) wird für die Rolle der jungen Thisbe ausersehen. Ihr Geliebter Pyramus (Markus Berger) spielt den Liebenden völlig übertrieben und seine Gestik wird im Hintergrund von Puck auf das Köstlichste nachgeahmt. Und die stoische Wand (Gabriele Zimmermann) leiert ihren Text nur monoton herunter.

Inzwischen erwacht Titania nach dem Liebeszauber aus dem Schlaf und verliebt sich prompt in den Darsteller des Pyramus, der von Puck mit einer Eselsmaske ausgestattet wurde. Ein Tête-à-Tête zwischen Elfenkönigin und Esel nimmt seinen Lauf, bis Oberon den Liebeszauber beendet. Das Elfenpaar versöhnt sich und sieht sich in der Rolle des Herzogspaares, das nur einmal, begleitet zu den Klängen des Hochzeitsmarsches (gespielt von Musikern der Trachtenkapelle Dachsberg) kurz die Bühne betritt, das Schauspiel an.

Die Darsteller waren durch die Reihe bestens aufgelegt und sorgten mit ihrer Darstellung immer wieder für Lacher. Originell und pfiffig hatte Karin Steinebrunner das Stück auf hohem Niveau in Szene gesetzt. Der Kontrast zwischen dem von einigen der Darsteller gesprochenen Hochdeutsch und dem alemannischen Dialekt der Handwerker, machte einen der Reize der Inszenierung aus.

Musikalisch wurden einige der Elfenszenen, in denen neben dem Königspaar auch einige Kinder mitwirkten, von Martin Angell mit dem Cello begleitet.

Großer Beifall belohnte der Akteure, die Aufführung sei reif für eine größere Bühne, stellte Bürgermeister Helmut Kaiser denn auch fest. Der Abend klang aus einigen Sommerhits, dargeboten von dem Kirchenchor.